Elferpfiff in der Halbzeit war regelkonform

Schiedsrichter Guido Winkmann

Kuriose Szene beim Spiel in Mainz

Elferpfiff in der Halbzeit war regelkonform

Die Fußball-Bundesliga ist um ein Kuriosum reicher. Dafür hat der ohnehin schon umstrittene Videobeweis in der Halbzeit gesorgt. Wenigstens soll in Mainz alles mit rechten Dingen zugegangen sein.

Was war passiert? Beim Spiel zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg hatte Schiedsrichter Guido Winkmann ein Handspiel von Freiburgs Oliver Kempf im Strafraum nicht geahndet und kurz darauf zur Halbzeit gepfiffen.

Nach einem Gespräch mit Video-Assistentin Bibiana Steinhaus sah sich der Referee die fragliche Szene dann noch einmal an. Die Mainzer hatten sich an der Seitenlinie versammelt, die Freiburger waren bereits in der Kabine verschwunden, und ein Teil der Fans hatte sich auf den Weg in Richtung Wurstbude gemacht.

"Keine Werbung für den Ablauf"

Marc Oliver Kempf (zweiter von rechts) bekommt in dieser Szene den Ball an den ausgestreckten Arm.

Marc Oliver Kempf (zweiter von rechts) bekommt den Ball an den Arm.

Winkmann entschied auf Elfmeter für den FSV, holte die Freiburger wieder aus der Kabine und Pablo De Blasis traf sieben Minuten nach dem vermeintlichen Halbzeitpfiff vom Punkt zum 1:0 für den FSV. "Das sind Szenen, die am Ende keiner will", sagte Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich: "Das ist nicht schön und keine Werbung für den Ablauf."

Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier nahm es zähneknirschend hin. "Das müssen wir akzeptieren. Es ist schon regelkonform", sagte er und fügte dann an: "Es wird immer kurioser." Damit sprach er vielen Fußball-Fans aus der Seele. Mainz-Coach Sandro Schwarz sah das ähnlich: "Der Zeitpunkt war extrem unglücklich, aber von der Situation her war es für mich ein Elfmeter."

Nach kuriosem Videobeweis - Interview mit wortkargem Streich

Sportschau | 17.04.2018 | 02:07 Min.

 Kontrollcenter: Alles korrekt

Der Mainzer Pablo de Blasis beim Elfmeter gegen Freiburgs Torwart Alexander Schwolow

Der Mainzer Pablo de Blasis und Freiburgs Torwart Alexander Schwolow

Die Entscheidung sei "nicht anders möglich" gewesen, sagte Fröhlich. Auch die Schiedsrichterkommission des Deutschen Fußball-Bundes hatte hinterher überraschend schnell eine Stellungnahme parat. "Der Halbzeitpfiff unterbricht das Spiel wie jeder andere Pfiff des Schiedsrichters auch. Daher ist es auch regeltechnisch in Ordnung, hier dann den Strafstoß zu geben. Erst wenn ein Spiel wieder fortgesetzt wäre, könnte der Strafstoß nicht mehr gegeben werden", teilte die Kommission mit.

Auch die Empfehlung von Video-Assistentin Bibiana Steinhaus an Schiedsrichter Winkmann, sich die Szene nochmal in der Review-Area anzuschauen, sei "korrekt" gewesen. Die Video- und Tonaufzeichnung aus dem Kontrollcenter in Köln würden zudem belegen, dass Steinhaus den Kontakt zu Winkmann aufgenommen hat, als dieser noch auf dem Platz stand. Hätte er ihn schon verlassen, hätte es keinen Videobeweis mehr geben dürfen. Eine Möglichkeit zum Nachschuss hätte De Blasis übrigens nicht gehabt.

"Das ist Fußball"

Und was sagt Winkmann? "Natürlich ist das ungewöhnlich, das hat es wohl noch nie gegeben. Wenn ich der betroffene Verein bin, wäre ich natürlich auch nicht davon begeistert. Aber es gibt in der heutigen Zeit eben den Videoschiedsrichter, der auch diesmal wieder zu Gerechtigkeit geführt hat, weil ich im Spiel keine Chance hatte, dieses Handspiel zu erkennen", erklärte er im Gespräch mit dem "kicker": "Es passiert immer mal etwas Neues. Einmal geht die Latte kaputt, beim nächsten Mal passiert dieses und jenes. Das ist Fußball."

Thema in : Deutschlandfunk, sport aktuell, Dienstag, 17.04., ab 22.50 Uhr

Stand: 17.04.2018, 10:59

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