Stuttgart mit viel Kampf, aber ohne Punkte

Mario Gomez nach einem Gegentor gegen Leipzig

VfB Stuttgart - RB Leipzig 1:3

Stuttgart mit viel Kampf, aber ohne Punkte

Mit neuer Defensivtaktik und viel Einsatz hat Stuttgart die starke Offensive von RB Leipzig lange in Schach gehalten. Doch am Ende stand der VfB erneut mit leeren Händen da.

Der VfB kassierte beim unglücklichen 1:3 (1:1) gegen RB Leipzig am Samstag (16.02.2019) die sechste Niederlage aus den jüngsten sieben Spielen. Stuttgart hatte zunächst die frühe Führung von Yussuf Poulsen (6.) durch Steven Zuber ausgeglichen (16./Handelfmeter nach Videobeweis). Doch Marcel Sabitzer (68.) und erneut Poulsen (74.) schossen Leipzigs Sieg heraus.

"Das Gegentor zum 1:2 war der entscheidende Punkt", sagte VfB-Trainer Markus Weinzierl im ARD-Interview. "Dass Sabitzer den Freistoß in den Winkel schießt, war heute der Unterschied zwischen dem Tabellen-Vierten und uns."

Weinzierl: "Ganz anderes Gesicht gezeigt"

Sportschau 16.02.2019 00:15 Min. ARD

Gentner nur auf der Bank

Der neue Stuttgarter Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der das Spiel von der Bank aus verfolgte, stärkte Trainer Weinzierl trotz der Niederlage den Rücken. "Das nackte Ergebnis ist eine große Enttäuschung. Aber ich habe die Verbesserungen gesehen", sagte Hitzlsperger der Sportschau. "Deshalb ist die Zuversicht groß, dass wir in den nächsten Tagen noch einmal etwas drauflegen können."

Weinzierl hatte überraschend Kapitän Christian Gentner auf der Bank gelassen und in der Abwehr auf eine Dreierkette mit Benjamin Pavard im Zentrum umgestellt. "Ich hätte nach Düsseldorf (0:3, d. Red.) elf Spieler auswechseln können", sagte Weinzierl. "Wir haben uns für die Aufstellung entschieden, weil wir das System gewechselt haben und mit Castro einen spielstarken Spieler aus dem Rückraum haben wollten."

VfB deutlich stabiler

Der Plan, weniger Chancen zuzulassen, schien zwar schon früh zu scheitern. Denn der gebürtige Stuttgarter Timo Werner setzte sich mit etwas Glück im 16er durch und passte quer vors Tor, wo Poulsen zur frühen Leipziger Führung einschoss. Doch der VfB wirkte insgesamt deutlich stabiler als zuletzt, ließ in der ersten Hälfte nur drei Leipziger Torschüsse zu - das hat in dieser Saison noch kein Team gegen RB geschafft. "Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt, ein ganz anderes Gesicht als gegen Düsseldorf", sagte Weinzierl.

Strittiger Einsatz des Videoschiedsrichters

Für den Ausgleich brauchte Stuttgart allerdings Schützenhilfe. Bei einem Luftduell köpfte VfB-Angreifer Mario Gomez Leipzigs Willi Orban im 16er den Ball an den leicht abgespreizten Arm. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ zunächst weiterlaufen, zumal Orbans Armbewegung noch weiter Richtung Körper ging. Obwohl dies keine klare Fehlentscheidung war, griff Videoschiedsrichter Sascha Stegemann ein. Zwayer schaute sich die Szene auf dem Bildschirm an - und entschied dann doch auf Elfmeter. Hoffenheims Leihgabe Zuber traf sicher unten links.

Die Stuttgarter präsentierten sich nicht nur taktisch, sondern auch kämpferisch verbessert. Mit viel Einsatz und grenzwertigen Grätschen störten sie das Leipziger Aufbauspiel. Das eigene Offensivspiel war zwar fehlerbehaftet, aber Ozan Kabak und Santiago Ascacibar hatten durchaus Gelegenheiten für einen Führungstreffer.

Sabitzer zirkelt Freistoß in den Winkel

Passenderweise benötigte Leipzig eine Standardsituation für den zweiten Treffer. Schiedsrichter Zwayer entschied auf Freistoß für Leipzig, nachdem Kabak und Poulsen am 16er zu Boden gegangen waren. Er hätte aber stattdessen Stürmerfoul pfeifen müssen, denn Poulsen hatte Kabak in Ringer-Manier zu Boden gebracht. Sabitzer nutzte die Chance aus 18 Metern für einen perfekten Freistoß in den linken Winkel.

Anschließend agierte der VfB etwas offensiver, was Leipzig direkt bestrafte. Poulsen schloss einen starken Konter souverän ab und schnürte damit seinen fünften Doppelpack in dieser Saison. Trotz der Vorentscheidung gab der VfB nie auf, blieb bis zum Schluss engagiert, aber glücklos.

Stuttgart jetzt in Bremen

Stuttgart muss im Abstiegskampf an anderen Spieltagen punkten - die nächste Gelegenheit kommt am Freitag um 20.30 Uhr bei Werder Bremen. RB Leipzig hat Pause bis Montag um 20.30 Uhr, dann ist 1899 Hoffenheim zu Gast.

Fußball · Bundesliga · 22. Spieltag 2018/2019

Samstag, 16.02.2019 | 15.30 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Zieler – Kabak, Pavard, M. O. Kempf – Beck (80. Donis), Ascacibar, Castro (74. Didavi), Insua (86. Sosa) – Esswein, Zuber – Mar. Gomez

1
Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg – Adams, Demme – Sabitzer, Forsberg (59. Bruma) – Poulsen (90. Matheus Cunha), Werner (78. Ilsanker)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Poulsen (6.)
  • 1:1 Zuber (16./Handelfmeter)
  • 1:2 Sabitzer (68.)
  • 1:3 Poulsen (74.)

Strafen:

  • gelbe Karte Castro (1 )
  • gelbe Karte Sabitzer (7 )

Zuschauer:

  • 46.072

Schiedsrichter:

  • Felix Zwayer (Berlin)

Vorkommnisse:

  • Handelfmeter (Stuttgart) nach Videobeweis (14.)

Stand der Statistik: Samstag, 16.02.2019, 17:27 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Tore 1 3
Schüsse aufs Tor 3 4
Ecken 5 4
Abseits 7 4
gewonnene Zweikämpfe 94 99
verlorene Zweikämpfe 99 94
gewonnene Zweikämpfe 48,7 % 51,3 %
Fouls 18 11
Ballkontakte 623 656
Ballbesitz 48,71 % 51,29 %
Laufdistanz 117,67 km 121,39 km
Sprints 218 261
Fehlpässe 100 101
Passquote 74,75 % 75,49 %
Flanken 15 8
Alter im Durchschnitt 26,7 Jahre 24,7 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 16.02.2019, 19:49

Darstellung: