Arminia-Trainer Neuhaus: "Das Spiel wird Konsequenzen haben"

Arminias Trainer Uwe Neuhaus

Nach Pokal-Aus und vor Bundesliga-Debüt

Arminia-Trainer Neuhaus: "Das Spiel wird Konsequenzen haben"

Von Mareike Zeck

Teil 2/2 - Uwe Neuhaus über sein Bundesligadebüt als Trainer und Arminias Chancen in der ersten Liga

Das Frankfurt-Spiel wird Ihr Debüt als Bundesliga-Trainer. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, ob sich für Sie etwas verändern wird?

Neuhaus: Nein, aber als wir den Aufstieg geschafft hatten, da ist in den Wochen danach schon das ein oder andere Mal meine Karriere vor meinen Augen abgelaufen. Auch meine Zeit als Spieler. Ich bin ja auch erst sehr spät dazu gekommen, Bundesliga zu spielen. Die Erfahrungen, die ich da gemacht habe, und vielleicht auch der riesengroße Respekt davor, als Spieler gegen die besten Fußballer Deutschlands, vielleicht der ganzen Welt dein Spiel umzusetzen - da hab ich schon ein paar Mal dran gedacht.

Was raten Sie den Spielern denn da, die jetzt in einer ähnlichen Situation sind?

Neuhaus: Es kommen Gegner auf uns zu, wo wir als Trainerteam wie immer Stärken und Schwächen ausmachen werden. Mehr Stärken als letztes Jahr in der zweiten Liga, das ist schon klar. Aber da mache ich mir keine Sorgen. Es darf Respekt auf jeden Fall auch da sein, aber keine Ehrfurcht. Wir sind auch eine gute Mannschaft, die den Leistungsnachweis Bundesliga erbracht hat. Wir können dort bestehen. Und den Spielern das zu vermitteln, das ist jetzt die Aufgabe.

Respekt, aber keine Ehrfurcht – Sie scheinen das ja damals ganz gut umgesetzt zu haben. Ihr Erstligadebüt 1989 als Spieler bei Wattenscheid 09 haben Sie ja gewonnen…

Neuhaus: Also uns war damals auch klar, dass wir mit Wattenscheid eine Außenseiterrolle einnehmen. Wir wussten aber, dass wir als Gemeinschaft stark sind. Und dass wir zueinanderstehen und uns auf den anderen verlassen können. Das ist nach der Erfahrung im DFB-Pokal etwas, das wir mit Arminia jetzt wieder angehen sollten. Etwas, das die Spieler wieder verstehen müssen und das sie letztes Jahr auch überragend bewiesen haben.

In der zweiten Liga haben viele Arminia vor allem für den Teamgeist bewundert.

Neuhaus: Wir waren sicherlich nicht – so wie es die 10 Punkte in der Tabelle am Schluss aussagen – mit Abstand die beste Mannschaft in der zweiten Liga. Zumindest nicht von der Einzelqualität her. Aber wir waren die beste Mannschaft, weil wir eine unglaubliche Mentalität gezeigt haben, die uns ausgezeichnet hat. Weil wir nie Spiele verloren gegeben haben und immer noch zurückgekommen sind. Sowas kann tragen und es kann helfen, auch in der Bundesliga zu bestehen.

Also ist der Klassenerhalt das Ziel? Oder bleiben Sie bewusst vage und sagen erstmal nur: Ich möchte möglichst viele Spiele gewinnen?

Neuhaus: Für uns gibt es ja keine einfachere Situation als die jetzige. Jeder rechnet damit, dass wir unten dabei sein werden. Für uns ist das Ziel "Klassenerhalt" eine gute Formulierung. Die sagt nämlich noch nichts darüber aus, ob wir am letzten Spieltag aufgrund der besseren Tordifferenz drin bleiben, ob wir am vorletzten Spieltag schon gerettet sind oder ob wir Zwölfter werden – ohne jetzt größenwahnsinnig zu werden. In welcher Form auch immer: Mit dem Klassenerhalt wären alle zufrieden.

Stand: 15.09.2020, 20:50

Darstellung: