Bremens Rumpfelf kämpft Union nieder

Davy Klaassen von Werder Bremen jubelt nach seinem Tor zum 0:1.

1. FC Union Berlin - Werder Bremen 1:2

Bremens Rumpfelf kämpft Union nieder

Drei Elfmeter, zwei Gelb-Rote Karten: Trotz erneuter Verwirrung um den Videobeweis hat ein stark ersatzgeschwächtes Werder Bremen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin niedergekämpft.

Bei den Köpenickern gewannen die Hanseaten am Samstag ein hitziges Spiel mit 2:1 (1:1) und beendeten damit den Berliner Höhenflug, die vor der Länderspiel-Pause Vizemeister Borussia Dortmund geschlagen hatten.

"Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der Sportschau. "Mit wie viel Herz sie gespielt hat, was die Mentalität angeht, Widrigkeiten überwinden zu wollen, damit bin ich sehr zufrieden. Mit so vielen Verletzten wieder drei Punkte zu holen, ist wichtig, um Erfolg zu haben."

"Am Ende ist nur noch diskutiert worden"

"Es war eine unnötige Niederlage, wir hatten genug Möglichkeiten um auszugleichen, wir waren heute nicht effizient genug, die Gegentore waren zwei Geschenke und am Ende stehst du halt mit nichts da", sagte Union-Trainer Urs Fischer vor dem Sportschau-Mikrofon. Der sich auch über die hektische und zerfahrene Schlussphase aufregte. "Am Ende ist nur noch diskutiert worden, da wurde kein Fußball mehr gespielt."

Fischer: "Das heute war eindeutig zu viel Diskussion" Sportschau 14.09.2019 01:05 Min. Verfügbar bis 14.09.2020 Das Erste

"Es war ein emotionales, ein verrücktes Spiel und ein extrem wichtiger Sieg in einer harten Situation. Wir haben heute gezeigt, dass wir kämpfen können, auch wenn es spielerisch nicht immer gut war", sagte Bremens Ersatz-Kapitän Davy Klaassen gegenüber der ARD.

Niclas Füllkrug (55.) erzielte den Siegtreffer, davor war Videoassistent Bastian Dankert zum Hauptdarsteller avanciert. Er gab gemeinsam mit Schiedsrichter Tobias Welz früh zwei Elfmeter, ließ sich mit der Entscheidung jedoch teils minutenlang Zeit. Erst verwandelte Bremens Klaassen (5.) einen Foulelfmeter, bevor Union-Stürmer Sebastian Andersson (14.) einen Strafstoß nach Handspiel einnetzte.

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Drei Elfmeter, zwei Gelb-Rote Karten

Auch unmittelbar vor dem Füllkrug-Tor gaben Dankert und Welz einen Foulelfmeter, den Union-Keeper Rafal Gikiewicz (55.) parierte. Berlins Verteidiger Neven Subotic (89.) und Bremens Mittelfeldspieler Nuri Sahin (90.+1) sahen in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte.

Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei hatte sich Union noch nicht richtig sortiert, da gab es schon den ersten Aufreger. Nach einem Solo über die linke Seite flankte Werder-Neuzugang Leonardo Bittencourt auf Klaassen, der im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Welz entschied sofort auf Elfmeter, musste anschließend dennoch länger Rücksprache mit dem Videoassistenten Dankert halten, bevor er Elfmeter gab und Klaassen zur Führung traf. Die Gastgeber rannten in der Folge mutig an, versuchten den Schock des frühen Rückstands schnell abzulegen - und es gelang.

Füllkrug: "Wir wollten es mehr"

Sportschau 14.09.2019 01:38 Min. Verfügbar bis 14.09.2020 ARD

Konfusion hinterlässt Spuren

Nach einer Berliner Ecke sprang Bremens Innenverteidiger Christian Groß der Ball an die Hand. Das Spiel lief kurz weiter, ehe Welz nach Intervention des VAR auf den Handelfmeter entschied, der Union den Ausgleich bescherte. Die Bremer Offensivreihe wurde, genauso wie ihr Berliner Gegenstück, aus dem Spiel heraus in dieser Phase nicht wirklich gefährlich. Die Konfusion um die beiden Elfmeter schien ihre Spuren hinterlassen zu haben. Erst kurz vor der Halbzeit kam wieder Schwung in die Partie. 

Johannes Eggestein (36.) und Bittencourt (43.) hatten zwei gute Gelegenheiten für Werder, bei Union verzog Ex-Bremer Anthony Ujah aus spitzem Winkel. Komplett war das Videobeweis-Chaos nach der Halbzeit, als Union-Kapitän Christopher Trimmel Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie im Strafraum am Trikot hielt.

Im Stadion war das Vergehen kaum zu sehen, erst als sich Dankert aus Köln meldete, gab es Elfmeter. Den konnte Gikiewicz zwar halten, die nachfolgende Ecke von Sahin verwertete Füllkrug trotzdem zur Führung. Im Anschluss drängte Union auf den abermaligen Ausgleich, doch auch die Bremer ließen nicht nach. 

Nach einem Fehlstart in die Liga war es für die Bremer der zweite Erfolg in Serie. Werder trifft am Samstag (21.09. um 18.30 Uhr) auf RB Leipzig, Union Berlin muss am selben Tag (15.30 Uhr) nach Leverkusen reisen.

Fußball · Bundesliga · 4. Spieltag 2019/2020

Samstag, 14.09.2019 | 15.30 Uhr

Wappen 1. FC Union Berlin

1. FC Union Berlin

Gikiewicz – Trimmel, M. Friedrich, Subotic, C. Lenz – Gentner (84. Abdullahi), Andrich – Becker (73. Gogia), Bülter – Andersson, Ujah (67. Polter)

1
Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Lang, Gebre Selassie, Groß, Friedl – N. Sahin, Klaassen – J. Eggestein (84. Pizarro), Osako (68. Sargent), Bittencourt (90. Goller) – Füllkrug

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Klaassen (5./Foulelfmeter)
  • 1:1 Andersson (14./Handelfmeter)
  • 1:2 Füllkrug (55.)

Strafen:

  • gelbe Karte Füllkrug (1 )
  • gelbrote Karte Subotic (89./grobe Unsportlichkeit)
  • gelbe Karte Trimmel (1 )
  • gelbrote Karte N. Sahin (90.+1/Unsportlichkeit)
  • gelbe Karte Bittencourt (2 )

Zuschauer:

  • 22.012

Schiedsrichter:

  • Tobias Welz (Wiesbaden)

Vorkommnisse:

  • Handelfmeter (Berlin) nach Videobeweis (14.). Trainer Kohfeldt (Bremen) sieht wegen unsportlichen Verhaltens die Gelbe Karte (89.).

Stand der Statistik: Samstag, 14.09.2019, 17:55 Uhr

Wappen 1. FC Union Berlin

1. FC Union Berlin

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Tore 1 2
Schüsse aufs Tor 5 7
Ecken 7 4
Abseits 0 2
gewonnene Zweikämpfe 97 96
verlorene Zweikämpfe 96 97
gewonnene Zweikämpfe 50,26 % 49,74 %
Fouls 23 10
Ballkontakte 473 540
Ballbesitz 46,69 % 53,31 %
Laufdistanz 115,14 km 115,91 km
Sprints 193 181
Fehlpässe 62 67
Passquote 76,87 % 80,35 %
Flanken 9 3
Alter im Durchschnitt 27,9 Jahre 27,3 Jahre

red/sid/dpa | Stand: 14.09.2019, 17:28

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