Union und München wieder mit Fans - leere Stadien in NRW

Der 1. FC Union Berlin möchte vor Zuschauern spielen.

Corona-Krise

Union und München wieder mit Fans - leere Stadien in NRW

Die sinkenden Inzidenzwerte machen es möglich: Zum Saisonabschluss dürfen in Deutschland vereinzelt wieder Fans in die Fußballstadien. Der 1. FC Union Berlin darf zum Saisonfinale gegen Leipzig wieder 2.000 Zuschauer begrüßen. Auch Bayern erlaubt wieder bis zu 250 Anhänger. In NRW dagegen müssen die Fans vorerst weiter draußen bleiben.

Der 1. FC Köln muss damit im Spiel um den Klassenerhalt am Samstag (17.05.2021) gegen Schalke 04 vor leeren Rängen antreten. Auch das Duell zwischen Pokalsieger Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen wird ohne Zuschauer bleiben.

Köln hofft auf Fans in möglichem Relegationsspiel

Kölns Verantwortliche hatten für das Duell am 34. Spieltag auf zumindest 500 Zuschauer gehofft. Der Tabellensiebzehnte hatte am Sonntag (16.05.2021) - da lag die Inzidenz bei 89,8 - schon einen entsprechenden Antrag vorbereitet. "Der Inzidenzwert 100 ist der aktuellen Coronaschutzverordnung folgend ausschlaggebend. Da der Wert am Montag bei 105,3 lag, ist eine Teilzulassung von Zuschauern für das Heimspiel gegen den FC Schalke ausgeschlossen", sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle.

"Wir bleiben im Hinblick auf ein mögliches Relegationsspiel in der kommenden Woche im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt Köln - Stichtag für den Inzidenzwert ist in diesem Fall der Mittwoch. Sollte der Wert dann unter 100 sein, werden wir uns auf ein Szenario mit einer Teilzulassung von Zuschauern vorbereiten", fügte Wehrle hinzu.

Bochumer Aufstiegsparty ohne Fans

Auch andernorts wird es in Nordrhein-Westfalen keine Zuschauer geben. Am Montag hatten neben Köln auch die betreffenden Spielorte Dortmund (107,6) und Bochum (100,4) Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100 aufgewiesen. Fünf Werktage unter 100 sind aber Pflicht, um bei einer Freiluftveranstaltung 500 Personen mit negativem Test einlassen zu dürfen. Die Bochumer können somit die mögliche Bundesliga-Rückkehr nicht im Stadion mit ihren Fans feiern.

250 Zuschauer in München möglich

Bayern München dagegen hat die Chance, im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison wieder ein paar wenige Zuschauer in die Arena zu lassen. Das geht aus den neuen Corona-Regeln hervor, die das Kabinett am Dienstag (18.05.21) beschloss. In Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können demnach ab Freitag wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein. In München liegt dieser entscheidende Wert seit Anfang Mai unter 100.

Rostock vor 7.500 Zuschauern

Grund für die unterschiedlichen Regelungen zum Saisonende sind die jeweiligen Inzidenzwerte in den Städten. So wird in Rostock die größte Fan-Rückkehr des Wochenendes erwartet, wenn Hansa am Samstag mit einem Sieg gegen den VfB Lübeck nach neun Jahren Drittklassigkeit in die 2. Liga zurückkehren kann. In Rostock liegt der Inzidenzwert derzeit weit unter 100.

"Wir haben uns gemeinsam auf eine Gesamtzahl von 7.500 Zuschauern beim Spiel am Sonnabend verständigt. Es geht darum, mögliche Fanmassen vor dem Stadiongelände mit in das Stadion zu nehmen. Hier versprechen wir uns eine gezielte und bessere Lenkung von Zuschauerströmen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe (CDU).

Bereits im März hatte Hansa gegen den Halleschen FC mal 702 Zuschauer ins Stadion lassen dürfen, danach waren die Inzidenzwerte aber wieder gestiegen.

2000 Fans an der "Alten Försterei"

Auch An der Alten Försterei dürfte am Samstag die Stimmung steigen. Bis zu 2.000 Fans können bei der Begegnung gegen RB Leipzig im Stadion dabei sein, wenn die Inzidenzzahlen in der Hauptstadt auch in den kommenden Tagen so niedrig bleiben wie aktuell. Aktuell seien die Voraussetzungen dafür erfüllt, teilte das zuständige Bezirksamt Treptow-Köpenick der Sportschau mit. Die Genehmigung des Berliner Senats liege vor.

Union hatte zuvor mitgeteilt, einen Antrag für ein Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr während der Corona-Pandemie gestellt zu haben. Zuletzt trat Union am 24. Oktober 2020 gegen den SC Freiburg vor Zuschauern an. 4.500 Fans waren in der normalerweise rund 22.000 Personen fassenden Arena im Berliner Stadtteil Köpenick dabei.

100 Zuschauer in Sinsheim zugelassen

Beim Spiel von 1899 Hoffenheim gegen Hertha BSC in Sinsheim hat das zuständige Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis maximal 100 Zuschauer zugelassen. Neben der Maskenpflicht seien dabei ein Test-, Impf- oder Genesenennachweis Voraussetzung, teilte die Behörde der Sportschau mit. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart dagegen rechnet man auf Sportschau-Anfrage aktuell nicht damit, dass der Inzidenzwert bis zum Wochenende eine zumindest teilweise Rückkehr erlaubt.

Auch die Gesundheitsbehörden in Frankfurt und Bremen teilten mit, dass die Eintracht gegen SC Freiburg und Werder gegen Borussia Mönchengladbach noch vor leeren Rängen spielen müssen.

Kiel verzichtet freiwillig auf mögliche Fan-Rückkehr

Zweitligist Holstein Kiel verzichtet in seinem letzten Saisonspiel gegen Darmstadt 98 auf eine mögliche Fan-Unterstützung. "Auch wenn im Rahmen eines Modellprojekts eine begrenzte Anzahl von Zuschauern erlaubt sein könnte, werden wir unser letztes Heimspiel gegen Darmstadt 98 in der gewohnten Art und Weise wie in den vergangenen sieben Monaten im Holstein-Stadion austragen", sagte Klubchef Steffen Schneekloth. Die Kieler können am Sonntag im Spiel gegen die Hessen erstmals in die Bundesliga aufsteigen.

"Weder sollte der Profifußball für sich eine Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren. Denn auch in anderen Veranstaltungsbranchen sind derzeit keine Zuschauer zugelassen. Noch möchte die KSV Holstein eine Bevorzugung gegenüber anderen Sportvereinen im Land erfahren", erklärte Schneekloth im NDR.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nannte die Entscheidung "Ausdruck großer Verantwortung der Vereinsführung". "Bei allem Verständnis für die Euphorie, die Holstein mit seinen sensationellen Leistungen auch bei mir ausgelöst hat - wir müssen noch behutsam sein und dürfen weitere Öffnungen nicht überstürzen", sagte der Regierungschef in der Landeshauptstadt. Das Ziel sei es, alle Stadien in der kommenden Saison wieder für Fans zu öffnen.

dpa/red | Stand: 18.05.2021, 18:49

Darstellung: