Tönnies: Rheinisches Quartett plädiert für zweite Chance

Friedhel Funkel

Tönnies: Rheinisches Quartett plädiert für zweite Chance

  • Bundesliga-Vertreter unterstützen Clemens Tönnies
  • Fortuna-Coach Funkel: "Er wird ja regelrecht geschlachtet"
  • Rolfes (Bayer): Nach Fehlern müsse es auch weitergehen können

Der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies von Schalke 04 hat nach seinen rassistischen Aussagen Unterstützung von prominenten Vertretern aus der Bundesliga erhalten. Friedhelm Funkel, Trainer von Fortuna Düsseldorf, hielt ein flammendes Plädoyer für eine zweite Chance für Tönnies, die ebenfalls anwesenden daneben sitzenden Sportdirektoren Max Eberl (Borussia Mönchengladbach), Armin Veh (1. FC Köln) und Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) nickten zustimmend.

Die prominenten Bundesliga-Vertreter verurteilten zwar die rassistischen Aussagen des Schalker Aufsichtsratschef, sie befürworteten allerdings eine Rückkehr des milliardenschweren Unternehmers nach der selbst verordneten dreimonatigen Auszeit.

Funkel: "Müssen alle ein bisschen runterkommen"

"Clemens hat eine Aussage getätigt, die nicht geht. Er hat sich in der Wortwahl vergriffen. Was jetzt mit ihm gemacht wird, halte ich nicht für in Ordnung. Er wird ja regelrecht geschlachtet", sagte Trainer Friedhelm Funkel von Fortuna Düsseldorf beim Fußball-Gipfel der Rheinischen Post (Dienstag, 13.08.2019).

Tönnies habe einen "schweren Fehler" gemacht. Diesen Fehler habe er "eingestanden und sich entschuldigt", so Funkel: "Es bringen Leute mit einem Samurai-Schwert Menschen um. Da wird zwei Tage drüber berichtet, dann ist es vergessen. Wir müssen alle ein bisschen runterkommen."

Zustimmung erhielt Funkel von Max Eberl, Armin Veh und Simon Rolfes. "Er hat etwas gesagt, was man nicht sagen soll. So etwas sagt man nicht, und das weiß er. Wenn ein Satz sein ganzes Leben kaputt macht und er nicht mehr auftreten kann, dann ist das maßlos übertrieben", sagte Manager Veh vom 1. FC Köln.

Eberl: "Man muss Menschen Möglichkeit geben, wieder aufzustehen"

Sportdirektor Eberl von Borussia Mönchengladbach betonte, dass "die Empörung auch bei uns da war". Man müsse einem Menschen die Möglichkeit geben, "wieder aufzustehen." Leverkusens Sportdirektor Rolfes pflichtete ihm bei. "Wenn man Fehler macht, muss es auch weitergehen können", sagte der Ex-Nationalspieler.

Ehrenrat: Tönnies wurde suspendiert

Sportschau 09.08.2019 00:40 Min. Verfügbar bis 09.08.2020 Das Erste

Tönnies hatte bei der Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn eine Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" gehalten. Der Schalke-Boss empfahl dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Tönnies hatte sich danach entschuldigt und angekündigt, seinen Posten drei Monate ruhen zu lassen. Der Ehrenrat des FC Schalke war jüngst zu dem Schluss gekommen, dass Tönnies mit seinen Äußerungen gegen das Diskriminierungsverbot des Vereins verstoßen habe. Das Gremium sei zu dem Ergebnis gelangt, dass der Vorwurf des Rassismus gegen Tönnies unbegründet sei, hieß es.

sid | Stand: 13.08.2019, 12:40

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