DFB-Ethikkommission verzichtet auf Verfahren gegen Tönnies

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies

Rassismus-Vorwurf

DFB-Ethikkommission verzichtet auf Verfahren gegen Tönnies

Die DFB-Ethikkommission verzichtet auf ein Verfahren gegen den Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wegen dessen umstrittener Äußerungen.

Das teilte das Gremium am Donnerstag (29.08.2019) mit. Die Ethikkommission missbilligte allerdings die Äußerungen von Tönnies und wertete sie auch als "rassistisch". Tönnies' Aussagen seien ein Verstoß gegen die Grundsätze aus der Satzung des DFB. Es werde allerdings kein Verfahren eröffnet, "da Herr Tönnies bei der eingehenden Anhörung und Befragung überzeugend vermitteln konnte, dass er kein Rassist ist", hieß es in einer Stellungnahme der Ethikkommission.

Der 63 Jahre alte Fleischfabrikant Tönnies hatte vor gut einem Monat als Festredner beim "Tag des Handwerks" in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, so Tönnies: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Rassismus-Vorwurf: Ethik-Kommission verzichtet auf Verfahren gegen Tönnies

Sportschau 29.08.2019 00:33 Min. Verfügbar bis 29.08.2020 ARD

Für seine Aussagen hatte er sich später entschuldigt und sie selbst als "töricht" bezeichnet. Sein Amt als Aufsichtsratschef lässt er für drei Monate ruhen.

Tönnies kündigte an, sich in Zukunft stärker gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren zu wollen. "Die Entscheidung und die Wertungen der Ethik-Kommission akzeptiere ich in jeder Weise und aus vollem Herzen", heißt es in seiner Stellungnahme. Auch seinen "Einsatz für den afrikanischen Kontinent" werde er verstärken, versprach Tönnies.

dpa/sid | Stand: 29.08.2019, 12:42

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