Der nächste Neustart für Durm und Schürrle

Andre Schürrle (l.) und Erik Durm (r.)

Weltmeister von 2014 suchen ihr Glück

Der nächste Neustart für Durm und Schürrle

Von Christian Hornung

Der Assist zum Weltmeistertreffer von Mario Götze 2014 in Brasilien wird André Schürrle immer erhalten bleiben. Sein Fußballglück sucht er seitdem ebenso wie sein damaliger Kader-Kollege Erik Durm vergeblich. Jetzt stehen beide vor dem nächsten Neustart.

Sie haben beide eine Vergangenheit in Mainz, sie haben lange bei Borussia Dortmund gespielt, sie sind beide Weltmeister und zuletzt sind sie sich auch noch in der Premier League begegnet - und beide abgestiegen.

Es gibt einige Parallelen in den Karrieren von André Schürrle und Erik Durm, aber auf eine der vielen Gemeinsamkeiten würden sie neben den Abstiegen mit dem FC Fulham und Huddersfield Town vermutlich sehr gerne verzichten: Schürrle und Durm haben bei weitem nicht das aus ihren Fähigkeiten herausgeholt, was vor fünf Jahren nach dem Triumph von Rio über Argentinien möglich schien.

Schürrles Ablösen waren weltmeisterlich

Wie groß die Erwartungen vor allem an Schürrle waren, zeigen allein die Ablösesummen, die die Klubs für ihn zahlten: Es begann mit 8,5 Millionen Euro, die von Leverkusen nach Mainz wanderten, es folgten 22 Millionen (Chelsea an Leverkusen), 32 Millionen (Wolfsburg an Chelsea) und nochmal 30 Millionen, die Dortmund an Wolfsburg zahlte.

Unglaubliche 92,9 Millionen Euro hat Schürrle an Transfererlösen eingespielt. 84 Pflichtspieltreffer in den diversen Wettbewerben haben seine Klubs dafür bekommen. Wenn man es so sehen möchte, kostete jedes Schürrle-Tor mehr als eine Million Euro, und dabei ist sein Gehalt nicht mitgerechnet.

Freigestellt für die Vereinssuche

Offiziell kehrt der Linksaußen nun nach dem beendeten Leihgeschäft mit Fulham zu Borussia Dortmund zurück, doch in der Bundesliga hat er wohl eher keine Zukunft: Er stieg beim BVB auch gar nicht erst ins Mannschaftstraining ein, sondern wurde für die Suche nach einem neuen Arbeitgeber freigestellt.

In diesem Fall gibt es zu Durm keine Parallele, denn der wird kommende Saison wieder deutsche Erstligaluft atmen: Eintracht Frankfurt hat ihn ablösefrei unter Vertrag genommen, und verspricht sich davon einiges: "Erik macht uns variabler. Er ist schnell und dynamisch und hat das Herz am rechten Fleck", sagt Trainer Adi Hütter.

"Starker Charaktertyp"

Ähnlich sieht es Sportvorstand Fredi Bobic: "Durm erweitert nicht nur unsere Möglichkeiten, er ist ein starker Charaktertyp und ein überragender Teamplayer. Er hat national wie international auf höchstem Niveau gespielt. Diese Erfahrungen sind ein großer Mehrwert für unsere Mannschaft."

Immerhin: Spielpraxis hat er. Durm absolvierte in Huddersfiel immerhin 30 Pflichtspiele, 21 Mal stand er in der Startelf. Und zeigte dabei jene Qualität, die ihm vielleicht sogar in seiner Laufbahn letztlich abträglich war: Er bewies seine Vielseitigkeit. Meist spielte er linker Verteidiger, manchmal aber auch rechter Verteidiger und ein paarmal im rechten und ein paarmal im linken Mittelfeld.

Vielseitigkeit vielleicht sogar ein Manko

Durm kann viel, aber dass er auch wirklich etwas richtig kann, etwas, das ihn für sein Team unentbehrlich macht - diesen Beweis muss er jetzt in Frankfurt antreten. In Huddersfield ist es ihm wie bei seinen Stationen zuvor nicht gelungen: Er blieb die komplette Saison über torlos, und nur ein einziger Assist beim 2:0 gegen die Wolverhampton Wanderers stand am Ende zu Buche.

Stand: 04.07.2019, 09:40

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