Sportschau am Samstag - die Bundesliga spricht über Solidarität, Olympia sucht nach Antworten

Der Sport und die Corona-Krise

Sportschau am Samstag - die Bundesliga spricht über Solidarität, Olympia sucht nach Antworten

Von Tim Beyer

Der Sport in Zeiten der Corona-Pandemie: Im Profifußball fürchten einige Vereine um das Überleben, andere spenden Millionen - was ist dran an der neuen Solidarität? Und wie geht es nach der Verschiebung ins Jahr 2021 weiter mit den Olympischen Spielen? Am Samstag ab 18 Uhr in der Sportschau.

Wenn sich am Dienstag (31.03.2020) Vertreter der 36 Profivereine unter dem Schirm der Deutschen Fußball-Liga zu einer Videokonferenz treffen, werden sie einiges zu besprechen haben. Es wird dann um die Spielzeit 2019/20 gehen, die wegen der Corona-Pandemie derzeit unterbrochen ist. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Vertreter der Klubs einer Empfehlung des DFL-Präsidiums folgen und zustimmen, den Spielbetrieb auch weiterhin und bis zum 30. April auszusetzen.

Und noch ist nicht klar, was anschließend passiert: Kann die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden? Dafür blieben dann - sollten viele Verträge nicht angepasst werden - nur noch die Monate Mai und Juni.

Für die Vereine ist das ein Dilemma, es ließe sich vereinfacht so zusammenfassen: Wenn nicht gespielt wird, fließen keine Fernsehgelder und auch die Zuschauereinnahmen bleiben aus, hier drohen gar Rückzahlungen, Stichwort: Dauerkarten. Und so ist eingetreten, was viele Menschen vor gar nicht allzu langer Zeit noch für gänzlich unmöglich gehalten hätten: Im deutschen Profifußball kämpfen Vereine um das Überleben. Sparen ist die Maxime, und Kurzarbeit oder auch Gehaltsverzicht sind mögliche Maßnahmen.

Die neue Solidarität in der Bundesliga?

Nun müssten auch im Fußball die "Stärkeren den Schwächeren helfen", sagt Herbert Hainer, der Präsident des FC Bayern München. Solidarität ist das Stichwort - und die vier deutschen Champions-League-Teilnehmer haben sich da etwas überlegt: Die Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen verzichten auf ihren Anteil aus noch nicht verteilten Medienerlösen der DFL (zusammen 12,5 Millionen Euro) und stocken diesen Betrag um 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln auf. Da liegen also plötzlich 20 Millionen Euro in einem Topf, der Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga helfen soll, wenn sie durch die Auswirkungen des Coronavirus in finanzielle Schieflage geraten sollten.

FCB-Präsident Hainer: "Die Stärkeren müssen den Schwächeren helfen" Sportschau 27.03.2020 01:10 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 Das Erste

"Diese Aktion unterstreicht, dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist", sagt Christian Seifert von der DFL. Vier Klubs, die zugunsten anderer auf Geld verzichten - ein Corona-Bundesliga-Soli, könnte man meinen. Doch ist das wirklich so? Und: Wie weit geht die Solidarität, wenn sich die finanzielle Krise ausweiten sollte? Auch darum wird es am Samstag (28.03.2020) ab 18 Uhr in der Sportschau gehen.

In Mainz kritisieren sie die Kommunikation

Natürlich könne das ein Ansatz sein, um die finanzielle Krise einiger Vereine ein wenig abzumildern, sagt Stefan Hofmann, der Vorstandschef von Mainz 05, im Interview mit der Sportschau: "Ich hätte mir aber eine andere Kommunikation gewünscht." Dass sie in Mainz davon aus der Zeitung davon erfahren haben, sagt Hofmann, das sei "nicht der Kommunikationsweg, den wir wählen sollten". Fraglich, ob sie in München oder Dortmund offen sind für Kritik dieser Art.

Mainzer Vorstand Hofmann: "Wir sind grundlegend liquide" Sportschau 27.03.2020 02:50 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 Das Erste

Olympia-Verschiebung: Bach in der Kritik und viele offene Fragen

Doch Sorgen, das sollte man in diesen Tagen nicht vergessen, hat in der Sportwelt nicht nur der Fußball. Der Sport pausiert, eigentlich überall auf der Erde. Ein Beispiel, das in diesen Tagen für Aufregung gesorgt hat: Die Olympischen Spiele sollten eigentlich in diesem Sommer in Tokio stattfinden, werden sie aber nicht - das weiß man mittlerweile. Sonst weiß man wenig. "Ich kann keine ideale Lösung versprechen", sagt Thomas Bach, der Präsident des IOC.

Die Olympia-Verschiebung war unvermeidlich, das hatten zunächst die Athleten eingesehen und irgendwann auch das IOC. Präsident Bach, der lange an dem ursprünglichen Termin festgehalten hatte, war wegen seiner Hinhaltetaktik zunehmend in die Kritik geraten. Die Sportausschussvorsitzende des Deutschen Bundestages sprach im Sportschau-Interview von "Führungsversagen".

Dagmar Freitag: "Das zweite Führungsversagen von Bach" Sportschau 28.03.2020 02:33 Min. Verfügbar bis 28.03.2021 Das Erste

Und nach der Verschiebung sind viele Fragen noch offen: Wird es 2021 Olympische Sommerspiele geben oder werden daraus Frühjahrsspiele? Und wer darf eigentlich teilnehmen? 57 Prozent der Athleten hatten das Ticket für Tokio schon sicher - nun muss geklärt werden, welche erfüllten Normen und Platzierungen noch Bestand haben. 

Und es gibt weitere Probleme. Ein Beispiel: das Olympische Dorf. Ob alle rund 11.000 Olympia-Starter, ihre Betreuer und später rund 4.400 Paralympics-Teilnehmer auch 2021 wie geplant in einem gemeinsamen Athletendorf wohnen können, ist unklar. Ein nicht unerheblicher Teil der über 5.000 Wohnungen ist bereits verkauft.

Stand: 28.03.2020, 10:30

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