Bundesliga - alles wie immer, nur anders halt

Freude bei Werder Bremen, Frust bei Schalke 04 und Hertha BSC

Bundesliga, 22. Spieltag

Bundesliga - alles wie immer, nur anders halt

In Bremen können sie nun Defensive. Die Statistik verheißt der Hertha den Abstieg. Und Augsburg will eine Serie unbedingt beenden. Alles Wichtige zu den Sontagsspielen des 22. Spieltags.

FC Augsburg - Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 13.30 Uhr)

Wie kurzlebig der Fußball ist, sieht man gerade sehr gut an Bayer 04 Leverkusen. Im Dezember war die Mannschaft von Peter Bosz noch Tabellenführer, doch in diesem Jahr läuft es einfach nicht: acht Ligaspiele, nur acht von 24 möglichen Punkten, Rang fünf.

Gerade hat Leverkusen in der Zwischenrunde der Europa League drei Tore gegen die Young Boys Bern erzielt und trotzdem verloren. Der Trainer Bosz sagte: "Das war amateurhaft."

Doch nach Bern ist eben auch vor Augsburg - und gegen den FCA spielt Leverkusen immer ganz besonders gerne. Bayer hat in der Bundesliga in 19 Spielen noch nie gegen Augsburg verloren. Für Heiko Herrlich wäre es gar nicht schlecht, sollte diese Serie nun enden.

Herrlich war mal Trainer in Leverkusen, Bosz wurde sein Nachfolger. Nun ist Herrlich in Augsburg, und er hat dort schon bessere Phasen erlebt: Sechs der sieben jüngsten Ligaspiele hat der FCA verloren.

Hertha BSC - RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr)

Für RB Leipzig sind es gerade seltsame Tage. Unter der Woche hat Leipzig in der Champions League ein Heimspiel gehabt, nur fand es im fast 800 Kilometer entfernten Budapest statt. Und dann hat RB sich durch vermeidbare Fehler beim 0:2 gegen Liverpool auch noch selbst um eine gute Ausgangslage gebracht.

Jetzt steht ein Auswärtsspiel in Berlin an, Entfernung: etwa 200 Kilometer. Tatsächlich aber hatte man zuletzt schon das Gefühl, dass RB Leipzig und Hertha BSC weit mehr als das trennt.

Leipzig hat vier der fünf jüngsten Ligaspiele gewonnen und ist gerade die einzige Mannschaft, die sich noch Bayern-Verfolger nennen darf. Die Hertha hingegen ist wieder da, wo sie eigentlich nie wieder hin wollte: im Tabellenkeller.

Seit sieben Spielen warten sie in Berlin nun schon auf einen Bundesliga-Sieg, kein Team wartet noch länger. Und dann ist da noch die Sache mit der Statistik: Viermal hatte Hertha nach 21 Spielen 18 oder weniger Punkte, am Ende stand immer der Abstieg.

1899 Hoffenheim - Werder Bremen (Sonntag, 18 Uhr)

Es ist noch gar nicht lange her, da war Land unter an der Weser. Orkantief "Sabine" hatte vor gut einer Woche auch Bremen erreicht, das Bundesamt für - Achtung! - Seeschifffahrt und Hydrographie, Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst meldete einen Wasserstand von 1,91 Meter über dem mittleren Hochwasser.

Wie dann einige Anwohner Sandsäcke schleppten, um ihre Keller zu sichern, und das Wasser doch noch immer einen Weg fand - da mag sich mancher Werder-Fan an die Bremer Defensive in der vergangenen Saison erinnert haben.

In der Saison 2019/20 hatte Werder Bremen 69 Gegentore kassiert, die zweitmeisten hinter Absteiger Paderborn. Der Trainer Florian Kohfeldt probierte viel, nur hatte er selten Erfolg. Heute ist Bremens Verteidigung längst nicht mehr so löchrig, sie gleicht eher einem Bollwerk: In den sieben Spielen im Jahr 2021 hat Werder nur sechs Gegentore kassiert - Ligabestwert, gemeinsam mit Wolfsburg.

Nun reisen die plötzlich so defensivstarken Bremer nach Sinsheim - zu jener Hoffenheimer Mannschaft, die gerade Probleme hat, an die sich Werder-Fans ungern erinnern: Schon 16 Gegentore in diesem Jahr, keine Mannschaft hat in der Bundesliga mehr kassiert.

red | Stand: 20.02.2021, 15:28

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