BVB gegen Mönchengladbach: Oje gegen Juhu

Enttäuschung gegen Euphorie: Lucien Favres BVB gegen Marcos Roses Gladbach.

Westduell am 8. Spieltag

BVB gegen Mönchengladbach: Oje gegen Juhu

Von Johannes Doerfert

Im Topspiel des Bundesliga-Samstags trifft eine verunsicherte Dortmunder Borussia auf die euphorisierte Borussia aus Mönchengladbach. Was darf man von der Partie erwarten?

Es ist der 15. August 2015, als das Eröffnungsspiel der neuen Bundesligasaison Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach heißt. Topspiel, Anstoß um 18:30 Uhr – und der BVB mit Neu-Trainer Thomas Tuchel deklassiert Gladbach beim 4:0-Heimsieg. Der damalige Fohlen-Trainer: Lucien Favre. Vier Spieltage und vier Niederlagen später gibt er seinen Job in Mönchengladbach auf.

An diesem Wochenende, 1.526 Tage später, wird Lucien Favre für Borussia Dortmund an der Seitenlinie stehen - wieder beim Duell gegen Borussia Mönchengladbach, wieder um 18:30 Uhr. Doch Favre steht unter Druck - und muss gegen seinen Ex-Verein um die Trendwende kämpfen.

Dortmund hinkt, Gladbach schwebt

Denn die bisherige Bundesliga-Bilanz ist für den selbsternannten Meisterschaftsanwärter unbefriedigend: Tabellenplatz acht, nur sechs Punkte aus den letzten fünf Spielen, zuletzt dreimal hintereinander 2:2. Dortmund hinkt den eigenen Erwartungen hinterher – steht aber in den nächsten Wochen vor zahlreichen Bewährungschancen: Nach dem Duell mit Gladbach folgt das Derby auf Schalke, anschließend geht es gegen starke Wolfsburger und Bayern München. Und dazwischen kommen in der Champions League Inter Mailand und erneut Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal. Wenn das mal keine Gelegenheiten für Favre sind, sich endlich auszuzeichnen.

Favre: "Das ist ein sehr schönes Programm" Sportschau 17.10.2019 00:36 Min. Verfügbar bis 17.10.2020 Das Erste

Ausgezeichnet läuft bislang die Spielzeit von Borussia Mönchengladbach. 16 Punkte in der Bundesliga, vier Siege in Folge, erstmals seit acht Jahren Tabellenführer – die Fohlen schweben auf einer Welle der Euphorie. Trainer Marco Rose konnte dem Team in kürzester Zeit seine Philosophie vermitteln: aggressiv pressen, schnell umschalten, intensiv in die Zweikämpfe gehen. Kluge Verstärkungen wie Breel Embolo oder Marcus Thuram fügen sich direkt ein, gegen den BVB wird nun auch Kreativspieler Lars Stindl nach fünfmonatiger Verletzungspause in den Kader zurückkehren.

Vieles spricht für einen BVB-Heimsieg

Und dennoch hat der Sensationsstart der Fohlen einen Beigeschmack. So war das Auftaktprogramm der Gladbacher "machbar": Die fünf Saisonsiege fuhr man gegen Mainz, Köln, Düsseldorf, Hoffenheim und Augsburg ein – keines dieser Teams steht aktuell in der oberen Tabellenhälfte. Gegen starke Mannschaften tat man sich bislang schwer: Gegen Schalke gab es einen Punkt, gegen Leipzig keinen. Und das 0:4-Heimdebakel in der Europa League gegen Provinzklub Wolfsberg offenbarte eklatante Schwächen. Oder war das nur ein Aussetzer?

Vieles spricht dafür, dass Dortmund dem Team von Marco Rose schon im anstehenden Heimspiel die zweite Bundesliganiederlage zufügt – und im eigenen Verein wieder etwas Ruhe einkehren lässt. Zum einen sind da die direkten Duelle: Dortmund gewann die letzten acht Bundesligapartien gegen Gladbach – das Borussen-Duell kommt Lucien Favre und seiner Mannschaft also gelegen. Und wenn der BVB die späten Gegentore aus den vergangenen Spielen abstellt, könnte auch die Ergebniskrise enden. Gladbach-Trainer Marco Rose sieht Dortmunds Situation jedenfalls nicht dramatisch: "Ich kann bei Dortmund keine Krise erkennen, sondern ich sehe Spiele, die sie zuletzt alle hätten für sich entscheiden können", so Rose.

Der BVB steht also vor Schicksalswochen und für die euphorisierten Gäste aus Gladbach dient das Duell zur Standortbestimmung.

Rose: "Ich kann keine Krise bei Dortmund erkennen" Sportschau 17.10.2019 00:36 Min. Verfügbar bis 17.10.2020 Das Erste

Stand: 18.10.2019, 09:19

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. M´gladbach1125
2.RB Leipzig1121
3.Bayern München1121
4.SC Freiburg1121
5.1899 Hoffenheim1120
 ...  
16.1. FSV Mainz 05119
17.1. FC Köln117
18.SC Paderborn 07114
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