RB Leipzig: Von Dönerfreunden und Elektro-Fans

Eckfahne in der Leipziger Arena

Vor dem 6. Bundesliga-Spieltag

RB Leipzig: Von Dönerfreunden und Elektro-Fans

RB Leipzig stellt gerade die Bundesliga auf den Kopf. Nicht nur das Leipziger Spiel ist ungewöhnlich - auch abseits des Fußballplatzes haben einige Spieler Besonderes zu bieten.

Gerettete Hunde, Sprints schneller als Usain Bolt, glutenfreies Essen in Kopenhagen, Dönerbuden-Besuche oder stundenlange Friseurbesuche sowie Elektro-Festivals gehören zum Alltag einiger RB-Spieler.

Ein etwas anderer Blick auf den Bundesliga-Tabellenführer:

Peter Gulasci

Peter Gulasci: Mit 83 Prozent gehaltener Bälle in dieser Spielzeit zählt er zum Spitzenpersonal auf der Torhüterposition in der Bundesliga. Aber was macht ihn so stark? Ist es die Gulaschsuppe von seiner geliebten Oma? Oder ist es der traditionelle Burrito aus der von ihm bevorzugten mexikanischen Küche?

Auch wenn er mit fünf Jahren schon Profi werden wollte - Fußball ist für Gulasci nicht alles. Zuhause bei ihm leben Emma und Gigi, zwei Mischlingshunde, die der 29-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Diana Vigh aus einem ungarischen Tierheim rettete.

Yussuf Poulsen

Yussuf Poulsen: Wer so viel läuft wie Poulsen, der muss topfit sein. Gesunde Ernährung ist dafür natürlich eine Voraussetzung. Und für den Angreifer ist das so wichtig, dass er im Kopenhagener Stadtteil Norrebro seit rund drei Jahren gleich zwei Cafés betreibt, in denen die Gäste glutenfreies Essen aus regionalen Produkten serviert bekommen.

Ob das mit der gesunden Ernährung auch schon so eine große Rolle spielte, als der Däne 2013 nach Leipzig kam und mit dem heutigen Bayern-Star Joshua Kimmich gemeinsam in einer Wohngemeinschaft lebte? Das dürfte das Geheimnis der beiden Profis bleiben.

Timo Werner

Timo Werner: Wer den 23-Jährigen in Leipzig mal privat treffen möchte, der könnte an trainingsfreien RB-Tagen in einem Dönerladen in der Lepziger Innenstadt fündig werden. "Wenn ich einen Tag frei habe, möchte ich nicht auch noch an diesem Tag Dinkel-Nudeln essen", sagte der Nationalstürmer jüngst.

Einige Besiktas-Istanbul-Fans hatten jedenfalls schon das Vergnügen, als sie mit Werner nach einem Champions-League-Spiel gegen den türkischen Verein in dem Imbiss ein Foto machten. Aber auch in den Leipziger Schuhgeschäften könnte man das Glück haben, Werner zu treffen - er sammelt nicht nur Tore, sondern auch Treter jedweder Art.

Lukas Klostermann

Lukas Klostermann: Wenn der Vater Hürdensprinter ist, was liegt dann näher, als dass der Sohnemann auch mal ausprobiert, wie schnell er ist. Bei den Klostermanns hat Filius Lukas jedenfalls ordentlich Sprinter-Gene abbekommen: Er soll die ersten 30 Meter in 3,72 Sekunden laufen - und wäre damit sogar schneller als der ehemalige Sprint-Superstar Usain Bolt.

"Ich habe früher auch neben dem Fußball Leichtathletik gemacht und war immer ein guter Sprinter", erzählt der 23-Jährige. Zwischen 2006 und 2009 nahm er vier Mal am bundesweiten Wettbewerb "Deutschland sucht den Supersprinter" im Rahmen des ISTAF im Berliner Olympiastadion teil - und vier Mal wurde er Erster.

Schnell im Kopf ist Klostermann übrigens auch. Der Nationalspieler studiert neben seinem Fußballjob Wirtschaftswissenschaften an einer Fern-Uni.

Philipp Tschauner

Philipp Tschauner: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler und sein Trainer mal gemeinsam in einer Profimannschaft gespielt haben, tendiert normalerweise gegen Null. Bei RB Leipzig ist dieses seltene Schauspiel aber Realität. Der dritte Torhüter Tschauner und Coach Julian Nagelsmann haben ein Jahr bei 1860 München II gespielt. Damals, vor 13 Jahren, in der bayerischen Regionalliga.

"Ich weiß noch, dass er viel verletzt war und ein paarmal eingewechselt wurde. Er hat gern dazwischengehauen", erinnert sich Tschauner. Der Keeper (33 Jahre) ist übrigens auch ein Jahr älter als sein Vorgesetzter (32). Nagelsmann hat Tschauner als dritten Torhüter in die Messestadt geholt. Die größere (Lebens-) Erfahrung verhilft dem Torhüter dann aber wohl auch nicht zu mehr Einsätzen.  

Kevin Kampl 2014

Kevin Kampl: An Freizeit mangelt es Fußballprofis ja bekanntlich zumeist nicht. Kampl weiß diesen Freiraum auch zu nutzen. Der Mittelfeldspieler macht dann Musik. Seinen Keller hat er ausgebaut, ein extra angefertigtes Mischpult inklusive einer Bar wurden dort eingebaut. Der Musik-Style: Elektro. Auch bei Festivals ist Kampl anzutreffen, gerne auf Ibiza, wo jedes Jahr eines dieser Party-Events stattfindet.

Und wenn noch etwas Zeit übrig bleibt, geht der 28-Jährige auch gerne angeln. Und wenn er noch mehr entspannen muss, ist Kampl gerne beim Friseur. "Manche schalten ab beim Golfen, ich beim Friseur. Ich gehe leidenschaftlich gerne hin", sagt Kampl. Manchmal bis zu drei Stunden.

Nordi Mukiele

Nordi Mukiele: Einen außergewöhnlichen Geschmack zu haben, ist nichts Verwerfliches. Wenn dieser dann auch noch hilft, die persönliche Form zu verbessern, umso besser. Dass der Koch für die Zubereitung extra aus New York eingeflogen werden muss, ist allerdings ungewöhnlich. Eddie Omari-Rivers wurde eigens aus der Weltmetropole eingeflogen und bereitete Mukiele Lachs mit Süßkartoffelmus und Tapioka-Gemüse zu - und hat dem 21-Jährigen damit neue Energie geben.

Dabei trifft es sich ganz gut, dass Omari-Rivers ganz nebenbei auch noch Personal-Trainer ist und den jungen Franzosen auch noch für die erste Elf fit gemacht hat.

Nagelsmann vor Duell mit Schalke: "Respekt ist identisch groß" Sportschau 26.09.2019 01:56 Min. Verfügbar bis 26.09.2020 Das Erste

Stand: 27.09.2019, 09:00

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