Stuttgart stürzt in die 2. Liga ab

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 3:1

Stuttgart stürzt in die 2. Liga ab

Auch beim VfL Wolfsburg ging nichts mehr: Der VfB Stuttgart ist zum zweiten Mal nach 1975 aus der Bundesliga abgestiegen.

Leidenschaftslos, ohne echte Gegenwehr und spielerisch arm präsentierte sich der VfB bei seiner vorerst letzten Bundesliga-Vorstellung. Die Schwaben müssen nach einer katastrophalen Pleitenserie zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Stuttgart verlor durch das 1:3 (0:2) beim VfL Wolfsburg das sechste Spiel in Serie. Im März scheinbar schon gerettet, steigt der VfB völlig zu Recht ab.

Dutt: "Bitterster Moment meiner Karriere"

VfB-Sportvorstand Robin Dutt sprach vom "bittersten Moment meiner Karriere". Wie es mit den Stuttgarter Verantwortlichen weitergeht, ist zurzeit offen. "Es ist jetzt noch viel zu früh, darüber etwas zu sagen", meinte VfB-Präsident Bernd Wahler. "Heute ist kein Moment, um über die Zukunft zu sprechen. Mit mir persönlich müssen wir uns heute nicht auseinandersetzen", kommentierte Trainer Jürgen Kramny die Situation. Medienberichten zufolge ist die Zukunft aller drei beim VfB fraglich. Zumindest Dutt will nicht ohne weiteres freiwillig hinwerfen: "Nur dann, wenn ich mich alleine fühle."

Eigene Voraussetzung nicht geschaffen

Maximilian Arnold (11.) und André Schürrle (29./90.+2) sorgten dafür, dass sich die Wolfsburger anständig aus ihrer enttäuschenden Saison verabschiedeten. Stuttgarts Daniel Didavi (78.) gelang das zwischenzeitliche 1:2. Ohnehin standen die Chancen für den VfB schon vor der Begegnung schlecht. Nur bei einem Sieg und Schützenhilfe der direkten Abstiegskonkurrenten Bremen und Frankfurt hätte noch der Sprung auf den Relegationsplatz gelingen können.

VfB ohne Mut zum Risiko

Stuttgarts Trainer Kramny änderte seine Startelf auf insgesamt vier Positionen und musste unter anderem auf Kevin Großkreutz verzichten. Der Neuzugang, von den Fans bis zuletzt gefeiert, kam wegen Oberschenkelproblemen nicht zum Einsatz. Im Team von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking fehlten Mittelfeldspieler Luiz Gustavo (persönliche Gründe) und Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (Rückenprobleme). "Ich glaube, die Taktik ist nicht so entscheidend, sondern der Mut auf dem Platz", hatte der umstrittene VfB-Sportchef Dutt erklärt - doch davon war so gut wie nichts zu sehen. Nach nur elf Minuten gab es den ersten Rückschlag. Nach einer Flanke von Marcel Schäfer nutzte Arnold Abstimmungsprobleme in der VfB-Abwehr und traf aus kurzer Distanz zum 1:0.

Wolfsburg nimmt die Partie ernst

Ohnehin machten die Wolfsburger nicht den Eindruck, sich den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen zu müssen. In der Defensive unterbanden sie früh die Angriffsbemühungen der Gäste, in der Offensive blieben sie mit Pässen in die Schnittstelle gefährlich. Kruse alleine vor Mitchell Langerak (15.) hatte bereits die Chance auf das 2:0 - nach einem Konter machte es dann Schürrle besser und traf.

Harnik trifft die Latte

Hatten die mitgereisten Fans ihre Mannschaft bis dahin lautstark unterstützt, herrschte nun im Gästeblock Stille. Auch bis zur Pause blieben die Gastgeber die bessere Mannschaft, der VfB wurde mit dem Druck einfach nicht fertig. Paul Seguin scheiterte an Langerak (44.), wenig später hatten die Gäste auch noch Pech. Der früh eingewechselte Martin Harnik traf nach einem Konter die Latte.

Stuttgarter Fans sauer

In der zweiten Halbzeit begannen die Stuttgarter etwas offensiver, der VfL zog sich zurück und lauerte auf Konter. Wirklich viel gelang den Gästen nicht. Mit einem Plakat "Keine Ahnung, keine Planung, kein Konzept! Vorstand raus!" machten die VfB-Anhänger ihrem Unmut Luft. Alexandru Maxim (85.) scheiterte noch mit einem Freistoß aus 18 Metern an VfL-Keeper Koen Casteels. Kurz darauf war das Kapitel Bundesliga für den VfB erst einmal erledigt.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 34. Spieltag 2015/2016

Samstag, 14.05.2016 | 15.30 Uhr

Wappen VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg

Casteels – Vieirinha, Naldo, Dante, Schäfer – Guilavogui – Caligiuri (70. Träsch), Seguin (73. Draxler), Arnold, Schürrle – Kruse (64. Dost)

3
Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Langerak – M. Zimmermann (76. Maxim), Schwaab, Baumgartl, Insua – Gentner, Rupp – Werner (32. Harnik), Didavi, Kostic – Krawez (46. Taschtschi)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Arnold (11.)
  • 2:0 Schürrle (29.)
  • 2:1 Didavi (78.)
  • 3:1 Schürrle (90.+2)

Strafen:

  • gelbe Karte Kruse (3 )
  • gelbe Karte Kostic (5 )
  • gelbe Karte Dante (4 )
  • gelbe Karte Schwaab (3 )

Zuschauer:

  • 30.000

Schiedsrichter:

  • Manuel Gräfe (Berlin)

Stand der Statistik: Samstag, 14.05.2016, 17:34 Uhr

red/dpa/sid

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18.SC Paderborn 0781
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