Stuttgart siegt in Überzahl gegen Freiburg

Daniel Ginczek jubelt nach seinem Tor gegen den SC Freiburg

VfB Stuttgart - SC Freiburg 3:0

Stuttgart siegt in Überzahl gegen Freiburg

Von Robin Tillenburg

Der VfB Stuttgart hat sich im Abstiegskampf durch einen 3:0-Sieg über den SC Freiburg ordentlich Luft verschafft und ist erst einmal im Mittelfeld der Bundesliga angekommen. Die Freiburger rangieren weiterhin einen Zähler vor dem Relegationsplatz.

Daniel Ginczek traf am Sonntag (29.10.2017) vor ausverkauften Rängen zur Führung für die Gastgeber (38. Minute), Benjamin Pavard erhöhte in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs (45. + 3), Simon Terodde traf zum Endstand (82.). Caglar Söyüncü hatte aufseiten der Freiburger früh die Rote Karte gesehen (12.). Stuttgart bleibt damit auch im fünften Heimspiel der laufenden Spielzeit ohne Niederlage.

Fragwürdiger Platzverweis

Die Partie begann mit vielen Zweikämpfen, kaum Strafraumszenen und wenig Spielfluss. Den ersten Höhepunkt und Aufreger gab es aber dennoch schon in der 12. Spielminute, als Schiedsrichter Tobias Stieler die Partie plötzlich unterbrach und auf Hinweis des Videoschiedsrichters Felix Zwayer und nach eigener Konsultation der Bilder ein Handspiel von Freiburgs Abwehrchef Söyüncü im Laufduell mit Ginczek mit einem Platzverweis ahndete. "Ich bin sprachlos, kann gar nichts sagen. Wir haben gut angefangen, alles lief in unsere Richtung. Dann die Rote Karte - es ist langsam ein bisschen absurd, was alles zusammenkommt. Ich hatte gehofft, dass der Videobeweis für mehr Gerechtigkeit sorgt. Ich verstehe nicht, was mit uns gemacht wird, ich bin fassungslos", meinte Freibugs Trainer Christian Streich.

Söyüncü war zwar letzter Mann und spielte den Ball einige Meter vor dem Strafraum definitiv mit dem Arm, doch erfolgte das Handspiel wohl auch bedingt durch den intensiven Körperkontakt mit dem Stuttgarter Angreifer - eine mindestens fragwürdige Entscheidung. Die Verantwortlichen des SC waren außer sich. Auch weil die Unterbrechung erst etwa eine Minute nach der fraglichen Szene erfolgte und der Status einer verhinderten klaren Torchance ebenfalls zumindest Auslegungssache war. Die Emotionen waren spätestens jetzt drin in diesem Derby. Ginczek meinte zur fraglichen Szene: "Wenn er die Hände nicht dazunimmt, laufe ich alleine aufs Tor."

Hannes Wolf: "Wir sind hochzufrieden"

Sportschau | 29.10.2017 | 01:35 Min.

Zwei Özcan-Vorlagen

Die Gäste zogen sich in Unterzahl nun natürlich weiter zurück und versuchten, die Stuttgarter möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Das gelang allerdings zunächst nur bedingt. Der am Anfang auffällige Chadrac Akolo scheiterte mit einem Kracher vom Strafraumrand und einem Kopfball innerhalb von nicht einmal sechzig Sekunden gleich doppelt am starken Alexander Schwolow im Tor der Breisgauer (24.). Der VfB belagerte die Gäste jetzt, probierte es aber zumeist erfolglos über hohe Flanken und Abschlüsse aus der Distanz, weil die Freiburger den Sechzehner selbst eben mit beinahe allen Feldspielern verteidigten.

So richtig gefährlich wurde es daher auch erst wieder beim Führungstreffer in der 38. Minute. Berkay Özcan ließ Pascal Stenzel links im Strafraum schlecht aussehen und fand mit seiner Hereingabe den linken Fuß von Ginczek, der die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie beförderte. Die Stuttgarter bewiesen nun große Effektivität. Denn auch die nächste Torgelegenheit resultierte in einem Treffer. Wieder war Özcan der Vorbereiter - die Freistoßflanke des Youngsters fand den Kopf von Pavard, der den Ball ins lange Eck verlängerte (45. + 3).

Ereignisarmer zweiter Durchgang

In der zweiten Halbzeit merkte man, dass die Freiburger bei Ballgewinnen zumindest versuchen wollten, Entlastungsangriffe zu fahren. Streich hatte seiner Truppe eine etwas aggressivere und aktivere Spielweise verordnet. Der VfB war hingegen bemüht, die Ballverluste auf ein Minimum zu beschränken und hielt die Kugel daher zumeist in den eigenen Reihen, ohne Torgelegenheiten herauszuspielen. Damit konnte Trainer Hannes Wolf überhaupt nicht zufrieden sein, sein Team hatte die Gäste somit zumindest ein bisschen zurück in die Partie gebracht. Torchancen hatten aber auch die nicht. Die zweite Hälfte war schwere Kost.

Es dauerte bis zur 75. Spielminute, ehe die Zuschauer die erste echte Torchance dieses Spielabschnitts zu sehen bekamen - und die hatten die Gäste. Der eingewechselte Ryan Kent zielte nach Doppelpass mit Janik Haberer links im Strafraum aber nicht genau genug. Der Anschlusstreffer hätte der Partie noch einmal etwas mehr Schwung verleihen können. Stattdessen war es auf der anderen Seite der eingewechselte Terodde, der nach einem verunglückten Distanzschuss von Santiago Ascacibar frei vor Schwolow mit links vollendete (82.). Der VfB blieb zumindest gnadenlos effektiv.

Stuttgart reist nächste Woche zum Hamburger SV und kann sich dort vor der Länderspielpause möglicherweise noch deutlicher aus der unteren Tabellenregion befreien, muss aber dafür seine Auswärtsschwäche überwinden. Freiburg hat in der Defensive nun arge Personalsorgen und empfängt den FC Schalke 04. "Jetzt wird es natürlich schwierig für uns", meinte auch Streich.

Fußball · Bundesliga · 10. Spieltag 2017/2018

Sonntag, 29.10.2017 | 18.00 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Zieler – Beck, Baumgartl, Pavard, Insua – Ascacibar, Burnic (85. Grgic) – Asano, Akolo (73. Ferreira Silva), B. Özcan – Ginczek (67. Terodde)

3
Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – R. Koch, J. Schuster, Söyüncü – P. Stenzel, Frantz, Höfler, Günter – Haberer (75. Petersen), Niederlechner (46. Kath), Terrazzino (46. Kent)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Ginczek (38.)
  • 2:0 Pavard (45.)
  • 3:0 Terodde (82.)

Strafen:

  • gelbe Karte Burnic (1 )
  • rote Karte Söyüncü (12./Handspiel)
  • gelbe Karte Ascacibar (5 )
  • gelbe Karte Beck (2 )

Zuschauer:

  • 58.872

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

Stand: Sonntag, 29.10.2017, 19:53 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Tore 3 0
Schüsse aufs Tor 6 0
Ecken 6 0
Abseits 4 1
gewonnene Zweikämpfe 71 82
verlorene Zweikämpfe 82 71
gewonnene Zweikämpfe 46,41 % 53,59 %
Fouls 13 10
Ballkontakte 821 420
Ballbesitz 66,16 % 33,84 %
Laufdistanz 115,13 km 109,88 km
Sprints 182 178
Fehlpässe 60 45
Passquote 90,92 % 81,71 %
Flanken 17 2
Alter im Durchschnitt 24 Jahre 25,4 Jahre

Stand: 29.10.2017, 20:14

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. Dortmund820
2.Bor. M´gladbach817
3.Werder Bremen817
4.Bayern München816
5.RB Leipzig815
 ...  
16.FC Schalke 0486
17.VfB Stuttgart85
18.Fort. Düsseldorf85
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