Energieleistung: Bremen sendet Lebenszeichen gegen Freiburg

Die Bremer nach dem Führungstor durch Leonardo Bittencourt (l.)

SC Freiburg - Werder Bremen 0:1

Energieleistung: Bremen sendet Lebenszeichen gegen Freiburg

Von Robin Tillenburg

Werder Bremen hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga durch einen Auswärtssieg beim SC Freiburg ein Lebenszeichen gesetzt, musste dafür aber extrem hart arbeiten.

Durch das 1:0 (1:0) bleibt Werder zwar Vorletzter, hat aber den Abstand auf Fortuna Düsseldorf auf Rang 16 erst einmal auf zwei Zähler verkürzt. Freiburg steht weiterhin bei 37 Punkten und verpasste den Sprung auf Rang sechs. Leonardo Bittencourt (19. Minute) erzielte das goldene Tor für die Bremer. Sein Teamkollege Philipp Bargfrede (89.) sah kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte.

Die von Trainer Florian Kohfeldt jüngst geforderte Kampf-Bereitschaft lieferten seine Spieler über die vollen 96 Minuten, insgesamt hätte sich Werder aber gegen gefällige und spielerisch stabilere Gastgeber auch keinesfalls über ein 1:1 beschweren dürfen. Sportclub-Trainer Christian Streich sah das ähnlich: "Wir haben uns voll fokussiert, sodass wir ein gutes Spiel machen können. Und das ist uns auch zu großen Teilen gelungen."

Bittencourt beim Konter eiskalt

In einer intensiven und ausgeglichenen Anfangsphase hatten die Freiburger die erste gute Chance. Roland Sallai verfehlte nach 17 Minuten mit einem Rechtsschuss nur knapp das Bremer Tor. Keine zwei Minuten später machte es Bittencourt bei einem Konter auf der anderen Seite einen Hauch genauer. Nach einem langen Ball von Davy Klaassen traf der 26-Jährige mit einem strammen Flachschuss von halbrechter Position ins linke Eck.

Freiburg zeigte sich davon unbeeindruckt und ging weiter mit aggressivem Pressing zu Werke. Ein weiterer Schuss von Sallai (25.) und eine gute Gelegenheit für Lucas Höler, bei der Theodor Gebre Selassie in letzter Sekunde sein Bein in die Schussbahn stellen konnte (26.), waren die nächsten aussichtsreichen Gelegenheiten. Tore fielen aber bis zum Seitenwechsel nicht mehr, obwohl gerade die Breisgauer sichtbar darum bemüht waren und etwas mehr vom Spiel hatten. Werder hielt dagegen und rettete den knappen Vorsprung in die Pause.

Freiburgs Petersen: "Für uns ärgerlich"

Sportschau 23.05.2020 01:49 Min. Verfügbar bis 23.05.2021 ARD Von Detlev Lindner


Freiburg drängt, Bremen rührt Beton an

Im zweiten Durchgang bot sich den knapp 300 Menschen im Stadion ein ähnliches Bild: Freiburg war aktiver, trieb das Offensivspiel an, kam aber gegen disziplinierte Gäste nur selten zu echten Chancen. Bremen selbst indes beschränkte die Angriffsbemühungen auf wenige Nadelstiche und konnte sich dann bei Torhüter Jiri Pavlenka bedanken, der nach einer guten Stunde einen strammen Distanzschuss von Nicolas Höfler entschärfte. Einige weitere Versuche vom agilen Sallai endeten ebenfalls entweder beim Tschechen im Bremer Kasten oder gingen knapp vorbei.

Kohfeldt ließ seine Spieler gegen Freiburger Powerplay dann in der Schlussphase endgültig nur noch grün-weißen Beton anrühren. Der hielt, aber nur so gerade: Ein Tor von Manuel Gulde in der 90. Minute wurde nach Intervention des Videoschiedsrichters wegen einer Abseitsposition in der Entstehung zu Recht nicht gegeben. Bargfrede hatte kurz zuvor nach einem Foul an Höler die Gelb-Rote Karte gesehen. Mit der allerletzten Aktion hielt Pavlenka dann erneut den Dreier fest, indem er einen Volleyschuss von Nils Petersen entschärfte.

Bremen jetzt gegen Mönchengladbach

"Ich muss zugeben, dass ich mich nach dem Spiel erst einmal ganz kurz hinsetzen musste", meinte ein erleichterter Kohfeldt in der Sportschau und nannte den Sieg in der Pressekonferenz, genau wie Kollege Streich, "glücklich", lobte aber den Kampfgeist seines Teams. "Für Bremen ist das ein wahnsinnig wichtiger Sieg, für uns ist das natürlich ärgerlich, dass wir verpasst haben, noch einen Schritt nach vorne zu machen", fasste Freiburgs Petersen noch einmal zusammen.

Kohfeldt: "Waren nach Montag gefühlt weg" Sportschau 23.05.2020 00:49 Min. Verfügbar bis 23.05.2021 Das Erste

Freiburg muss am Dienstag bei Eintracht Frankfurt ran, Bremen empfängt Borussia Mönchengladbach.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 27. Spieltag 2019/2020

Samstag, 23.05.2020 | 15.30 Uhr

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – Schmid, R. Koch, Gulde, Günter – Sallai (81. Kwon), Haberer (71. Abrashi), Höfler, Grifo – Höler, Petersen

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Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl (82. Lang) – Klaassen, Vogt (35. Bargfrede), M. Eggestein – Bittencourt (63. Bartels), Rashica (82. Selke) – Sargent (63. Osako)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Bittencourt (19.)

Strafen:

  • gelbe Karte Friedl (8 )
  • gelbrote Karte Bargfrede (88./Wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter:

  • Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Teammanager Barten (Bremen) sieht wegen unsportlichen Verhaltens die Gelbe Karte (68.). Tor von Gulde (Freiburg) nach Videobeweis (Abseits) zurückgenommen (90.+1).

Stand der Statistik: Samstag, 30.05.2020, 00:25 Uhr

Stand: 23.05.2020, 19:27

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