Freiburg verpasst harmlosen Kölnern eine Klatsche

Jubel beim SC Freiburg und Enttäuschung bei Kölns Jorge Merè (r.)

SC Freiburg - 1. FC Köln 5:0 (2:0)

Freiburg verpasst harmlosen Kölnern eine Klatsche

Der Höhenflug des SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga geht weiter. Am 15. Spieltag schoss das Team von Christian Streich den 1. FC Köln mit 5:0 (2:0) aus dem eigenen Stadion und feierte damit den fünften Sieg in Serie - Vereinsrekord!

Ermedin Demirovic (18.), Nicolas Höfler (39.), Roland Sallai (59.), Philipp Lienhart (69.) sowie Lucas Höler (79.) trafen bei dem Geisterspiel in Freiburg für die Hausherren. Für die Kölner war es eine Demütigung: Der FC agierte in der Defensive erschreckend fehleranfällig und fand offensiv so gut wie gar nicht statt.

Freiburg lauert geduldig auf Kölner Fehler

Dabei hatte Coach Markus Gisdol erstmals in dieser Saison Stürmer Anthony Modeste in seine Startelf berufen. Der Franzose sollte dem Angriff der Kölner mehr Wucht verleihen, blieb aber bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute ohne Torchance und so gut wie unsichtbar.

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Köln überließ Freiburg von Beginn an die Initiative und zog sich in die eigene Hälfte zurück. Die Hausherren kombinierten gefällig, ohne ein allzu hohes Tempo anzuschlagen, vielmehr lauerten sie geduldig auf die Fehler der Gäste. Die Folge: kaum gefährliche Torraumszenen in der ersten Viertelstunde.

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Das änderte sich nach einem starken Pass von Sallai aus dem Mittelfeld auf Demirovic - und den ersten folgenreichen Fehlern der Kölner: FC-Keeper Timo Horn kam nicht konsequent genug aus seinem Tor und verlor das Duell mit Demirovic, der den aufsteigenden Ball aus knapp elf Metern ins leere Tor köpfte. Abwehrspieler Jorge Meré sah dabei mehr und weniger zu.

Erster Kölner Torabschluss nach einer halben Stunde

Das Gegentor brachte die Kölner aus dem Konzept, die Schwächen der Abwehr gegen die hoch anlaufenden Freiburger wurden immer deutlicher. Und der SC blieb gefährlich: Ein Schuss von Baptiste Santamaria streifte knapp am Pfosten vorbei (28.). Erst nach rund einer halben Stunde fingen sich die Gäste wieder. Marius Wolff kam sogar zu einem ersten Torabschluss (33.) - es sollte aber der einzige in der ersten Hälfte bleiben.

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Dafür trafen die Freiburger erneut - diesmal nach einem fahrlässigen Ballverlust von Salih Özcan, der sich die Kugel vor dem eigenen Strafraum fast ohne Gegenwehr von Höfler vom Fuß nehmen ließ. Ein Geschenk, das der Freiburger Mittelfeldmann zum 2:0 nutzte.

Köln bleibt auch nach der Pause harmlos

Kölns Coach Gisdol reagierte zur Pause, schickte Jan Thielmann sowie Elvis Rexhbecaj für Ondrej Duda und Özcan aufs Feld und stellte in der Abwehr von einer Vierer- auf eine Dreierkette um. Nach nicht einmal einer Stunde nahm er sogar noch einen dritten Wechsel vor und brachte Jannes Horn.

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Am harmlosen Spiel des FC änderte das nichts. Nur bei einem neuerlichen Distanzschuss von Wolf musste SC-Torwart Florian Müller eingreifen (56.). Und vor dem eigenen Tor machten es die Kölner den Freiburgern weiter einfach: Zunächst durfte Demirovic bis zur Grundlinie durchmarschieren und für Sallai auflegen, der mit viel Platz aus kurzer Distanz einnetzte.

Viel Platz für Freiburgs Angreifer

Auch Lienhart wurde es bei seinem Kopfballtor nach einer Ecke und Kopfballvorlage von Demirovic nicht schwer gemacht. Den Schlusspunkt setzte schließlich der eingewechselte Höler, der ebenso wie Vorbereiter Christian Günter von der Kölner Abwehr kaum gestört wurde. Dass es auf Seiten des FC am nötigen Einsatz fehlte, zeigt auch die Statistik: Insgesamt lief das Team von Gisdol knapp fünf Kilometer weniger als die Freiburger.

Das passt, dass wir nicht in allen Bereichen hundertprozentig abgeliefert haben. Das war mir etwas zu nachlässig", monierte der FC-Coach. Und Kapitän Jonas Hector antwortete am Sportschau-Mikrofon auf die Frage, ob das ein schwarzer Tag gewesen sei: „Gibt es noch eine andere Farbe, die dunkler als schwarz ist?

Streich: "Die Kirche im Dorf lassen"

Freude dagegen auf Seiten der Freiburger. "Im Moment läuft’s, eine tolle Mannschaftleistung wieder", stellte Vincenzo Grifo fest und sprach von einer Weltklasse-Leistung seines Teams: "Wirklich sehr konzentriert von Anfang an." Sein Trainer versuchte, dagegen die Euphorie zu dämpfen. "Man kriegt viel Lob, wenn man gewinnt. Da muss man schauen, dass man da gut mit umgeht und die Kirche im Dorf lässt", sagte Streich.

Schon am kommenden Spieltag droht der Freiburger Siegesserie das Ende, dann müssen Grifo und seine Mannschaft bei Meister Bayern München antreten. Der 1. FC Köln dagegen braucht beim Heimspiel gegen Hertha BSC dringend ein Erfolgserlebnis.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 15. Spieltag 2020/2021

Samstag, 09.01.2021 | 15.30 Uhr

Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Fl. Müller – Lienhart, K. Schlotterbeck, Gulde (80. Heintz) – Kübler (75. Tempelmann), Santamaria, Höfler, Günter – Sallai (66. Höler), Grifo (75. Jeong) – Demirovic (75. Petersen)

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Wappen 1. FC Köln

1. FC Köln

T. Horn – Schmitz, Mere (57. J. Horn), Bornauw, Hector – S. Özcan (46. Rexhbecaj), Skhiri – M. Wolf, Duda (46. Thielmann), Jakobs (82. Czichos) – Modeste (70. Arokodare)

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Demirovic (18.)
  • 2:0 Höfler (39.)
  • 3:0 Sallai (59.)
  • 4:0 Lienhart (69.)
  • 5:0 Höler (79.)

Schiedsrichter:

  • Robert Schröder (Hannover)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Samstag, 09.01.2021, 17:20 Uhr

Stand: 09.01.2021, 17:22

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