1. FC Heidenheim - Werder Bremen 2:2

Bremen zittert sich in Heidenheim zum Klassenerhalt

Werder Bremen bleibt in der Fußball-Bundesliga. Im Rückspiel der Relegation gingen die Hanseaten früh durch ein Eigentor in Führung. Aber kurz vor Schluss wurde es für Bremen beim 1. FC Heidenheim noch einmal eng. Nach dem geglückten Klassenerhalt bekräftigte Bremens Sportchef Frank Baumann, dass Florian Kohfeldt weiter Trainer bei Werder bleiben soll.

Nach dem 0:0 im Hinspiel reichte Bremen am Montag (06.07.2020) wegen der Auswärtstorregel ein 2:2 (1:0), um den zweiten Bundesliga-Abstieg nach 1980 zu verhindern. Die Gäste gingen durch ein Eigentor von FCH-Verteidiger Norman Theuerkauf früh in Führung (3. Minute). "Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass wir es doch noch geschafft haben", zeigte sich Bremens Trainer Florian Kohfeldt erleichtert. "Wir waren so oft tot dieses Jahr, wir sind immer wiedergekommen."

Tim Kleindienst sorgte kurz vor Schluss noch einmal für Spannung (85.), aber nicht für den Umschwung und Heidenheims ersten Bundesliga-Aufstieg. Ludwig Augustinssons Treffer bei einem Konter in der Nachspielzeit bedeutete die Entscheidung, auch wenn Kleindienst noch per Foulelfmeter das 2:2 gelang (90.+8.). "Wir haben zwar zweimal nicht verloren, aber man fühlt sich als Verlierer. Es ist brutal für uns jetzt, wir werden ein paar Tage brauchen", meinte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.

Bremer Blitzstart

Bremen war zu Beginn zunächst präsenter. Josh Sargent, für Niclas Füllkrug gegenüber dem Hinspiel in der Startelf, prüfte schon nach wenigen Sekunden FCH-Schlussmann Kevin Müller aus kurzer Distanz (2.).

Der Werder-Angreifer war dann auch an der Führung beteiligt, als er einen Ball an der Strafraumgrenze annahm und Heidenheims Verteidiger Theuerkauf den Klärungsversuch aus 15 Metern links im Winkel des eigenen Tores unterbrachte (3.).

Heidenheim erst nach der Pause zwingender

Danach spielte Bremen zunächst selbstbewusst. Durch den Treffer und die Auswärtstorregel brauchte Heidenheim nun zwei Tore. Das schien die Gastgeber zu lähmen. Doch mit fortlaufender Spielzeit fing sich der Zweitligist und tat mehr nach vorne. Die Hanseaten zogen sich allerdings weit zurück und ließen nichts Richtung eigenes Tor zu.

Bremen bleibt in der Bundesliga Sportschau 06.07.2020 00:38 Min. Verfügbar bis 06.07.2021 ARD Von Julia Metzner

Zur Pause wechselte Schmidt offensiv und die Gastgeber begannen auch stürmisch. Stefan Schimmer verpasste gleich zwei Mal knapp (46., 47.). Mit einem Kopfball des ebenfalls eingewechselten David Otto gab es die nächste gute Möglichkeit (48.). Bremen nutzte den sich nun bietenden Raum und hatte seinerseits durch Yuya Osako eine gute Kontermöglichkeit (50.). Doch der Japaner wurde beim Schussversuch geblockt.

Bremen wehrt sich

Heidenheim bemühte sich um die Spielkontrolle, doch Bremen hielt dagegen und hatte im weiteren Verlauf die besseren Möglichkeiten. Augustinsson scheiterte aber zunächst genauso an Heidenheims Schlussmann Müller (58.) wie wenig später Sargent im Eins gegen Eins (59.).

Mit zunehmender Spielzeit schwanden bei den Gastgebern die Kräfte. Bremen nutzte seinen Vorteil und hielt den Vorsprung bis in die Schlussphase. Dann aber staubte Kleindienst nach einem Lattentreffer von Tobias Mohr zum 1:1 (85.) und seinem 15. Saisontreffer ab und sorgte noch einmal für eine hektische Schlussphase.

Augustinsson sorgt für Gewissheit

Erst ein Treffer von Augustinsson auf Zuspiel des eingewechselten Fin Bartels sorgte in der Nachspielzeit für endgültiges Aufatmen und Gewissheit bei Bremen (90.+4). Daran konnten auch ein Elfmeterpfiff nach einem Luft-Zweikampf im Werder-Strafraum und der zweite Treffer von Kleindienst (90.+8) nichts mehr ändern.

Werder Bremen hat damit Planungssicherheit für die am 18. September beginnende Bundesliga-Saison 2020/21. Der 1. FC Heidenheim geht dagegen in sein siebtes Zweitliga-Jahr.

Baumann: Kohfeldt soll Trainer bleiben

Werder-Sportchef Frank Baumann will nach dem gerade noch so geschafften Bundesligaverbleib mit Trainer Florian Kohfeldt weiterarbeiten. "Wir haben Florian immer das Vertrauen ausgesprochen, auch in schwierigen Phasen. Florian hat in einer ganz schwierigen Saison gezeigt, dass er solche Situationen meistern kann. Ich bin nach wie vor von Flo absolut überzeugt. Da gibt es für mich keine Fragen", sagte Baumann im Anschluss an das Relegations-Rückspiel dem "Weser-Kurier".

In den kommenden Tagen soll über die Trainerfrage verbindlich entschieden werden. Zunächst werden die Werder-Verantwortlichen aber die Saison analysieren und darüber beraten, was sich ändern muss. "Wir werden das alles in den nächsten Tagen intern besprechen und Ende der Woche nach außen kommunizieren", sagte Baumann.

Er gehe davon aus, dass auch Kohfeldt nach der verkorksten Saison mit einem glücklichen Ende Trainer bleiben wolle, erläuterte Baumann weiter. "Er hat einen Vertrag. Florian hat genug Kraft und Power, um die neue Saison mit aller Überzeugung anzugehen."