Xhaka beschert Gladbach Derbysieg

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:0

Xhaka beschert Gladbach Derbysieg

Granit Xhaka hat Borussia Mönchengladbach in allerletzter Minute den ersehnten Derbysieg zu Karneval beschert.

Der Schweizer erzielte in der Nachspielzeit (90.+1) nach zähem Ringen den verdienten Siegtreffer zum 1:0 (0:0) im rheinischen Duell gegen den 1. FC Köln und sorgte für die erste Niederlage des Erzrivalen in der Rückrunde. Damit setzte sich die schwarze Kölner Derby-Serie fort: Der FC hoffte im neunten Duell seit dem letzten Sieg im November 2008 erneut vergeblich auf einen Dreier. Nach dem Schlusspfiff überschatteten Ausschreitungen die Partie, Kölner Hooligans hatten den Rasen gestürmt und sich Schlägereien mit Polizei und Ordnungskräften geliefert.

Favre erleichtert, Stöger sauer

Gladbach-Trainer Lucien Favre ärgerte sich über die Vorfälle ("Hat im Fußball nichts zu suchen"), war über den Ausgang der Partie aber sehr erleichtert: "Der Sieg war verdient, aber sehr, sehr schwer zu erreichen. Wir haben das Spiel kontrolliert. Aber es war schwer, die Kölner machen ihre Sache richtig gut und sind immer gefährlich bei Kontern. Es ist immer speziell, ganz am Ende ein Tor zu machen - das war sehr schön."

Sein Kollege Peter Stöger war sichtlich angefressen: "Wir gratulieren dem Gegner und dem Trainer. Lucien Favre hat sich nach den vier Jahren, in denen er hier ist, ein Geschenk gemacht. Da kann man nur gratulieren. Mehr gibt es nicht zu sagen, danke schön." Dann monierte er noch das angebliche Foul an Branimir Hrgota, das den Freistoß zum Tor des Tages ermöglicht hatte und sagte zur Randale: "Das ist fast noch schlimmer als die 0:1-Niederlage."

Gladbach klar überlegen

Siegtorschütze Xhaka jubelte: "Ich kann mich gar nicht an mein letztes Kopfballtor erinnern, das muss zu meiner Juniorenzeit gewesen sein. Es war verdammt schwer gegen so eine defensive Truppe. Aber wir haben bis zuletzt dran geglaubt, das noch zu schaffen."

Der FC hatte sich von Beginn an mit zwei Viererketten weit in die eigene Hälfte zurückgezogen und nur auf Konter gelauert. Die wenigen Gelegenheiten zu schnellen Gegenstößen ließen die Gäste ungenutzt verstreichen. Gladbach spielte klar überlegen und kombinierte, meistens mit dem auffälligen Xhaka als Schaltstelle, durchaus gefällig. Doch spätestens 30 Meter vor dem Kölner Tor wurde es extrem eng, und der Offensive um Max Kruse und Raffael fehlten die Ideen. Ein Warnschuss in der elften Minute durch Kruse vom linken Strafraumeck über das Tor war alles, was der Europa-League-Teilnehmer in der ersten Halbzeit zustande brachte.

Ohne Stranzl und Maroh

Die Defensivreihen agierten extrem vorsichtig, zumal auf beiden Seiten je eine Schlüsselfigur fehlte. Kölns Dominic Maroh hatte die Grippe erwischt, Gladbachs Martin Stranzl saß nach auskurierter Schädelprellung noch auf der Bank. Erst kurz vor der Pause befreiten sich die Kölner ein wenig und kamen zur besten Chance der ersten Halbzeit: Einen 25-Meter-Schuss von Marcel Risse (40.) lenkte Yann Sommer mit den Fingerspitzen über das Gladbacher Tor.

Auch in der zweiten Halbzeit rannte Gladbach an, Köln verteidigte geschickt und konzentriert. Und wenn es mal brenzlig wurde, war Torwart Timo Horn auf dem Posten. So auch in der 58. Minute bei der Doppelchance von Kruse und Xhaka oder neun Minuten später bei einem Schuss von Patrick Herrmann.

Die Gladbacher können nun am kommenden Sonntag (22.02.15) beim Hamburger SV weiter Boden im Kampf um die Champions-League-Plätze gutmachen. Der FC muss einen Tag vorher vor allem an seiner Offensivstärke arbeiten, um einen Erfolg gegen Hannover 96 einfahren zu können.

red/dpa/sid | Stand: 14.02.2015, 18:54

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