Leipzig schafft Last-Minute-Sieg gegen den BVB

RasenBallsport Leipzig - Borussia Dortmund 1:0

Leipzig schafft Last-Minute-Sieg gegen den BVB

RB Leipzig hat in der Fußball-Bundesliga eine perfekte Heimpremiere hingelegt und dem Vize-Meister Borussia Dortmund eine schwere Niederlage beigebracht.

Der Aufsteiger setzte sich dank eines späten Tores von Naby Keita (89.) mit 1:0 (0:0) durch und feierte den ersten Bundesliga-Sieg der erst siebenjährigen Vereinsgeschichte. Borussia Dortmund indes enttäuschte auch mit Rückkehrer Mario Götze auf ganzer Linie. Die Westfalen präsentierten sich überraschend harmlos und lieferten eines ihrer schwächsten Spiele in der Ära von Trainer Thomas Tuchel.

"Dortmund ging der Sprit aus"

RB-Sportchef Ralf Rangnick jubelte: "Das ist natürlich grandios für den Verein, die Stadt und die Region. Aber man hat gesehen, dass den Dortmundern am Ende ein bisschen der Sprit ausgegangen ist. Da hatte ich schon das Gefühl, dass wir näher am Siegtor dran sind als der BVB."

Auch Coach Ralph Hasenhüttl war euphorisiert: "Für so einen Sieg muss alles passen, und das war heute der Fall. Man braucht auch Glück, aber wir waren letztlich die Mannschaft, die nach vorne den klareren Plan hatte. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Wir wissen schon, wo wir herkommen, aber wir machen uns auch nicht kleiner als wir sind."

Schmelzer selbstkritisch

Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer zeigte sich selbstkritisch: "Die Einstellung hat nicht gestimmt, wir haben nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Hier muss man anders dagegenhalten und die Räume anders nutzen als wir das getan haben." Götze ärgerte sich: "Ich wollte unbedingt ran heute, am Ende ist es natürlich bitter, dass wir hier verloren haben. Aber wenn man acht, neunmal schießt und nur ein Ball geht auf's gegnerische Tor, dann ist das natürlich viel zu wenig."

Auch Trainer Thomas Tuchel gab zu: "Wir haben viel zu viele unnötige Fehler gemacht und uns das Leben selbst schwer gemacht. Wir konnten am Ende auch in Führung gehen, aber in 90 Minuten nur einmal aufs Tor zu schießen, ist natürlich ein Manko. Uns fehlte einfach die Präzision im Abschluss."

Ausverkaufte Arena

Die Borussia geht am Mittwoch (13.09.16) angeschlagen in ihre Auftakt-Partie in der Champions League bei Legia Warschau. Vor 42.558 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena agierten die Gastgeber auffallend diszipliniert. Das Interesse an der Partie war im Vorfeld riesengroß, erstmals seit mehr als 22 Jahren gab es wieder Bundesliga-Fußball in der Messestadt zu sehen. Zuletzt hatte der VfB Leipzig in der Saison 1993/94 im Oberhaus gespielt.

Der BVB begann furios. Götze, der zuletzt vor seinem Wechsel zu den Bayern am 30. April 2013 das BVB-Trikot getragen hatte, legte ein hohes Tempo vor. Der Schütze des entscheidenden Tores im WM-Finale 2014 holte in der Anfangsphase zwei Freistöße an der Strafraumgrenze heraus, die für Gefahr sorgten. Der 24-Jährige agierte im 4-2-3-1 als Zehner hinter Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang und war zunächst ein wichtiger Impulsgeber.

Viel los vorm Tor von Gulacsi

Doch als die gesamte Mannschaft Mitte des ersten Durchgangs einen Gang zurückschaltete, ließ auch Götze nach. Leipzig hatte in der Abwehr immer Mühe, wenn der BVB das Spiel schnell machte. Ein ums andere Mal brannte es im Strafraum vor Torhüter Peter Gulacsi.

Doch die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl hielt den Kopf oben und lauerte auf Konter. Timo Werner konnte auf der linken Seite einige Male durchbrechen, doch im Abschluss zeigte der Ex-Stuttgarter Nerven oder passte zu ungenau. Dortmund brachte sich in dieser Phase durch Fehlpässe von Lukasz Piszczek und Neuzugang Marc Bartra immer wieder selbst in Gefahr.

Partie wurde ruppiger

Viele BVB-Anhänger waren der Partie aus Protest gegen das von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz mit etlichen Millionen subventionierte Modell Leipzig ferngeblieben. Dennoch war der Gäste-Block mit gelb-schwarzen Anhängern ausverkauft, zu Ausschreitungen kam es nicht. Nach dem Wechsel verlor das Spiel an Klasse, es ging ruppiger zur Sache.

Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) verteilte Gelb an Willi Orban und Werner. Angetrieben von den Gesängen ihrer Fans wagten die Hausherren nun mehr und brachten die Dortmunder Defensive einige Male in Verlegenheit, der tödliche Pass in die Spitze fehlte jedoch. Ab der 70. Minute erhöhte RB-Trainer Hasenhüttl den Offensivdruck und brachte den 15,5-Millionen-Euro-Neuzugang Oliver Burke, der dann auch den Siegtreffer vorbereitete.

Die Leipziger können nun ihren starken Saisonstart am kommenden Samstag (17.09.16) beim Hamburger SV vergolden. Für Dortmund zählen zeitgleich im Duell mit Darmstadt 98 nichts anderes als die drei Punkte.

Fußball · Bundesliga · 2. Spieltag 2016/2017

Samstag, 10.09.2016 | 18.30 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Do. Kaiser (84. Keïta), Sabitzer (64. Forsberg) – Ti. Werner, Y. Poulsen (69. Burke)

1
Wappen Bor. Dortmund

Bor. Dortmund

Bürki – Piszczek, Sokratis, Bartra, Schmelzer – Weigl, Rode – Castro (71. Dembélé), M. Götze (71. Guerreiro), Schürrle – Aubameyang (85. Ramos)

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Keïta (89.)

Strafen:

  • gelbe Karte Castro (1 )
  • gelbe Karte Klostermann (1 )
  • gelbe Karte Ti. Werner (1 )
  • gelbe Karte Bartra (1 )

Zuschauer:

  • 42.558

Schiedsrichter:

  • Wolfgang Stark (Ergolding)

Stand der Statistik: Dienstag, 08.11.2016, 01:07 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Wappen Bor. Dortmund

Bor. Dortmund

Tore 1 0
Schüsse aufs Tor 3 0
Ecken 5 7
Abseits 3 2
gewonnene Zweikämpfe 64 88
verlorene Zweikämpfe 88 64
gewonnene Zweikämpfe 42,11 % 57,89 %
Fouls 16 9
Ballkontakte 459 753
Ballbesitz 37,87 % 62,13 %
Laufdistanz 115,77 km 110,23 km
Sprints 223 221
Fehlpässe 98 97
Passquote 65 % 82,43 %
Flanken 5 8
Alter im Durchschnitt 24,1 Jahre 26,1 Jahre

red/dpa/sid

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