Hertha gegen Mainz ohne Balance und ohne Punkte

Robin Quaison

Hertha BSC - 1. FSV Mainz 05 1:3

Hertha gegen Mainz ohne Balance und ohne Punkte

Hertha BSC hat einen möglichen Big Point im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga verpasst. Gegen den 1. FSV Mainz 05 verlor das offensiv zu ungefährliche Team von Trainer Jürgen Klinsmann am Samstag (08.02.2020) im eigenen Stadion verdient mit 1:3.

Mit nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Ligaspielen müssen sich die Berliner im Rennen um den Klassenerhalt nun nach unten orientieren. Die Mainzer verschafften sich nach zuvor vier Niederlagen in Serie wieder etwas Luft. Die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer rückte damit in der Tabelle mit 21 Zählern bis auf zwei Punkte an die Hertha heran.

Quaison erzielt alle drei Tore für Mainz

Der überragende Robin Quaison erzielte alle Treffer (17./82./90.+4, Foulelfmeter) zum so wichtigen Erfolg für die Mainzer, der schwedische Stürmer steht nun bei elf Saisontoren. Die Berliner, die in der Schlussphase noch Marius Wolf mit Gelb-Roter Karte (88.) verloren, kamen durch ein Eigentor von Jeffrey Bruma (84.) nur noch zum Anschlusstreffer.

Hertha offensiv ohne Gefahr - und hinten anfällig

Herthas Coach Jürgen Klinsmann blieb wie im Pokal bei seiner offensiveren Ausrichtung mit zwei Sturmspitzen - zuvor hatte die Hertha im eigenen Stadion drei Spiele nicht mehr getroffen. Die Berliner bemühten sich vom Anpfiff weg um Spielkontrolle und ein Übergewicht, kamen aber gegen die bis dato schlechteste Defensive der Liga kaum zu gefährlichen Abschlüssen.

Klinsmann: "Die Köpfe waren schwer, bei den Jungs" Sportschau 08.02.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 08.02.2021 Das Erste

Die neu formierte Defensive - Marvin Plattenhardt und Per Skjelbred blieben zunächst draußen - agierte zudem anfällig, immer wieder gab es große Lücken und leichte Ballverluste im Mittelfeld. Dem Spiel der Berliner fehlte insgesamt die Balance - und gleich beim ersten zielstrebigen Mainzer Konter von Quaison wurde die Hertha kalt erwischt. Nach einem Pass vom stark aufspielenden Levin Öztunali tanzte der Schwede Niklas Stark mit Leichtigkeit aus und schob aus halblinker Position ein.

Die Hertha wirkte geschockt und verlor im Spielaufbau völlig den Faden, fast hätten die Gäste die Berliner Konfusion noch vor der Pause zum zweiten Treffer genutzt. Danny Latza steckte am streckenweise überfordert wirkenden Stark vorbei auf Quaison durch, der frei vor Hertha-Keeper Rune Jarstein leichtfertig vergab - die Berliner Fans verabschiedeten das Team mit einem Pfeifkonzert in die Halbzeit.

Klinsmann kassierte seine Taktik zu Wiederanpfiff teilweise wieder ein, stellte auf ein 4-4-2- System um und brachte mit Javairo Dilrosun und Dani Lukebakio zwei frische Kräfte, die zumindest das zuvor lahme Offensivspiel der Berliner belebten. Lukebakio vergab nach knapp einer Stunde die größte Chance zum Ausgleich.

Doch mehr Torgefahr verströmten weiterhin die Gäste aus Mainz, die mit starkem Umschaltspiel auch in der Folge immer wieder die Schwächen in Herthas Defensive aufdeckten. Auch beim vorentscheidenden zweiten Mainzer Treffer ließen die Berliner Karim Onisiwo bei dessen Pass auf Quaison gewähren. Der Mainzer Sieg geriet auch nach Herthas Anschlusstreffer nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Mainz' Zentner: "Der Schlüssel war eine gute Defensive"

Sportschau 08.02.2020 01:06 Min. Verfügbar bis 08.02.2021 ARD Von Max Zobel

"Heute ging der Ball einfach rein", sagte der Mainzer Matchwinner Quaison in der Sportschau. "Ich war in der Halbzeit sauer, weil ich da schon zwei Treffer hätte machen müssen. Das zweite Tor wurde mir super serviert, und den Elfmeter musste ich einfach machen. Alles gut."

Klinsmann: "Die Köpfe waren schwer, bei den Jungs" Sportschau 08.02.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 08.02.2021 Das Erste

Solidaritätsbekundungen für Torunarigha

Für Jordan Torunarigha, der sich am vergangenen Dienstag im Pokal-Achtelfinale bei Schalke 04 rassistischen Anfeindungen von Zuschauern ausgesetzt sah, gab es von den Teamkollegen und den Berliner Fans viele Solidaritätsbekundungen vor dem Spiel.

"Diese Botschaften waren enorm wichtig, wichtiger als ein Fußballspiel", sagte Hertha-Coach Klinsmann am Sportschau-Mikrofon. "Aber natürlich wollen wir Spiele gewinnen und müssen punkten. Letzten Endes war es wohl alles ein bisschen zu viel in dieser Woche. Es wird uns sicherlich helfen, jetzt etwas durchzuschnaufen - und dann die nächsten Spiele anzugehen."

Hertha BSC spielt nun am kommenden Samstag (15.02.2020) um 15.30 Uhr in Paderborn. Mainz empfängt am darauffolgenden Sonntag um 18 Uhr Schalke 04.

Fußball · Bundesliga · 21. Spieltag 2019/2020

Samstag, 08.02.2020 | 15.30 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – N. Stark (46. Lukebakio), Boyata, Torunarigha – Ascacibar – M. Wolf, Grujic (46. Dilrosun), Maier, Mittelstädt – Köpke (72. Ibisevic), Piatek

1
Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Zentner – St. Juste, Bruma, Niakhaté – R. Baku, Barreiro Martins, Latza (76. Kunde Malong), Brosinski (66. Martín) – Öztunali, Szalai (81. Onisiwo), Quaison

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Quaison (17.)
  • 0:2 Quaison (82.)
  • 1:2 Boyata (84.)
  • 1:3 Quaison (90.+4/Foulelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Ascacibar (1 )
  • gelbrote Karte M. Wolf (89./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte Latza (4 )
  • gelbe Karte Boyata (6 )

Zuschauer:

  • 35.049

Schiedsrichter:

  • Martin Petersen (Stuttgart)

Stand der Statistik: Samstag, 08.02.2020, 17:34 Uhr

Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Tore 1 3
Schüsse aufs Tor 3 3
Ecken 10 1
Abseits 0 1
gewonnene Zweikämpfe 105 118
verlorene Zweikämpfe 118 105
gewonnene Zweikämpfe 47,09 % 52,91 %
Fouls 13 16
Ballkontakte 837 462
Ballbesitz 64,43 % 35,57 %
Laufdistanz 117,39 km 122,81 km
Sprints 226 242
Fehlpässe 59 46
Passquote 89,79 % 80,09 %
Flanken 17 8
Alter im Durchschnitt 25,4 Jahre 25,9 Jahre

sid/dpa | Stand: 08.02.2020, 17:30

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