Für Hannover gehen die Lichter aus

Hannover 96 - Hamburger SV 0:3

Für Hannover gehen die Lichter aus

Für Hannover rückt der Abstieg immer näher – die klare Niederlage im Nordderby gegen Hamburg ist wohl das Ende aller Hoffnungen.

Das 3:0 (0:0) für den HSV ging am Ende durchaus in Ordnung, weil die Gäste ihre Chancen besser nutzten und in der Defensive weniger Fehler machten. Cleber Reis (61.), Ivo Ilicevic (73.) und Nicolai Müller (75.) schossen den deutlichen Erfolg der Hanseaten heraus. Hannover investierte trotz der fast aussichtslosen Lage zwar sehr viel in die Partie, war aber am Ende einfach zu harmlos.

96-Keeper Ron-Robert Zieler hat sich offenbar mit dem Abstieg abgefunden und suchte keine Ausreden: "Wir sind eine Mannschaft, wir müssen uns der Situation stellen. Wir sind einfach nicht gut genug - und müssen uns an die eigene Nase fassen."

Schaaf schließt Rücktritt aus

Hannovers Trainer Thomas Schaaf schloss nach der Partie einen Rücktritt zunächst aus. Sein Kommentar: "Wenn man sieht, dass wir es 60 Minuten gut gemacht haben, wird es schwierig, den Spielern zu vermitteln, dass es hier weitergeht. Aber genau darum geht es jetzt. Zum Thema Rücktritt habe ich vergangene Woche schon etwas gesagt - und bin kein Typ, der hin und her springt.“ Das sollte wohl heißen, dass er bis zum Saisonende im Amt bleiben will.

HSV-Sportchef Peter Knäbel war am Ende erleichtert: "In der ersten Halbzeit war es noch zu wenig von uns, aber danach haben wir die Chancen genutzt. So richtig an den Sieg geglaubt habe ich aber erst eine Viertelstunde vor Schluss - dafür haben wir hier in der Vergangenheit schon zu viel erlebt." Der hervorragende Hamburger Torhüter René Adler gab zu: "Mir tut es fast schon leid für Hannover, die hatten in der ersten Halbzeit klare Chancen. Wenn du dann irgendwann das 0:1 bekommst, brichst du natürlich zusammen."

Schipplock scheitert - zunächst

Im ersten Durchgang war es allerdings noch eine Partie auf Augenhöhe – und beide Teams hatten durchaus gute Chancen, ihre Mannschaft in Führung zu bringen. Die größte bot sich Hamburgs Ilicevic, der nach einem perfekt gespielten Rückpass von Sven Schipplock das Kunststück fertigbrachte, die Kugel aus sechs Metern über das Tor zu jagen (31.). Ilicevic konnte nach dem Schlusspfiff darüber lächeln: "Die Chance musste ich natürlich machen. Zum Glück hat es dann später doch noch geklappt. Letztlich haben wir dann verdient gewonnen, weil wir uns nach der Pause gesteigert haben."

Schipplock hatte acht Minuten vor dem Halbzeitpfiff auch eine gute Gelegenheit, doch anstatt aus kurzer Distanz selbst den Abschluss zu suchen, spielte er erneut quer – so dass die Hannoveraner noch klären konnten.

Schaafs System half auch nichts

Die 96er spielten in einem System mit Doppelspitze und Mittelfeld-Raute – so wie es Schaaf schon zu seiner Bremer Zeit immer bevorzugt hatte. Die beiden Spitzen Hugo Almeida und Adam Szalai ließen sich immer wieder geschickt auf die Außenpositionen fallen und sorgten mehrfach für Gefahr. Im Abschluss fehlte aber immer wieder die nötige Präzision, um den sehr aufmerksamen Adler überwinden zu können.

Zur Pause versuchte Gäste-Trainer Bruno Labbadia dann, mit der Hereinnahme von Gideon Jung für Lewis Holtby mehr spielerische Linie in die Partie zu bringen. Nach einer Stunde hatte Ilicevic erneut die große Chance zur Führung, doch 96-Schlussmann Zieler lenkte den Schuss so gerade noch über die Latte.
Die daraus resultierende Ecke brachte dann aber doch die Gäste-Führung: Aaron Hunt servierte den Ball genau auf den Kopf von Cleber Reis, der aus kurzer Distanz Zieler keine Chance ließ.

Moral gebrochen

Danach war die Moral der zuvor tapfer kämpfenden Hannoveraner gebrochen: Ilicevic nach gutem Zuspiel von Schipplock und Müller mit einem schönen Solo eine Viertelstunde vor Schluss sorgten am Ende doch noch für den letztlich klaren Hamburger Sieg.

Die Hamburger können nun am kommenden Samstag (09.04.16) gegen Darmstadt einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Hannover ist wohl auf Abschiedstour - die führt die 96er am Freitag nach Berlin.

Fußball · Bundesliga · 28. Spieltag 2015/2016

Samstag, 02.04.2016 | 15.30 Uhr

Wappen Hannover 96

Hannover 96

Zieler – Sakai, Milosevic, C. Schulz, Sorg – Gülselam (71. Bech) – Fossum, Prib – Kiyotake – Szalai, Hugo Almeida

0
Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Adler – Diekmeier, Cleber, E. Spahic, Sakai – Holtby (46. G. Jung), Ekdal – N. Müller (86. Lasogga), Hunt (69. Gregoritsch), Ilicevic – Schipplock –

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Cleber (61.)
  • 0:2 Ilicevic (73.)
  • 0:3 N. Müller (75.)

Strafen:

  • gelbe Karte Szalai (1 )
  • gelbe Karte Ilicevic (3 )

Zuschauer:

  • 49.000

Schiedsrichter:

  • Robert Hartmann (Wangen im Allgäu)

Stand der Statistik: Samstag, 02.04.2016, 17:27 Uhr

Wappen Hannover 96

Hannover 96

Wappen Hamburger SV

Hamburger SV

Tore 0 3
Schüsse aufs Tor 8 4
Ecken 5 4
Abseits 3 0
gewonnene Zweikämpfe 115 113
verlorene Zweikämpfe 113 115
gewonnene Zweikämpfe 50,44 % 49,56 %
Fouls 15 11
Ballkontakte 678 573
Ballbesitz 54,2 % 45,8 %
Laufdistanz 110,96 km 117,56 km
Sprints 186 228
Fehlpässe 116 117
Passquote 74,11 % 67,23 %
Flanken 21 8
Alter im Durchschnitt 26,7 Jahre 27 Jahre

sid/red | Stand: 02.04.2016, 18:39

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