Hoffenheim verschärft Mainzer Abstiegssorgen

Jean-Philippe Mateta im Zweikampf mit Havard Nordtveit

1. FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim 0:1

Hoffenheim verschärft Mainzer Abstiegssorgen

Alles gegeben und doch verloren: Die TSG 1899 Hoffenheim hat die Abstiegsängste des 1. FSV Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga befeuert.

Am Ende passte die Mainzer Stimmung zur trostlosen Geisterspiel-Atmosphäre im Stadion. 1899 Hoffenheim hat am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 etwas glücklich 1:0 (1:0) gewonnen. Die Rheinhessen werden nach dem fünften Spiel ohne Sieg weiterhin von massiven Abstiegsängsten geplagt. Dagegen dürfen die Hoffenheimer nach dem Tor des Tages von Joker Ihlas Bebou (43.) weiter von der Europa League träumen.

Beierlorzer und die TSG - eine besondere Beziehung

Für FSV-Trainer Achim Beierlorzer sind die Duelle mit der TSG in dieser Hinrunde wohl von bleibendem Erinnerungswert. Nach der Pleite gegen Hoffenheim (1:2) in der Hinrunde wurde er beim 1. FC Köln entlassen. Am darauffolgenden Spieltag feierte er bei seinem Debüt als Mainzer Coach einen deutlichen Sieg (5:1) bei den Kraichgauern. Welche Auswirkungen die aktuelle Niederlage hat, ist noch nicht abzusehen.

FSV-Trainer: "Die Mannschaft hat alles investiert"

Beierlorzer sagte der Sportschau nach Spielschluss: "Das ist extrem enttäuschend, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben und unsere absoluten Chancen hatten. Irgendwie hat es heute nicht sein sollen, das Glück war auch nicht auf unserer Seite. Aber die Mannschaft hat alles investiert." FSV-Torhüter Florian Müller ergänzte: "Wir haben zuviele klare Chancen weggegeben."

Beierlorzer: "Wenn wir die Punkte nicht holen, werden wir es nicht schaffen"

Sportschau 30.05.2020 03:07 Min. Verfügbar bis 30.05.2021 ARD

Hoffenheims Sebastian Rudy analysierte die Partie am ARD-Mikrofon so: "Es war ein kämpferisch starkes Spiel von beiden Mannschaften. Wir haben heute nicht so viel zugelassen, standen hinten gut. Für uns zählt, die einzelnen Spiele zu gewinnen. Was am Ende dabei rauskommt, wird man sehen."

Beim Geisterspiel in Mainz verhinderte FSV-Torwart Müller den frühen Rückstand seiner Mannschaft. Der Keeper entschärfte einen Freistoß des dänischen Standardspezialisten Robert Skov (7.). Auf der Gegenseite sorgte Taiwo Awoniyi mit einer Einzelaktion für Gefahr (10.), fand aber keinen Abnehmer für seinen Querpass vors Tor.

Sieben Gelbe Karten: Bundesliga-Rekord eingestellt

Die Partie wurde von beiden Mannschaften ausgesprochen ruppig geführt. Schon nach 19 Minuten hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann vier Gelbe Karten paritätisch verteilt, sieben waren es am Ende und der Bundesligarekord damit eingestellt. Das lag vor allem daran, dass beide Teams ihre vielen Fehler immer wieder mit übertriebenem Körpereinsatz zu kompensieren versuchten.

Beierlozer: "Geht nur noch darum, Leistung abzurufen" Sportschau 30.05.2020 01:28 Min. Verfügbar bis 30.05.2021 Das Erste

Zuber verschießt Strafstoß

Hoffenheim hätte bereits nach einer guten halben Stunde in Führung gehen können: Steven Zuber scheiterte aber mit einem schwach geschossenen Strafstoß an FSV-Schlussmann Müller. Zuvor war Christoph Baumgartner gleich von zwei Mainzern - Alexander Hack und Ridle Baku - gefoult worden. Wenig später traf 05-Stürmer Robin Quaison mit einem schönen Freistoß nur den Pfosten (34.).

Zu diesem Zeitpunkt waren die Mainzer besser. Ausgerechnet in ihrer Drangphase setzte erst Robert Skov (42.) einen Schuss frei vor Müller knapp neben den linken Pfosten. Der kurz zuvor eingewechselte Bebou brachte die TSG schließlich doch in Führung.

Sebastian Rudy: "Wir wollen oben dranbleiben"

Sportschau 30.05.2020 01:36 Min. Verfügbar bis 30.05.2021 ARD

Treffer von Awoniyi nicht anerkannt

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Beierlorzer gleich drei frische Spieler. Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder wechselte doppelt, nahm auch den 18-jährigen Melayro Bogarde runter, der bei seinem Bundesliga-Debüt am Rande des Platzverweises wandelte. Und die Partie ging turbulent weiter. Der vermeintliche Ausgleich durch Awoniyi zählte nicht, weil Karim Onisiwo zuvor TSG-Torwart Oliver Baumann gefoult hatte (60.).

Mainzer Schlussspurt verpufft

Kurz darauf hoffte Awoniyi auf einen Elfmeter (68.), Baumann hatte beim Zweikampf an der Grundlinie aber zurückgezogen. Ehe er den Mainzer berührte, fiel dieser schon. Der FSV warf alles nach vorne, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Die beste Chance vergab aber der Hoffenheimer Youngster Maximilian Beier (75.) frei vor FSV-Torhüter Müller, der stark mit dem Fuß parierte. Und so stand am Ende eine etwas unglückliche Mainzer Niederlage, die mit Blick auf den Abstiegskampf noch ganz bitter werden kann.

Mainz spielt nun am Samstag (06.06.2020) um 15.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt. Hoffenheim tritt zeitgleich bei Fortuna Düsseldorf an.

Fußball · Bundesliga · 29. Spieltag 2019/2020

Samstag, 30.05.2020 | 15.30 Uhr

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Fl. Müller – R. Baku, Bruma, Hack (46. Brosinski), Niakhaté – Barreiro Martins (76. Kunde Malong), Fernandes, Awoniyi, Boetius (46. Onisiwo), Quaison (76. Szalai) – Mateta (46. Öztunali)

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Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Baumann – Bogarde (46. Akpoguma), Posch, Nordtveit, Zuber (46. Bicakcic) – Samassékou, Rudy, Baumgartner (86. Geiger) – Skov, Dabbur (72. Beier), Bruun Larsen (37. Bebou)

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Bebou (43.)

Strafen:

  • gelbe Karte Bogarde (1 )
  • gelbe Karte R. Baku (5 )
  • gelbe Karte Samassékou (3 )
  • gelbe Karte Bruma (4 )
  • gelbe Karte Rudy (9 )
  • gelbe Karte Boetius (4 )
  • gelbe Karte Barreiro Martins (2 )

Schiedsrichter:

  • Sascha Stegemann (Niederkassel)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Samstag, 30.05.2020, 17:24 Uhr

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Tore 0 1
Schüsse aufs Tor 2 6
Ecken 10 7
Abseits 0 1
gewonnene Zweikämpfe 105 112
verlorene Zweikämpfe 112 105
gewonnene Zweikämpfe 48,39 % 51,61 %
Fouls 18 14
Ballkontakte 629 623
Ballbesitz 50,24 % 49,76 %
Laufdistanz 113,55 km 116,29 km
Sprints 200 194
Fehlpässe 62 63
Passquote 83,11 % 83,55 %
Flanken 17 2
Alter im Durchschnitt 25,6 Jahre 25 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 30.05.2020, 19:29

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