Freiburg schießt sich gegen Leverkusen auf Platz drei

Sportschau 19.12.2021 08:47 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

SC Freiburg - Bayer Leverkusen 2:1

Schade trifft! Freiburg bestraft Leverkusener Mauertaktik

Stand: 20.12.2021, 00:01 Uhr

Zweimal hatte Bayer Leverkusen zuletzt eine 2:0-Führung verspielt - beim SC Freiburg versuchten sie es defensiver. Kurz vor Schluss bestrafte ein Joker die Mauertaktik, der SC ist jetzt Tabellendritter in der Fußball-Bundesliga.

Von Christian Hornung

Mit dem 2:1 (1:1) am Sonntag (19.12.2021) verdrängten die Freiburger das Bayer-Team von Rang drei und gehen auf einem Champions-League-Platz in die kurze Weihnachtspause. Leverkusen folgt einen Punkt dahinter und muss sich ärgern, binnen einer Woche eine herausragende Halbserie mit nur einem Zähler aus drei Partien ziemlich eingetrübt zu haben.

Gleich zwei Großchancen zu Beginn

Die Chance, Leverkusen noch zu überholen, wollten die Freiburger vom Anpfiff weg mit überfallartigen Angriffen ergreifen. Schon nach einer Minute musste Bayer-Keeper Lukas Hrádecký die erste Großchance entschärfen, als der aufgerückte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck völlig frei vor dem Tor auftauchte. Sekunden später war die Abwehr der Gäste erneut komplett unsortiert, diesmal scheiterte Lucas Höler nach einem Dribbling von Vincenzo Grifo aus kurzer Distanz an  Hrádecký.

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Leverkusen kam zunächst überhaupt nicht in die Partie, wirkte lethargisch, unkonzentriert und in der Rückwärtsbewegung völlig überfordert - dabei hatte Trainer Gerardo Seoane mit drei Sechsern vor der Viererkette und nur drei wirklich offensiv ausgerichteten Spielern die ganz risikoarme Aufstellung gewählt.

Grifo aufreizend lässig beim Elfmeter

Die hohe Schlagzahl aus der Anfangsphase konnten die Gastgeber nicht komplett durchhalten, sie hätten aber dennoch durch einen Rechtsschuss von Christian Günter nach 25 Minuten in Führung gehen können. Das längst fällige 1:0 besorgte dann Grifo mit einer fast schon übermütigen Elfmeter-Ausführung (33. Minute), nachdem Jeremie Frimpong eine Hereingabe von Weo-Yeong Jeong mit dem ausgestreckten Arm abgewehrt hatte.

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Grifo, der zuletzt gegen Hoffenheim einen entscheidenden Strafstoß vergeben hatte, lupfte die Kugel vom Punkt aus fast im Zeitlupentempo halbhoch und zentral -  Hrádecký hätte beinahe die Gelegenheit gehabt, nach seinem Abtauchen in die falsche Ecke wieder aufzustehen und den Ball noch aufzunehmen.

Auch nach dieser Szene kam spielerisch von den Leverkusenern kaum etwas, doch ein Standard brachte sie zurück ins Geschehen. Jonathan Tah beförderte bereits in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen Eckball von Kerem Demirbay per Seitfallzieher zurück an den Fünfmeterraum, wo Charles Aránguiz frei einköpfen konnte.

Seoane holt auch noch Schick vom Platz

Im zweiten Durchgang drängte sich schnell der Verdacht auf, dass beiden Mannschaften der Punkt lieber war als das offene Visier. Freiburg hatte zwar doppelt so viele Torschüsse, war aber längst nicht mehr so druckvoll. Dafür gelang es der Defensive der Breisgauer, den in der Hinrunde 16 Mal erfolgreichen Patrik Schick beinahe vollständig aus der Partie zu nehmen.

Eine Viertelstunde vor dem Ende holte Seoane den Tschechen dann vom Feld - auch das war ein Beleg dafür, dass die Gäste an diesem Sonntag nicht mit aller Macht auf das Siegtor gehen wollten.

Streich zieht Joker Schade

Die Taktik schien auch beinahe so aufzugehen, doch dann stachen zwei Joker von Christian Streich. U-21-Nationalspieler Kevin Schade, der in der Hinrunde schon mehrfach auf sich aufmerksam gemacht hatte, drückte sechs Minuten vor dem Ende eine Hereingabe des ebenfalls eingewechselten Ermedin Demirovic aus kurzer Distanz zum 2:1-Siegtor über die Linie. Darauf hatte Leverkusen dann keine Antwort mehr - mit vier Kilometern weniger Laufleistung und 6:14 Torschüssen wäre ein Remis für die Gäste aber auch nicht verdient gewesen.

Freiburg empfängt Bielefeld, Leverkusen empfängt Union Berlin

Bayer Leverkusen empfängt am Samstag (9.1.2022; 15.30 Uhr) Union Berlin. Der SC Freiburg tritt zeitgleich gegen Arminia Bielefeld an.

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