Heimstarke Unioner verschärfen Leipzigs Krise Sportschau 06.12.2021 04:29 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste Von Stephanie Baczyk

Union Berlin - RB Leipzig 2:1

Union erobert gegen Leipzig Champions-League-Platz vier

Von Frank Menke

Der 1. FC Union Berlin sorgt in der Fußball-Bundesliga wieder für Furore. Die "Eisernen" besiegten Vizemeister RB Leipzig und sprangen zumindest vorübergehend auf einen Champions-League-Platz.

Union Berlin gewann am Freitagabend (03.12.2021) vor etwa 13.000 Zuschauern gegen RB Leipzig mit 2:1 (1:1). Taiwo Awonyi (6. Minute) brachte die Berliner in Führung, Christopher Nkunku (13.) glich für die Sachsen aus, Timo Baumgartl (57.) erzielte den Siegtreffer.

Kruse: "Wir bleiben auf dem Teppich"

Nach der bitteren 1:2-Last-Second-Niederlage in Frankfurt ist Union damit in die Erfolgsspur zurückgekehrt und steht jetzt vorerst auf dem Champions-League-Platz vier. "Wir haben verdient gewonnen, hätten sogar noch höher gewinnen können. Wir können ein schönes Wochenende genießen. Wir bleiben auf dem Teppich", sagte Berlins Max Kruse bei "DAZN".

Fischer: "Die Mentalität war da"

Berlins Trainer Urs Fischer sagte nach dem Spiel: "Das waren drei wichtige Punkte für uns. Es war ein sehr mutiger Auftritt meiner Mannschaft, die den Plan, den wir gehabt haben, toll umgesetzt hat. Sie hat viel Leidenschaft gezeigt, die Mentalität war da, wir waren unermüdlich und im Spiel mit Ball mutig."

Leipzigs Co-Trainer Marco Kurth analysierte: "Die Aufgabe war hart, das haben wir auch vorher schon gewusst. Die Jungs sind sehr enttäuscht, sie haben so eine Situation auch noch nicht erlebt. Das siehst du denen an."

Wegen Corona: Marco Kurth an der Seitenlinie

Vor dem Anpfiff stand das Leipziger Trainerteam coronabedingt wieder einmal im Fokus. Chefcoach Jesse Marsch durfte nach seiner Corona-Infektion weiterhin nicht in ein Stadion. Auch sein Assistent Achim Beierlorzer befand sich in Quarantäne. So gab im Stadion an der Alten Försterei Kurth sein Debüt an der Seitenlinie.

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Traumstart für Union

Und was er in der Anfangsphase erlebte, wird ihm zunächst nicht gefallen haben. Union erwischte einen Traumstart. Nach einer Ecke und mehreren Ballstafetten drückte Awonyi den Ball schon nach sechs Minuten aus kurzer Distanz ins Leipziger Tor. Es war sein neunter Saisontreffer.

Sechs Minuten später hatte Berlin die Riesenchance zum 2:0: Sheraldo Becker flankte von rechts ins Strafraumzentrum, Awonyi berührte den Ball leicht und irritierte dadurch den neben ihm stehenden Max Kruse, der das Spielgerät frei vor dem Tor Millimeter am linken Pfosten vorbeischoss.

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Luthe patzt beim Ausgleich

Statt Ekstase folgte die Ernüchterung: Nur eine Minute später zog Leipzigs Nkunku aus 25 Metern ab - Unions Schlussmann Andreas Luthe verschätzte sich und ließ den Ball ins Tor durchrutschen. Den Treffer musste der Keeper auf seine Kappe nehmen. Danach fanden die Leipziger besser ins Spiel, die Anfangs-Euphorie der "Eisernen" hatte einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

In der Folge entwickelte sich ein eher zäher Abnutzungskampf, prickelnde Strafraumszenen und echte Torchancen blieben aus. Weder Union, das von den vergangenen 24 Heimspielen nur das gegen den FC Bayern verloren hat, noch Leipzig konnte richtigen Druck auf das gegnerische Tor ausüben.

Die Angangsphase der zweiten Halbzeit begann schleppend. Auch um ein vermeintliches Tor von Rani Khedira (51.) gab es keine Aufregung, zu offensichtlich regelwidrig hatte er RB-Schlussmann Peter Gulácsi den Ball im Strafraum beim Abschlagversuch abgeluchst.

Neuerliche Berliner Führung nach Standard

Da die "Eisernen" ihre Kontermöglichkeiten nicht konsequent zu Ende spielten, fiel die neuerliche Union-Führung nach einem Standard. Eine Ecke von Niko Gießelmann landete bei Kruse, dessen Schuss aus 13 Metern fälschte Laimer ab, Baumgartl staubte aus kurzer Distanz ab.

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In der Folge hatten die Leipziger zwar mehr Ballbesitz, ihre Aktionen waren aber viel zu wenig zwingend. Alarm vor dem Berliner Tor blieb somit aus. Der Auftritt der "Eisernen" strahlte deutlich mehr Leidenschaft und Engagement aus. Leipzig fügte sich augenscheinlich in die Niederlage.

Berlin drückt auf die Entscheidung

Statt eines Leipziger Aufbäumens erlebten die Zuschauer, dass Union die Entscheidung suchte. Einen Kopfball des eingewechselten Kevin Behrens (83.) entschärfte Gulacsi mit einem tollen Reflex. Gleich darauf parierte der RB-Schlussmann einen abgefälschten Schuss von Julian Ryerson stark. Dann schob Gießelmann (85.) aus elf Metern den Ball weit am Tor vorbei.

Als Gießelmann in der 89. Minute noch einen Schuss von Brian Brobbey blockte, war der Sieg der Köpenicker unter Dach und Fach.

15. Spieltag: Union in Fürth, Leipzig gegen Gladbach

Union Berlin spielt nun zunächst am Donnerstag (09.12.2021) um 21 Uhr in der Europa Conference League gegen Slavia Prag, ehe es in der Bundesliga am Sonntag (12.12.21, 15.30 Uhr) zu Schlusslicht Greuther Fürth geht. RB Leipzig spielt am Dienstag (07.12.2021, 18.45 Uhr) in der Champions League gegen Manchester City und empfängt in der Liga am Samstag (11.12.2021) um 15.30 Uhr Borussia Mönchengladbach.