Champions League für Leipzig in Gefahr

Leipzigs Emil Forsberg (l.) im Duell mit Bremens Maximilian Eggestein

Werder Bremen - RB Leipzig 1:1

Champions League für Leipzig in Gefahr

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause hat RB Leipzig einen weiteren Tiefschlag noch abwenden können. Der Vizemeister kam bei Werder Bremen am Sonntagabend (15.04.18) zu einem 1:1 (0:1) und holte damit nach den beiden klaren Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Olympique Marseille immerhin einen Punkt.

Drei Tage nach der 2:5-Klatsche in Frankreich und dem Aus in der Europa League rettete der eingewechselte Ademola Lookman den Gästen mit seinem Treffer in der 50. Minute einen am Ende verdienten Punkt. Niklas Moisander hatte Werder in Führung gebracht (28. Minute).

Hasenhüttl: "Wir nehmen den Punkt gerne mit"

Die Bremer bleiben unter Trainer Florian Kohfeldt zu Hause ungeschlagen und dürften mit nun 37 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. "Wir haben gegen einen sehr, sehr guten Gegner ein sehr gutes Spiel gemacht", sagte Kohfeldt nach der Partie: "Wir haben bis zum Schluss auf Sieg gespielt, diese Mentalität hat mir sehr gut gefallen."

Müde Leipziger kommen gegen Bremen nicht über ein 1:1 hinaus

00:39 Min.

Leipzig muss nach dem Unentschieden um die erneute Teilnahme an der Champions League bangen. Der Rückstand auf Platz vier beträgt vier Spieltage vor Schluss vier Punkte. "Wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt. Das Ergebnis ist aber gerecht", sagte RB-Coach Ralph Hasenhüttl: "Wir nehmen den Punkt gerne mit und weiter geht's. Das war aber nicht der RB-Fußball, den wir kennen."

Leipzig wieder mit Nationalspieler Werner

Die Leipziger konnten etwas überraschend doch auf Timo Werner zurückgreifen. Der Nationalstürmer hatte beim bitteren Aus in der Europa League wegen Oberschenkelproblemen passen müssen, stand an der Weser aber zur Verfügung. Allerdings fand der Angreifer anfangs gar keine Bindung zum Spiel und trat lange Zeit nicht in Erscheinung. Fünf Minuten vor Schluss jedoch vergab Werner freistehend die große Chance zum Siegtreffer, als er an Werder-Torwart Jiri Pavlenka scheiterte, der reaktionsschnell mit dem Fuß rettete (85.).

Hasenhüttl hatte seine Mannschaft insgesamt gleich auf sechs Positionen verändert. Doch trotz der Radikal-Rotation wirkten die Gästen müde und angeschlagen. Die beiden klaren Niederlagen gegen Leverkusen (1:4) und in Marseille (2:5) hatten deutliche Spuren hinterlassen. Werder machte die Räume geschickt eng, Leipzig fand gegen das engmaschige Defensivnetz lange keine Lösungen. Pavlenka musste so einen Tag nach seinem 26. Geburtstag vor der Pause kein einziges Mal eingreifen.

Verdiente Werder-Führung durch Moisander

Die Bremer brauchten zwar ebenfalls eine gewisse Anlaufzeit, hatten die Partie vor dem Seitenwechsel dann aber im Griff. Die Führung durch Moisander war deshalb nach 45 Minuten völlig verdient. Nach einem Lattenknaller von Max Kruse traf der Finne den Ball zwar nicht richtig, dennoch kullerte das Spielgerät unhaltbar für Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi über die Linie.

Danach hätte Werder die Begegnung frühzeitig entscheiden können. Milos Veljkovic (36.), Milot Rashica (40.) sowie Rashica und Zlatko Junuzovic bei einer Doppelchance (41.) verpassten aber weitere Treffer. Leipzig war deshalb mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient.

Leipzig wacht erst nach der Pause auf

In der Kabine fand Hasenhüttl dann offensichtlich die richtigen Worte. Denn seine Mannschaft kam wie verwandelt aufs Feld zurück. Zudem bewies der RB-Coach ein glückliches Händchen. Der für Dominik Kaiser gekommene Lookman brauchte keine fünf Minuten, um seine Hereinnahme mit dem Ausgleich zu rechtfertigen. Für den Winter-Zugang war es der zweite Saisontreffer.

Die Bremer hatten mit der Leipziger Umstellung auf ein 4-3-3-System zunächst große Probleme. Bei zwei Chancen hatte der sich steigernde Werner die Gelegenheit, der Partie endgültig die Wende zu geben. Doch beide Male strich der Ball knapp am Bremer Tor vorbei. Danach steigerte sich Werder wieder. Beide Teams spielten nun auf Sieg, es blieb aber trotz der Chancen von Werner und wenig später durch Ishak Belfodil und Moisander (87.), sowie nochmal Belfodil (90.+2) in der Nachspielzeit bei der Punkteteilung.

Für Werder geht es kommenden Samstag (22.04.2018) beim VfB Stuttgart weiter. Leipzig empfängt am selben Tag 1899 Hoffenheim.

Fußball · Bundesliga · 30. Spieltag 2017/2018

Sonntag, 15.04.2018 | 18.00 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl – Bargfrede – M. Eggestein (90. F. Kainz), Delaney – Rashica (62. Belfodil), Junuzovic (79. J. Gondorf) – M. Kruse

1
Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Ilsanker, Orban, Konaté, Bernardo – Kampl (76. Keïta), Do. Kaiser (46. Lookman), Demme, Forsberg – Y. Poulsen, Ti. Werner

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Moisander (28.)
  • 1:1 Lookman (50.)

Strafen:

  • gelbe Karte Moisander (6 )
  • gelbe Karte Delaney (5 )
  • gelbe Karte Orban (4 )

Zuschauer:

  • 42.100

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Stand: Sonntag, 15.04.2018, 19:53 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Tore 1 1
Schüsse aufs Tor 6 4
Ecken 5 2
Abseits 1 2
gewonnene Zweikämpfe 100 111
verlorene Zweikämpfe 111 100
gewonnene Zweikämpfe 47,39 % 52,61 %
Fouls 17 13
Ballkontakte 546 682
Ballbesitz 44,46 % 55,54 %
Laufdistanz 111,33 km 112,38 km
Sprints 187 182
Fehlpässe 66 69
Passquote 77,7 % 84,21 %
Flanken 10 5
Alter im Durchschnitt 26,7 Jahre 24,9 Jahre

sid/dpa/red | Stand: 15.04.2018, 19:50

Bundesliga | Tabelle

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