BVB entgeht Blamage gegen Paderborn nur knapp

Dortmunds Axel Witsel (l.) im Zweikampf.

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:3

BVB entgeht Blamage gegen Paderborn nur knapp

Borussia Dortmund hat in der Fußball-Bundesliga nur knapp eine Blamage gegen den SC Paderborn abgewendet. Am 12. Spieltag gelang den Dortmundern nach 0:3-Pausenrückstand im eigenen Stadion noch ein 3:3-Remis.

Der SC Paderborn schnupperte lange Zeit an einer Sensation, ehe Kapitän Marco Reus mit seinem Kopfball-Treffer in der Nachspielzeit (90.+2.) dafür sorgte, dass die Dortmunder wenigstens einen Punkt am Ort behielten. Paderborns Stürmer Streli Mamba (5./37.) sowie Gerrit Holtmann (43.) hatten eine 3:0-Halbzeitführung für den krassen Außenseiter herausgeschossen. Für Dortmund trafen neben Reus Jadon Sancho (47.) und Axel Witsel (84.). Der BVB verpasste den Sprung auf Rang zwei, verbesserte sich aber auf den fünften Platz. Paderborn bleibt Letzter.

Reus zürnt: "Das war absolute Sch..."

"Meine Jungs waren am Ende platt, leider haben wir noch den Ausgleich kassiert. Schade, aber es war nicht unverdient", sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Dortmund Lucien Favre zeigte sich ernüchtert: "Wir kriegen drei Tore. Das war unglaublich. Das einzig Positive ist das 3:3. Wir werden das gründlich analysieren. So kann es nicht weitergehen."

"Wir müssen uns bei allen Leuten für die Leistung entschuldigen. Ich habe keine Erklärung für die erste Halbzeit. Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten. Das war absolute Scheiße", sagte Reus und fügte hinzu: "Darüber müssen wir sprechen, anders geht es nicht. Wir haben richtig einen mitbekommen. Der Trainer stellt uns super ein. Wir sind dafür verantwortlich, unsere Leistung zu zeigen."

Paderborn extrem effektiv

BVB-Trainer Favre: "Das war eine desaströse erste Halbzeit" Sportschau 22.11.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 Das Erste

Die erste Halbzeit grenzte an eine Demontage. Der Underdog aus Ostwestfalen nahm den hohen Favoriten nach allen Regeln der Kunst auseinander. Zunächst stand Streli Mamba im Fokus. Der Paderborner Stürmer, der in der vergangenen Saison noch für Cottbus spielte, erwischte die Borussen nach fünf Minuten eiskalt, als er einen perfekten Pass von Kai Pröger von der rechten Seite trocken verwertete.

In der 37. Minute war Mamba wieder zur Stelle, diesmal wurde er steil von Ben Zolinski geschickt, düpierte die desolate BVB-Hintermannschaft und schoss dann den Ball Roman Bürki durch die Beine.

Dortmunds Weigl viel zu langsam

Damit nicht genug. Zwei Minuten vor dem Abpfiff lief Holtmann dem viel zu langsamen BVB-Innenverteidiger Julian Weigl auf und davon und schenkte Bürki ebenfalls einen ein (43.) - 0:3 zur Pause aus Dortmunder Sicht. Fassungslose Blicke bei den Dortmunder Veranwortlichen, während ein Pfeifkonzert der eigenen Anhänger die Schwarz-Gelben in die Kabine begleitete. Den Weg dahin hatte der blasse Stürmer Paco Alcacer schon kurz vor dem Halbzeitpfiff genommen. Er musste verletzt raus und wurde durch Nationalspieler Julian Brandt ersetzt.

Zur zweiten Halbzeit stellt Trainer Favre dann komplett um. Thorgan Hazard kam für den schwachen Mo Dahoud, Achraf Hakimi ersetzte Nico Schulz. Die Wechsel zündeten sofort. Eine Hereingabe von Hakimi verwertete Sancho zum 1:3 (47.). Wenig später ließ Reus eine sehr gute Chance zum Anschlusstreffer aus. Doch der ganz große Sturmlauf auf das Paderborner Tor blieb aus. Im Gegenteil: In der 64. Minute hatte wieder Mamba die große Chance, auf 4:1 zu erhöhen, verfehlte das Tor aber knapp.

Paderborn-Trainer Baumgart: "Man kann es nicht besser machen" Sportschau 22.11.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 Das Erste

Kein großer Jubel über den Ausgleich

Die Paderborner konzentrierten sich fortan auf die Defensivarbeit - zunächst mit Erfolg. Wenn dann mal ein Dortmunder Schuss auf das Tor kam wie von Brandt, dann war Torwart Leopold Zingerle auf dem Posten. Erst als Axel Witsel in der 84. Minute nach Flanke von Mats Hummels zum 2:3 einköpfte, wurde es richtig spannend. Am Ende setzte Nationalspieler Reus den Schlusspunkt. Großen Jubel löste der späte Treffer bei den Dortmundern aber nicht aus.

Am nächsten Samstag (15.30 Uhr, 30.11.2019) gastieren die Borussen bei Hertha BSC. Zeitgleich empfangen die Paderborner RB Leipzig im eigenen Stadion.

Fußball · Bundesliga · 12. Spieltag 2019/2020

Freitag, 22.11.2019 | 20.30 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek, Weigl, Hummels, N. Schulz (46. Hakimi) – Dahoud (46. T. Hazard), Witsel – Sancho, Reus, Guerreiro – Alcácer (45.+2 Brandt)

3
Wappen SC Paderborn 07

SC Paderborn 07

Zingerle – Jans, Kilian, Schonlau, Collins – Gjasula, Vasiliadis (40. Sabiri) – Pröger, Holtmann (62. Antwi-Adjej) – Zolinski (77. S. Michel), Mamba

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Mamba (5.)
  • 0:2 Mamba (37.)
  • 0:3 Holtmann (43.)
  • 1:3 Sancho (47.)
  • 2:3 Witsel (84.)
  • 3:3 Reus (90.+2)

Strafen:

  • gelbe Karte Hummels (3 )
  • gelbe Karte Weigl (4 )
  • gelbe Karte Collins (2 )
  • gelbe Karte Hakimi (3 )

Zuschauer:

  • 81.365

Schiedsrichter:

  • Christian Dingert (Lebecksmühle)

Stand der Statistik: Freitag, 22.11.2019, 22:25 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Wappen SC Paderborn 07

SC Paderborn 07

Tore 3 3
Schüsse aufs Tor 7 5
Ecken 10 2
Abseits 4 5
gewonnene Zweikämpfe 110 126
verlorene Zweikämpfe 126 110
gewonnene Zweikämpfe 46,61 % 53,39 %
Fouls 8 7
Ballkontakte 939 547
Ballbesitz 63,19 % 36,81 %
Laufdistanz 123,98 km 128,91 km
Sprints 272 245
Fehlpässe 87 71
Passquote 87,88 % 77,24 %
Flanken 17 2
Alter im Durchschnitt 26,7 Jahre 25,6 Jahre

mick | Stand: 22.11.2019, 22:21

Bundesliga | Tabelle

RangTeamSP
1.Bor. M´gladbach1431
2.RB Leipzig1430
3.Bor. Dortmund1426
4.FC Schalke 041425
5.SC Freiburg1425
 ...  
16.Fort. Düsseldorf1412
17.SC Paderborn 07148
18.1. FC Köln148
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