Schalkes McKennie will Protest gegen Rassismus fortführen

Schalkes Weston McKennie beim Training

Tötung von George Floyd

Schalkes McKennie will Protest gegen Rassismus fortführen

Schalkes Weston McKennie will weiter gegen Rassismus und Polizeigewalt protestieren. In einem Interview sagt der US-Nationalspieler außerdem, Schiedsrichter Felix Zwayer habe ihn aufgefordert, seine Armbinde mit Protest-Botschaft abzunehmen.

McKennie kündigte in einem Interview des US-Magazins "Forbes" ein Video an, das er wahrscheinlich an diesem Dienstag (02.06.2020) über die sozialen Netzwerke verbreiten will. Darin soll brutales Vorgehen gegen Schwarze zu sehen sein.

Darüber hinaus schilderte der 21-Jährige, dass er bei einem Pokalspiel bei einem unterklassigen Verein selbst Rassismus erlebt habe. Dort habe ihn ein Heimfan einen "Affen" genannt und mit Affenlauten und -Gesten verunglimpft und provoziert. Er hasse es, über solche Vorfälle zu sprechen, betonte McKennie. "Aber wenn ich nicht darüber spreche, wenn ich nicht sage, was mit mir und meiner Familie passiert ist, und ich nicht darauf aufmerksam mache, werden wir niemals die Kraft haben, etwas zu ändern."

McKennie spricht über Zwayer

McKennie hatte am vergangenen Samstag beim Heimspiel gegen Werder Bremen eine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" (Gerechtigkeit für George) getragen. Damit dokumentierte McKennie seine Solidarität mit dem zuvor in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd.

Bundesligaprofis positionieren sich gegen Polizeigewalt

Sportschau 31.05.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 ARD

Dem Schalker war nach eigenen Angaben bewusst, dass ihm eine Strafe durch den DFB drohen könnte, weil politische Botschaften auf dem Fußballplatz eigentlich nicht erlaubt seien. Schiedsrichter Felix Zwayer habe ihn im Spiel sogar aufgefordert, die Armbinde abzunehmen. Aber das wollte er nicht. Die Liga und Fußballverbände würden immer predigen: "Nein zu Rassismus".

DFB-Kontrollausschuss entscheidet über mögliche Strafen

Er sei absolut bereit, für sein Handeln einzustehen. "Wenn ich die Konsequenzen tragen muss, um meine Meinung zu äußern, meine Gefühle auszudrücken, für das einzustehen, woran ich glaube - dann muss ich das tun." Allerdings deutet vieles darauf hin, dass der DFB-Kontrollausschuss keine Strafe aussprechen wird - so wie es auch schon bei einer ähnlichen Aktion des damaligen Kölners Anthony Ujah im Jahr 2014 der Fall war. Auch der Weltverband FIFA fordert bei der Entscheidung über mögliche Strafen "gesunden Menschenverstand" ein.

sid/dpa | Stand: 02.06.2020, 11:37

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