Schalke-Boss Tönnies lässt sein Amt drei Monate ruhen

Schalker Ehrenrat: "Vorwurf des Rassismus unbegründet" Morgenmagazin 07.08.2019 01:52 Min. Verfügbar bis 07.08.2020 Das Erste

Ehrenratsbeschluss

Schalke-Boss Tönnies lässt sein Amt drei Monate ruhen

Clemens Tönnies lässt sein Amt als Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 für drei Monate ruhen. Der Ehrenrat des Bundesligavereins kam zu dem Schluss, dass Tönnies mit seinen Äußerungen gegen das Diskriminierungsverbot des Vereins verstoßen habe.

Das erklärte der Klub am späten Dienstagabend (06.08.2019). Tönnies hatte am Donnerstag vergangener Woche bei der Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" in Paderborn eine Rede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung - Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung" gehalten. Danach wurde dem 63-Jährigen wegen einiger Äußerungen Rassismus vorgeworfen.

Es folgte vergangenen Freitag eine öffentliche Entschuldigung von Tönnies, dennoch gab es harsche Kritik an dem milliardenschweren Konzern-Chef aus Rheda-Wiedenbrück. Der Aufschrei der Entrüstung nach der Entgleisung von Tönnies, der in seiner westfälischen Heimat ein Imperium mit 16.500 Mitarbeitern leitet und dessen Privatvermögen von Forbes auf rund 2,2 Milliarden Euro taxiert wird, war riesengroß.

Schalke teilte auf seiner Homepage mit: "Das Gremium ist nach mehrstündiger Sitzung zu dem Ergebnis gelangt, dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist."

Clemens Tönnies drei Monate außer Amt

Sportschau 06.08.2019 00:38 Min. Verfügbar bis 06.08.2020 ARD Von WDR-Reporter Jan Wochner

Vorzuwerfen sei ihm allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben. 

Clemens Tönnies erklärte, sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und dessen Vorsitz für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen zu lassen. Danach werde er seine Tätigkeit im Aufsichtsrat wieder aufnehmen.

Kommentar – Weitermachen, als sei nichts gewesen Sportschau 07.08.2019 01:42 Min. Verfügbar bis 07.08.2020 Das Erste

Kritik von der Sportausschuss-Vorsitzenden

Die SPD-Politikerin Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, hat die Entscheidung des Schalker Ehrenrats kritisiert. "Natürlich, wenn ich einen ganzen Kontinent und seine Bevölkerung letztlich in eine Ecke stelle, dann erfüllt das für mich schon eher den Tatbestand des Rassismus als 'nur' den der Diskriminierung", sagte Freitag bei NDR Info.

Freitag warnte vor den vermeintlich weitreichenden Folgen. "Solche Entgleisungen sind ein Tabubruch ohne Skrupel (...) - und ihre Wirkung in die Gesellschaft, die sie haben, ist - insbesondere in diesen Zeiten - verheerend", sagte sie. Der Deutsche Fußball-Bund müsse zudem eine "klarere Haltung" zu der Thematik finden.

red/dpa | Stand: 07.08.2019, 11:15

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