RB Leipzig - hinten dicht und steil nach oben

Leipzigs Marcel Halstenberg (v.l.), Peter Gulacsi, Dayot Upamecano

Vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg

RB Leipzig - hinten dicht und steil nach oben

Von Marcus Bark

Nach einem schwachen Saisonstart mit vielen Gegentoren geht es für RB Leipzig seit Wochen nach oben. Die Defensive hält seit fünf Spielen dicht, egal in welcher Zusammensetzung.

Damals, da war der FC Bayern Tabellenführer. Damals, da hatten Hertha BSC und der VfL Wolfsburg all ihre Spiele in der Bundesliga gewonnen. Damals, da hatte Borussia Dortmund gerade 0:0 bei Hannover 96 gespielt und wurde (zu Recht) dafür kritisiert, viel zu harmlos in der Offensive zu sein.

Damals, da war RB Leipzig der Verein mit den meisten Gegentoren. Die Mannschaft von Ralf Rangnick hatte noch nicht gewonnen, dem 1:4 beim BVB folgte ein 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf, damals wie heute eher ein Gegner, den Leipzig bezwingen sollte, zumal im eigenen Stadion.

Nur vier Gegentore in neun Spielen

Borussia Dortmund schießt inzwischen ziemlich viele Tore, der FC Bayern hinkt der Tabellenspitze deutlich hinterher, der VfL Wolfsburg den Ansprüchen. Von den neun Spielen seit "damals" gewann er nur noch eines.

Die Niedersachsen sind daher Außenseiter in dem Duell am Samstag (24.11.2018) gegen RB Leipzig, das an jenen neun Spieltagen sechs Mal gewann, an den Bayern vorbeizog und einen Treffer weniger kassierte als in den ersten beiden Partien der Saison, nämlich vier.

Gulacsi in prächtiger Form

Die Defensive ist der Schlüssel für die erfolgreichen vergangenen Wochen. Seit fünf Bundesligaspielen sind die Leipziger ohne Gegentor. Die Daten des Statistikdienstleisters "deltatre" zeigen, dass Rangnicks Mannschaft den Gegnern in der gesamten Saison nur zehn Großchancen gewährte, so wenig wie kein Konkurrent.

Der Trainer passt sein System häufiger den Kontrahenten an als bei früheren Stationen oder auch schon in seiner Zeit vor Ralph Hasenhüttl. Das Umschaltspiel ist nun nach vorne, aber auch nach hinten vorzüglich. Dazu kommt ein prächtig aufgelegter Torwart.

Peter Gulacsi wehrt 78 Prozent aller Schüsse ab, die auf sein Tor kommen. Das ist der beste Wert in der Bundesliga. In den beiden Spielzeiten zuvor kam der Ungar auf 64 Prozent.

Viel Rotation mit kleinem Kader

Da die Leipziger noch durch diverse Qualifikationsrunden für die Europa League mussten, kommen sie schon auf 23 Pflichtspiele in dieser Saison. Um die Belastung vernünftig zu verteilen, nahm Rangnick dabei 125 Änderungen in den Startformationen vor, also etwa sechs pro Spiel. Auffällig: In der Liga setzte der Trainer nur 19 Spieler ein, so wenige wie bei keinem anderen Verein.

Acht Spieler für die Defensive stehen mit mindestens fünf bis maximal acht Einsätzen zu Buche. Wie auch immer Rangnick seine Vierer- oder Fünferkette zuletzt aufstellte, sie hielt im Verbund mit Gulacsi dicht. Was damals war, ob in Dortmund oder auch beim 2:3 in der Europa League gegen RB Salzburg, ist längst vergessen.

Stand: 23.11.2018, 08:30

RangTeamSP
1.Bor. Dortmund1436
2.Bor. M´gladbach1429
3.Bayern München1427
4.RB Leipzig1425
5.Eintr. Frankfurt1423
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15.1. FC Nürnberg1411
16.VfB Stuttgart1411
17.Hannover 961410
18.Fort. Düsseldorf149

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