Ondrej Duda fliegt - wie die Hertha

Ondrej Duda

Schon vier Saisontore

Ondrej Duda fliegt - wie die Hertha

Vier Tore in vier Spielen: Ondrej Duda befindet sich auf einem Höhenflug - wie sein Verein Hertha BSC. Der Slowake spielt schon seit mehr als zwei Jahren für die Berliner. Erst jetzt rückt er in den Blickpunkt.

Werder Bremen und Hertha BSC eröffnen am Dienstag (25.09.2018) den fünften Spieltag der Bundesliga. Beide Mannschaften stehen noch ohne Niederlage da. Das ist eine Überraschung, zumindest eine kleine, denn die Hertha hat schon bei Schalke gespielt, und vor jenem zweiten Spieltag dachten die meisten, dass dies - wie bei den zehn Duellen in Gelsenkirchen zuvor - mit einem Heimsieg enden werde.

Aber die Hertha gewann. Duda schoss zwei Tore. Beim ersten hatte er ein bisschen Glück, denn sein Schuss wurde abgefälscht. Zuvor hatte die Hertha Glück, weil die Schalker einen Elfmeter verschossen. Im Spiel zuvor hatte die Hertha Glück, weil der 1. FC Nürnberg einen Elfmeter verschoss und so die Chance zum 1:1 vergab.

So entsteht ein Lauf

Glück ist einer der vielen Faktoren, die im Fußball über drei, einen oder keinen Punkt entscheiden. Bei der Hertha gesellte sich zu einer gut zusammengestellten Mannschaft, einer guten Form, einer Weiterentwicklung hin zu einer deutlich aktiveren Mannschaft anfangs auch das Quäntchen Glück dazu. Die Ergebnisse stimmten, das Selbstbewusstsein stieg. Das bringt Ruhe in die Kabine, Ruhe am Ball, Lobeshymnen in den Medien. So entsteht ein Lauf.

Duda fliegt sogar. Dass der 23 Jahre alte Slowake mit vier Treffern die Torschützenliste der Bundesliga anführt, ist eine Überraschung, eine sehr große sogar.

Bei der EM entdeckte ihn Dardai

Vor mehr als zwei Jahren unterschrieb Duda bei der Hertha einen Vertrag. Trainer Pal Dardai hatte ihn bei der Europameisterschaft in Frankreich schätzen gelernt. Mehr als vier Millionen Euro überwiesen die Berliner an Legia Warschau.

Das ist nun alles nachzulesen in den vielen Artikeln, die in den vergangenen Wochen über Duda erschienen sind. Jetzt, da alles so gut läuft, da Duda fliegt. Er beschleunigt das Spiel im zentralen Mittelfeld hinter Stürmer Vedad Ibisevic, er schießt Tore, er lenkt - und er hat gelernt, wie die Gegner zu stoppen sind. Beim Sieg auf Schalke nahm er Sebastian Rudy häufig in Manndeckung und erledigte diese Aufgabe mit Bravour.

"Der Trainer vertraut mir mehr als in den vergangenen Jahren", nannte Duda als Grund für den enormen Formaufschwung, "es war nicht einfach für mich."

Nur drei Einsätze in der ersten Saison

Dass es schwierig für ihn war, hatte vermutlich auch mit Dardai zu tun. Mehr jedoch mit einer Knieoperation und weiteren Verletzungen, die Duda in seiner ersten Berliner Saison zu langen Pausen zwangen. Er kam in der Bundesliga nur zu drei kurzen Einsätzen.

In der Spielzeit darauf waren es 17 Einsätze, keiner über 90 Minuten. Duda schoss ein Tor gegen Bayern München. Es war sein einziges in den ersten beiden Spielzeiten, in denen aus dem einst als Königstransfer titulierten Slowaken irgendetwas zwischen Flop und Pechvogel wurde.

Vor der laufenden Saison kam Duda mit seinem Vater, der ihn auch berät, zu einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Hertha zusammen. Die Dudas sollen zumindest in Betracht gezogen haben, dass der Verein eine Trennung ansprechen werde. "Wenn sie mich verkauft hätten, dann hätten sie mich verkauft", sagte Duda der "Berliner Zeitung", "wenn ich nicht hier spielen kann, dann spiele ich eben woanders."

Das hört sich kalt an, und so war es wohl auch gemeint. Duda ist niemand, der nach einem Tor das Wappen küsst. Jedenfalls noch nicht.

bar | Stand: 25.09.2018, 09:47

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