Grafik: Die neuen Gesichter der Bundesliga mit Götze, Hlozek, Siebatcheu, Adeyemi und Mané (v.l.)

Vor dem Saisonstart Die neuen Stars der Bundesliga

Stand: 05.08.2022 09:40 Uhr

Eine neue Saison bedeutet auch immer neue Spieler in der Bundesliga. Doch von welchen Neuzugängen können die Fans besonders viel erwarten?

Von Jörg Strohschein

Sadio Mané (FC Bayern)

Den Top-Transfer in diesem Jahr dürfte der FC Bayern getätigt haben. Mit Sadio Mané hat der Rekordmeister einen der derzeit größten Namen im europäischen Fußball verpflichtet. Rund 40 Millionen Euro haben die Münchner für den 30 Jahre alten Angreifer an den FC Liverpool überwiesen. "Sadio Mané passt perfekt zu dem Fußball, den der FC Bayern unter Julian Nagelsmann spielt", sagt FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Bayern Münchens Sadio Mané beim Supercup gegen RB Leipzig.

Bayern Münchens Sadio Mané beim Supercup gegen RB Leipzig.

Mané soll im besten Fall ein adäquater Ersatz für den zum FC Barcelona abgewanderten Robert Lewandowski sein. Insgesamt acht Jahre spielte der pfeilschnelle und dribbelstarke Senegalese zuletzt in der Premier League für den FC Southampton und Liverpool (sechs Jahre). Mit den "Reds" unter Trainer Jürgen Klopp wurde er Champions-League-Sieger, englischer Meister und Pokalsieger. Mané erzielte in England insgesamt 111 Treffer in 262 Premier-League-Spielen. In diesem Jahr gewann er mit dem Senegal die Afrikameisterschaft.

Sara Schwedmann, Sportschau, 02.08.2022 15:17 Uhr

Bei seinem ersten Pflichtspiel mit den Bayern, dem Supercup gegen RB Leipzig (5:3), traf Mané auf Anhieb. "Er ist ein demütiger, am Boden gebliebener und herausragender Spieler", sagt Trainer Nagelsmann über seinen neuen Offensivspieler.

Mario Götze (Eintracht Frankfurt)

Wer Mario Götze länger nicht gesehen hat, der dürfte sich etwas verwundert die Augen reiben. Der 30-Jährige wirkt im neuen Trikot der Frankfurter Eintracht so austrainiert wie nie - und scheint irgendwie auch gewachsen zu sein. Natürlich nicht körperlich, das dürfte in dem fortgeschrittenen Alter kaum noch möglich sein. Aber sein jüngster Auftritt im DFB-Pokalspiel beim FC Magdeburg (4:0) hat gezeigt, dass er tatsächlich die Führungsrolle einnehmen könnte, die sie sich in Frankfurt von ihm versprechen. Etwas, was noch vor ein paar Jahren kaum vorstellbar war, als er zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hin und her pendelte.

Eintracht Frankfurts Mario Götze während des DFB-Pokalspiels gegen den 1. FC Magdeburg.

Eintracht Frankfurts Mario Götze während des DFB-Pokalspiels gegen den 1. FC Magdeburg.

Seine zwei Jahre bei der PSV Eindhoven unter dem deutschen Trainer Roger Schmidt zuletzt haben ihn offenbar in rasantem Tempo reifen lassen. An seinen außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten gab es ohnehin nie Zweifel. In den Niederlanden, wo die mediale Aufmerksamkeit des Profifußballs nicht mit der in Deutschland vergleichbar ist, scheint Götze sich auch von mentalen Zwängen befreit zu haben.

Seine Stoffwechselstörung, die er im Jahr 2017 publik gemacht hatte, scheint ihn zudem nicht mehr zu behindern. Sein Wechsel an den Main? "Es war für mich eine gute Entscheidung, das Komplettpaket war einfach gut", sagt Götze, der offenbar seinen Spaß am Fußball wiedergefunden hat.

Karim Adeyemi (Borussia Dortmund)

Ob er einen Treffer vor der Südkurve mit einem Salto bejubeln würde, das kann Karim Adeyemi nicht so einfach beantworten. "Da müsste ich wohl erst mal Edin Terzic fragen, wie er das sieht", sagt der neue Angreifer von Borussia Dortmund. Der Respekt vor seinem neuen Coach beim BVB ist offenbar groß. Selbstbewusst kann Adeyemi dennoch sein. Der 20 Jahre alte Offensivspieler ist schließlich als Torschützenkönig (19 Treffer) der österreichischen Liga von RB Salzburg zum BVB gewechselt. "Seine Schnelligkeit und Torgefahr sind beeindruckend, und obwohl Karim mit gerade einmal 20 Jahren fußballerisch und athletisch schon sehr weit ist, sehen wir enormes Entwicklungspotenzial in ihm", sagt Sportdirektor Sebastian Kehl.

Borussia Dortmunds Karim Adeyemi beim Jubel über das 0:3 während des DFB-Pokalspiels gegen TSV München 1860.

Borussia Dortmunds Karim Adeyemi beim Jubel über das 0:3 während des DFB-Pokalspiels gegen TSV München 1860.

Adeyemi ist einer der Faktoren, die Erling Haaland beim BVB vergessen machen sollen. Fußballerisch so weit wie der Norweger ist der gebürtige Münchner Adeyemi zwar noch nicht. Aber auch er hat es darauf abgesehen, seine Stärken vor dem gegnerischen Tor bestmöglich wie sein Vorgänger zu nutzen. "Mein Vater hat schon immer gesagt, alles was aufs Tor geht, geht vielleicht auch rein", sagt Adeyemi. Dass sich diese (Stürmer-)Theorie auszahlen kann, zeigte sich im DFB-Pokalspiel des BVB bei 1860 München, als Adeyemi den Endstand zum 3:0 mit einem "Schüsschen" erzielte, das der Löwen-Torhüter durchflutschen ließ. Je länger Adeyemi für die Dortmunder spielen wird, desto mehr wird es eine Win-Win-Situation für den Klub und für den Spieler werden.

Adam Hlozek (Bayer Leverkusen)

Ein Schnäppchen ist Adam Hlozek nicht gerade: Bayer 04 Leverkusen soll für die Dienste des tschechischen Nationalspielers rund 22 Millionen Euro bezahlt haben. Dabei ist der Angreifer gerade einmal 20 Jahre alt. Aber: Hlozek ist auch eines der erfolgversprechenden Talente, die es im europäischen Fußball derzeit gibt - und passt damit nahezu perfekt in die jahrelang erprobte Transferpolitik der Werkself. Bereits im Alter von 16 Jahren debütierte Hlozek in der tschechischen Liga, erzielte dort in 105 Einsätzen insgesamt 34 Treffer. Gemeinsam mit seinem Landsmann und Torjäger Patrik Schick soll Hlozek die gegnerischen Abwehrreihen nun vor unlösbare Probleme stellen.

Bayer Leverkusens Adam Hlozek.

Bayer Leverkusens Adam Hlozek.

"Seine Vielseitigkeit, Power und vor allem seine Abschlussstärke werden unserem Offensivspiel weitere Variationsmöglichkeiten geben", sagt Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes. "Adam Hlozek ist ein Spieler, der als hängende Spitze aus zentraler Position heraus und auch vom Flügel kommend große Torgefahr entwickeln kann."

Bei der Blamage bei Drittligist Elversberg in der 1. Runde des DFB-Pokals (3:4) traf Hlozek zum zwischenzeitlichen 1:1. Die Pleite konnte aber auch er nicht verhindern. "Er hat einen guten Abschluss, ist zielstrebig und robust. Er merkt, dass es bei uns intensiver ist und braucht noch etwas Zeit, aber er ist sicher ein Versprechen für die Zukunft", sagte Bayer-Trainer Gerardo Seoane jüngst.

Jordan Siebatcheu (Union Berlin)

Einmal konnte Jordan Siebatcheu seine spezielle Geste in einem Pflichtspiel schon zeigen. Immer wenn der 26-Jährige einen Treffer erzielt, dann steckt er seine ausgestreckten Zeigefinger gegeneinander, was symbolisch für ein Miteinander von Freunden und Familie steht. Im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Chemnitzer FC gelang dem Neuzugang von Union Berlin gleich ein spektakulärer und besonders wichtiger Treffer per Seitfallzieher zum 1:1 nach Rückstand - und er bewahrte sein Team damit vor einer Blamage (Endstand: 2:1 n.V.).

Union Berlins Jordan Siebatcheu während des DFB-Pokalspiels gegen den Chemnitzer FC.

Union Berlins Jordan Siebatcheu während des DFB-Pokalspiels gegen den Chemnitzer FC.

Sechs Millionen Euro haben die Berliner für Siebatcheu an den Schweizer Erstligisten Young Boys Bern überwiesen - und sie haben dafür den besten Torschützen der Super League erhalten (22 Treffer). Der US-Nationalspieler mit franko-kamerunischen Wurzeln soll den zu Nottingham Forrest abgewanderten Taiwo Awoniyi ersetzen. Die zuletzt 20 Bundesliga-Treffer des Nigerianers sind allerdings eine hohe Hürde für Siebatcheu.

Die Kommunikation mit dem 1,90 Meter großen Stürmer ist derzeit noch etwas komplex. Französisch ist die Sprache, die er am besten beherrscht, da Siebatcheu in Frankreich aufgewachsen ist. Sein Englisch ist nicht perfekt. Deutsch zu lernen ist seine nächste Aufgabe. Aber: "Er hat sofort nach einem Deutsch-Lehrer gefragt", verrät Unions Kapitän Christopher Trimmel. Der Integrationsprozess ins Union-Team ist also in vollem Gange.