Lange Sperre droht - Nübel zeigt Reue nach brutalem Foul

Alexander Nübel sieht Rot

Leichte Entwarnung bei Mijat Gacinovic

Lange Sperre droht - Nübel zeigt Reue nach brutalem Foul

Von Christian Hornung

Es war ein Foul, das vermutlich auch in einigen Jahren noch in diversen Rückblicken gezeigt wird, auch wenn man eigentlich gar nicht hinsehen möchte: Alexander Nübel droht für seinen üblen Tritt gegen Mijat Gacinovic eine lange Sperre.

Immerhin, die gute Nachricht kam noch am selben Abend. Eintracht Frankfurt teilte mit, dass Gacinovic nach der brutalen Notbremse des Schalker Torhüters "glimpflich" davongekommen sei, es handele sich nur um eine schwere Rippenprellung. "Es geht ihm den Umständen entsprechend aber soweit gut", hieß es in der Meldung.

Absicht unterstellt niemand

Bei dem enormen Tempo der Attacke, die Gacinovic nicht kommen sah, und dem ausgestreckten Bein mit den Stollen voraus in die Brustgegend des Eintracht-Offensivspielers hätte es in der Tat sehr viel schlimmer kommen können.

Niemand unterstellte Nübel anschließend Absicht. Deshalb sind auch die Vergleiche mit dem Toni-Schumacher-Foul am Franzosen Patrick Battiston aus der Weltmeisterschaft 1982, der Kung-Fu-Attacke von Oliver Kahn 1999 gegen Dortmunds Stephane Chapusiat oder anderen Entgleisungen wie von Hollands Nigel de Jong (2010 im WM-Finale gegen Spaniens Xabi Alonso) oder Tim Wiese gegen Ivica Olic (2008) - die natürlich sofort alle in den sozialen Netzwerken die Runde machten - fehl am Platz. Auch wenn die Intensität des Vorfalls unbestreitbar ähnlich aussah.

Live-Reportage: Nübel sieht nach hartem Foul glatt Rot

Sportschau 16.12.2019 01:35 Min. Verfügbar bis 16.12.2020 ARD

"Er kam leider zu spät"

Alexander Nübel sieht Rot

Alexander Nübel sieht Rot

"Wer Alex kennt, weiß, dass er das nicht mit Absicht macht. Er kam leider einen Schritt zu spät und es tut ihm sehr, sehr leid. Wir hoffen alle, dass Gacinovic nichts Schlimmeres passiert ist", sagte beispielsweise Schalkes Daniel Caligiuri nach der Partie am Sportschau-Mikrofon.

Caligiuri über Nübel-Foul: "Tut ihm natürlich sehr leid"

Sportschau 15.12.2019 01:24 Min. Verfügbar bis 15.12.2020 ARD

Von Nübel, immerhin Kapitän der Schalker, hätten sich viele eine spontane öffentliche Entschuldigung nach dem Spiel gewünscht. Doch er schwieg zunächst zu seinem Tritt, erst am Montagnachmittag äußerte er sich: "Es tut mir sehr, sehr leid für den Spieler." Er sei "selber erschrocken" gewesen.

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Die Rote Karte sei ihm "egal", er habe gehofft, dass es Mijat Gacinovic "gut geht". Der Frankfurter war dem Schalker Kapitän schon zuvor zur Seite gesprungen. "Danke, dass du dich sofort entschuldigt hast. Das kann im Fußball vorkommen", schrieb er bei Instagram und nahm den Keeper in Schutz. Dazu postete Gacinovic ein Foto, dass die blutigen Striemen an seinem Oberkörper zeigt.

Einigkeit über die Rote Karte

Schalkes Trainer David Wagner sagte nach dem Spiel in der Pressekonferenz: "Es war eine berechtigte Rote Karte für Alex Nübel. Eine sehr unglückliche Situation, sicher unabsichtlich - er kommt zu spät. Wir können Gacinovic nur alles Gute und gute Besserung wünschen."

Frankfurts Coach Adi Hütter kommentierte am Sonntagabend (15.12.2019): "Mijat ist im Spital, es scheint nicht ganz so schlimm zu sein. Aber wir müssen ein, zwei Tage mit einer genauen Diagnose warten. Alex Nübel hat die Situation sicher falsch eingeschätzt und war in seinem Bewegungsablauf drin - aber es war trotzdem eine klare Rote Karte."

Wiederholungstat beeinflusst Strafmaß

Nübel wird nun vom Sportgericht sicher eine harte Strafe zu erwarten haben, nicht nur wegen des Vorfalls an sich. Er gilt auch als Wiederholungstäter, weil er bereits am 2. Februar dieses Jahres im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach mit glatt Rot vom Platz geflogen war. Damals musste er zwei Spiele aussetzen, damit wird er dieses Mal sicher nicht auskommen.

Hütter über Nübel: "Situation falsch eingeschätzt" Sportschau 16.12.2019 00:23 Min. Verfügbar bis 16.12.2020 Das Erste

Stand: 16.12.2019, 17:05

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