WDR-Recherche zu Minijobs an NLZ: Die Antworten der Klubs

Fußbälle auf dem Trainingsplatz

Reaktionen auf Anfrage von Sport inside

WDR-Recherche zu Minijobs an NLZ: Die Antworten der Klubs

Von Matthias Wolf

Sport inside hat alle Nachwuchsleistungszentren der 36 Profiklubs angefragt. Dabei ging es unter anderem darum, wie viele Minijobber am jeweiligen NLZ beschäftigt werden. Hier finden Sie ausgewählte Reaktionen der Klubs.

Gar keine Antwort auf die Fragen von Sport inside kam aus den Nachwuchsleistungszentren von Bayern München, Schalke 04, Union Berlin, 1. FC Köln, Erzgbirge Aue, VfL Bochum, und Holstein Kiel.

Absagen, weil man sich zu Personalfragen nicht äußern wolle, kamen von Borussia Dortmund, Werder Bremen, Mainz 05, SC Freiburg, Arminia Bielefeld, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg, VfL Osnabrück, Jahn Regenburg, SV Sandhausen, Würzburger Kickers, Fortuna Düsseldorf.

Borussia Mönchengladbach beschäftigt 16 Mini-Jobber und betont: "Von der U23 bis zur U12 sind alle Cheftrainer in Vollzeit angestellt, teilweise unterstützt durch Minijobber als Co-Trainer."

RasenBallsport Leipzig vermeldet im Nachwuchsbereich 17 Vollzeit- und drei Teilzeitbeschäftigte, die sich aus Trainer, Co-Trainern/Analysten und Spezialtrainern zusammensetzen würden. Nur zwei Festangestellte finden sich im Bereich U8 bis U12. Kein Wort zu Minijobbern.

Hertha BSC schreibt: "Die Trainer der U23 bis U14 sind in Vollzeit beschäftigt. Insgesamt haben wir zwölf Minijobber. Aktuell sind es aber nur fünf Trainer, die direkt an einer Mannschaft tätig sind." Diese allesamt bei U9 bis U13. Bei den anderen Minijobbern handle es sich um "Teamleiter und Athletiktrainer".

Laut Hertha BSC sei es möglich, diesen Job in 48 Monatsstunden zu erledigen, denn "in der Regel trainieren die Mannschaften im Bereich der U9-U12 dreimal in der Woche und haben dann am Wochenende ein Spiel. Setzt man für eine Trainingseinheit und Spiel inklusive Auf- und Abbau/Vorbereitung ca. zwei bis zweieinhalb Stunden an, kommt man damit hin." Gegenüber Sport inside hatten ein aktueller und ein ehemaliger Trainer von Hertha BSC dies anders geschildert.

Eintracht Frankfurt hat zehn Vollzeit- und sechs Teilzeitstellen. Dazu noch elf Minijobber, alle im Bereich der U9 bis U13. Zum Thema Arbeitszeit und Mindestlohn schreibt die SGE: "Für Trainer im NLZ sind notwendige Flexibilitäten bei den Arbeitszeiten unumgänglich."

Die TSG 1899 Hoffenheim vermeldet sechs Chef- und sechs Co-Trainer in Vollzeit, Minijobber gäbe es an der Akademie elf – davon neun im Kleinfeldbereich (U9 bis U13). Und was bedeutet das für die maximale Arbeitszeit von 48 Stunden? Das sehe man "unkritisch, da in das in den jungen U-Mannschaften durchaus ausreichend ist. Bei den oberen Altersklassen handelt es sich jeweils um den zweiten Co-Trainer, von daher auch unkritisch".

Bayer Leverkusen schreibt: "Alle Cheftrainer von der U12 bis zur U19 sind hauptamtlich und in Vollzeit beschäftigt. In der U17 und U19 gilt das auch für die Position des Co-Trainers". Nebenberuflich würden die Trainer bei U8 bis U11 arbeiten. Ein Minijob sei in 48 Stunden im Monat zu erledigen "bei im Schnitt drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche"

Der FC Augsburg betont, man "halte sich mit unseren Vereinbarungen an das Mindestlohngesetzt und können den von Ihnen geschilderten Sachverhalt mit der Behauptung eines ehemaligen Nachwuchstrainers nicht bestätigen". Auch ein FCA-Trainer hatte gegenüber Sport inside erklärt, er habe auf Anweisung Stundenzettel falsch ausfüllen müssen.

Der Hamburger SV schreibt, er habe "19 hauptamtliche Trainer und Co-Trainer, von denen ein geringer Teil in Teilzeit angestellt ist. Die Frage nach der Mindestlohnregelung für Beschäftigte auf Minijob-Basis stellt sich für uns nicht, da alle Trainer und Co-Trainer über dem Mindestlohn beschäftigt sind".

Der FC Heidenheim beschäftigt nach eigenen Angaben zehn Jugendtrainer in Vollzeit darunter die Cheftrainer der U19, U17, U16, U15, U14, U11 sowie die Co Trainer der U19 und U13. Teilzeitbeschäftigt sei lediglich ein Athletiktrainer für die U16 und U15. Am NLZ des Klubs gibt es zudem neun Minijobber, vor allem Co- und Torwart-Trainer. Die Trainer unterhalb der U10 erhalten Übungsleiterpauschalen. Die Aufgaben seien in der vorgegeben Zeit von 48 Stunden monatlich zu bewältigen schreibt der Klub, da der Trainingsaufwand viel geringer sei als in älteren Teams. "Hinzu kommt, dass die jeweiligen Trainer von festangestellten NLZ-Mitarbeitern (siehe vorherige Antwort) oder zusätzlich von Co-Trainern bzw. Team-Betreuern zudem noch zeitlich entlastet werden."

Der 1. FC Nürnberg schreibt, man beschäftige "insgesamt acht hauptamtliche Trainer in Vollzeit und keinen in Teilzeit". Keine Angabe zu Minijobbern.

Der SC Paderborn beschäftigt nach eigenen Angaben "sechs hauptamtliche Trainer in Vollzeit und drei hauptamtliche Trainer in Teilzeit". Keine Angabe zu Minijobbern.

Darmstadt 98 beschäftigt nach eigenen Angaben neun hauptamtliche Trainer im NLZ – darüber hinaus keine Auskunft.

Hannover 96 habe in seiner Akademie "sieben hauptamtliche Trainer in Vollzeit und sieben hauptamtliche Trainer in Teilzeit" angestellt, schreibt der Klub. Keine Angabe zu Minijobbern.

Eintracht Braunschweig schreibt: "Im NLZ arbeiten vier hauptamtliche Trainer in Vollzeit und ein hauptamtlicher Trainer in Teilzeit." Keine weiteren Angaben.

Die SpVgg Greuther Fürth hat 21 Trainer im NLZ angestellt, davon nur drei in Vollzeit. Wie viele Minijobber – dazu keine Angabe.

Der Karlsruher SC vermeldet drei hauptamtliche Trainer, bei U19, U17 und U12 (mit Leitung Grundlagenbereich und Scouting). Keine Angaben zu Minijobbern.

Der FC St. Pauli beschäftigt vier Trainer in Voll- und 16 Trainer in Teilzeit. Wie viele Minijobber darunter sind, teilt der Klub nicht mit.

Zum offiziellen Budget im Nachwuchsbereich, also wie viel man sich das NLZ kosten lässt – dazu wollte kein Klub Angaben machen.

Sport inside - Sendung vom 14.03.2021 sport inside 14.03.2021 28:14 Min. UT Verfügbar bis 14.03.2022 WDR

Hinweis: In einer früheren Version hieß es, dass der FC Heidenheim nicht geantwortet habe. Tatsächlich haben wir keine Antwort des Klubs erhalten, allerdings war unsere Anfrage wegen einer falschen E-Mail-Adresse nicht beim FC Heidenheim eingegangen. Der Verein antwortete nun am Mittwoch (17.03.2021) ausführlich auf unsere Fragen. Auszüge daraus sind nun in diesen Text eingeflossen.

Stand: 18.03.2021, 10:27

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