Im Bild v.l.: Edmond Tapsoba (12, Leverkusen), Lukas Klostermann (16, RB Leipzig), Charles Aranguiz (20, Leverkusen) und Torwart Lukas Hradecky (1, Leverkusen)

Fußball | Bundesliga

RB Leipzig gegen Leverkusen: Dezimiert und ohne Zuschauer

Stand: 28.11.2021, 08:55 Uhr

Die 13 bringt kein Glück: RB Leipzig muss am 13. Bundesliga-Spieltag vor leeren Rängen gegen Bayer Leverkusen antreten. Die Partie Siebter gegen Vierter ist das Duell zweier offensivstarker Teams mit wackeligen Abwehrreihen.

Leipzigs Cheftrainer Jesse Marsch wirkte am Samstag, was die bevorstehende Geisterspiel-Atmosphäre betrifft, zumindest ein klein wenig hin- und hergerissen. Natürlich bedauerte der Amerikaner das Fehlen der Zuschauer: "Ich sagte letztens, die Gesellschaft ist wichtiger als der Fußball. Aber die Gesellschaft braucht auch den Fußball." Ziel sei es nun, "unsere Fans stolz zu machen, wie wir das in Brügge gemacht haben".

In Brügge war Marsch wegen seiner Corona-Infektion allerdings nur virtuell. Das Coaching aus der Leipziger Wohnung heraus war jedoch eher mittelprächtig: "Die Kommunikation im Spiel war nicht so gut, denn auf meinem Bildschirm hing ich eine Minute hinterher." Was er sah, war zudem nur das normale TV-Bild, denn die Taktik-Cam konnte er wegen des schlechten Internets im Brügger Stadion nicht anzapfen.

Marsch mit Geständnis

Das wird am Sonntag mit Sicherheit anders laufen. Ohne Zuschauer, so hofft der immer noch in Quarantäne sitzende Marsch, ist die Kommunikation zwischen ihm, dem Trainerstab und den Spielern besser möglich. "Aber", schränkte er gleich wieder ein, "am wichtigsten ist, dass die Spieler erkennen, was das Spiel braucht".

Vom permanenten In-Game-Coaching hält Jesse Marsch offenbar eh nicht sonderlich viel. Böse Zungen würden sagen, das sehe man hin und wieder an seinen merkwürdigen Spielerwechseln. Am Samstagmittag sagte er es jedenfalls so: "Ich weiß, das ist in Deutschland schwer zu verstehen. Hier denken alle, der Trainer muss alles machen, muss allen sagen, was sie machen sollen. Aber mein Leadership-Style ist anders. Sicher haben wir einen Plan, eine Taktik, Prinzipien. Aber es gibt nichts Besseres als eine Mannschaft auf dem Platz mit Spielern, die alles füreinander machen."

Wackeln: Abwehr und Personalien

Diese Mentalität war für Marsch auch ein wichtiger Schlüssel zum 5:0-Sieg in Brügge. "Wir konnten fast jede Phase im Spiel kontrollieren", blickte der Coach zurück und überspielte damit etwas die massiven Wackeleinlagen seiner Defensive nach der Pause. Dieses kleine Abwehrproblem hat aber auch der kommende Gegner Leverkusen. Entscheidend dürfte damit am Sonntag sein, wer das am besten ausnutzt und am effizientesten ist.

Die Mannschaft selbst stellt sich nach diversen weiteren positiven PCR-Tests fast von selbst auf. Yussuf Poulsen, Mohamed Simakan, Willi Orban und Hugo Novoa jedenfalls sind allein schon aus diesem Grund raus. Marcel Halstenberg und Dani Olmo sind verletzt. Immerhin meldeten sich Amadou Haidara und Dominik Szoboszlai zurück. Ob Peter Gulacsi wieder in den Kader zurückkehren kann, ist noch offen und hängt an einem letzten Corona-Test. Aber selbst wenn dieser negativ ist, wird wohl Ersatzkeeper Josep Martinez nach seiner starken Leistung am Mittwoch wieder im Tor stehen. Marsch: "Die Tendenz ist, mit Josep zu spielen. Er hat sich die nächste Chance verdient."

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Sven Kups

Quelle: MDR

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