"Besonderer Moment" - Thuram bejubelt Treffer mit Kniefall

Marcus Thuram kniet in Erinnerung an George Floyd

Tötung von George Floyd

"Besonderer Moment" - Thuram bejubelt Treffer mit Kniefall

Nach Weston McKennie hat auch Gladbachs Marcus Thuram einen Weg des Protestes gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA gefunden - ebenso Jadon Sancho und Achraf Hakimi vom BVB.

Thuram bejubelte seinen ersten Treffer für Borussia Mönchengladbach in der Partie gegen den 1. FC Union Berlin am Sonntag (31.05.2020) mit einem Kniefall. Der 22 Jahre alte Franzose kniete nach seinem Tor zum 2:0 im Strafraum nieder und senkte den Kopf. "Besonderer Moment im Borussia-Park", schrieb der Bundesligist zu einem Foto Thurams auf Twitter. Der englischsprachige Account der Gladbacher twitterte: "Keine Erklärung erforderlich". Thuram teilte später via Instagram mit: "Gemeinsam kommen wir voran. Gemeinsam verändern wir etwas."

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Im American Football hatte Quarterback Colin Kaepernick 2016 eine Protestwelle gegen Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt in den USA gestartet. Der heute 32-Jährige war während der Nationalhymne auf ein Knie gegangen. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis gibt es in den USA derzeit landesweit Proteste und Gewalt. Der Schalker Profi Weston McKennie hatte am Samstag in der Partie gegen Werder Bremen (0:1) mit einer Armbinde seine Unterstützung für Floyd gezeigt.

Bundesligaprofis positionieren sich gegen Polizeigewalt

Sportschau 31.05.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 ARD

Lob von Rose und Ginter

Achraf Hakimi gedenkt während seines Jubels an den verstorbenen George Floyd

Gladbachs Trainer Marco Rose fand nach dem Spiel lobende Worte für Thuram. "Wir haben eine gewisse Öffentlichkeitswahrnehmung", sagte Rose: "Wenn jemand sich gegen Rassismus stellt, hat er von den Menschen auf diesem Planeten volle Unterstützung. Deswegen: Gute Aktion, finde ich." Auch Thurams Teamkollege Matthias Ginter schloss sich an: "Wenn man mitbekommt, was in Amerika so los ist, finde ich es gut, dass er sich da so klar positioniert."

Sancho und Hakimi mit Botschaft auf dem Shirt

Auch Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund bejubelten ihre Treffer im Spiel gegen den SC Paderborn. Sancho zog nach dem Tor sein Trikot aus und zeigte sein gelbes Shirt mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" ("Gerechtigkeit für George Floyd"). Er sah anschließend die Gelbe Karte für das Ausziehen des Trikots.

Jadon Sancho gedenkt bei seinem Torjubel an George Floyd

In der Theorie drohen Sancho und Hakimi damit, ebenso wie McKennie, Strafen durch den DFB. Politische Botschaften auf der Spielkleidung sind nach DFL-Richtlinien nicht erlaubt. „Der Kontrollausschuss des DFB wird sich im Laufe der nächsten Tage dieser Angelegenheit annehmen und den Sachverhalt prüfen“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Anton Nachreiner, am späten Sonntag.

Strafen gelten dennoch als unwahrscheinlich. In der Vergangenheit wurde allerdings auch schon ein Auge zugedrückt - zumal die Verbände zahlreiche Kampagnen gegen Rassismus unterstützen.

Rose über Thurams Kniefall: "Eine Botschaft, die wir alle unterstützen"

Sportschau 31.05.2020 02:21 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 ARD

dpa/msc | Stand: 01.06.2020, 10:20

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