Schiedsrichter Manuel Gräfe: Kommt es zum Rechtsstreit mit dem DFB?

Manuel Gräfe

"Einfach-Fußball"-Podcast von WDR 2

Schiedsrichter Manuel Gräfe: Kommt es zum Rechtsstreit mit dem DFB?

Schiedsrichter Manuel Gräfe schließt eine rechtliche Auseinandersetzung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen der zwangsweisen Beendigung seiner aktiven Laufbahn aufgrund des Erreichens der Altersgrenze nicht aus. Das erklärte der 47-Jährige im "Einfach Fußball"-Podcast von WDR 2.

"In Holland und England gab's, glaube ich, auch erst Prozesse, bis der Verband zu einer anderen Auffassung gekommen ist. Vielleicht ist es hier auch noch mal an der Zeit, ein letztes Signal zu senden", sagte der Berliner. Gräfe weiter: "Es gibt Kanzleien, die haben mich kontaktiert. Die sehen die rechtliche Lage relativ eindeutig."

Das Aus für Gräfe und dessen Kollegen Guido Winkmann und Markus Schmidt ist laut "kicker" beschlossene Sache. Demnach entschied sich die sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter, strikt an der umstrittenen Altersgrenze von 47 Jahren für Bundesliga-Referees festzuhalten. Das DFB-Präsidium habe die vorgeschlagene Schiedsrichterliste bereits abgenickt.

Manuel Gräfe - Für mich ist Fußball Liebe

WDR 2 Einfach Fußball 27.05.2021 01:03:46 Std. Verfügbar bis 27.05.2022 WDR Online


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Unterstützung aus der Bundesliga

"Ich glaube, es ist an der Zeit, dass im Schiedsrichterwesen persönliche Motive in den Hintergrund treten und die Besten zum Einsatz kommen", betonte Gräfe im WDR. Die Altersgrenze sei für ihn "nicht sinnvoll und hört sich nach Diskriminierung an. Der DFB schreibt sich auf die Fahnen, er sei gegen Diskriminierung, gegen Rassismus und für Diversität, und dann sortiert man nur wegen einer Zahl, eines Alters, drei Schiedsrichter aus."

Solange die Leistung stimme "spricht nix dagegen. Ich war immer fit. Dass das erst so rabiat abgelehnt wurde und man einem das jetzt auch noch über die Medien mitteilt, ist bezeichnend", äußerte der Unparteiische. Aus der Bundesliga hatte er große Unterstützung für eine Fortsetzung seiner Referee-Karriere erhalten.

Appelle an den DFB

Aus der Bundesliga hatten zahlreiche Spieler, Trainer und Funktionäre an den DFB appelliert, an Gräfe festzuhalten und nicht nach Alter, sondern nach Qualität zu urteilen. So sagte beispielsweise Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc: "Dass einer der angesehensten Schiedsrichter Deutschlands gegen den Widerstand der breiten Masse nur deshalb in den Zwangsruhestand geschickt wird, weil sein Alter irgendwann um Mitternacht von 47 auf 48 schaltet, halte ich für wenig professionell. Eigentlich ist es ein Witz."

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl warnte sogar: "Wir verlieren sehr viel Kompetenz und einen sehr, sehr guten Mann."

Fröhlich nennt Entscheidung "schwierig"

DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich hatte zu der Maßnahme zuletzt erklärt: "Die Entscheidung war für uns sehr schwierig. Aber letztendlich gaben für uns die Aspekte Weiterentwicklung und Strategie in der Kaderplanung den Ausschlag." Es sei keine Entscheidung gegen die altgedienten Referees, sondern für höhere Fluktuation und ein Nachfüllen mit Talenten.

red/wdr | Stand: 27.05.2021, 22:19

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