Kreuzbandverletzung - Mehrere Monate Pause für Sané

Leroy Sané

Wechsel zum FC Bayern fraglich

Kreuzbandverletzung - Mehrere Monate Pause für Sané

Der Transferpoker um Leroy Sané wird durch eine schwere Kreuzbandverletzung des Fußball-Nationalspielers noch komplizierter. Der erhoffte Königstransfer des FC Bayern München wird in der kommenden Woche am rechten Knie operiert.

Um die Verletzung von Leroy Sané machte dessen Arbeitgeber Manchester City ein großes Geheimnis - bis zum frühen Donnerstagabend (08.08.2019). Dann bestätigte der Klub entsprechende Pressemeldungen, nachdem sich Sané eine schwere Kreuzbandverletzung zugezogen habe. Am vergangenen Sonntag wurde der deutsche Nationalspieler im Community Shield gegen den FC Liverpool bereits in der 13. Minute ausgewechselt. Der Flügelspieler hatte sich zuvor das Knie verdreht und musste minutenlang auf dem Rasen behandelt werden. "Der erste Eindruck war nicht gut, aber ich glaube, es ist nicht schlimm", hatte Citys Teammanager Pep Guardiola im Anschluss gesagt - und sich geirrt. Der 23-jährige Sané soll in der kommenden Woche operiert werden und wird mehrere Monate ausfallen.

Pause von mehreren Monaten

Das ist bitter für Sané, für City, die deutsche Nationalmannschaft - und auch für den FC Bayern. Denn der ehemalige Schalker ist der erklärte Wunschspieler des Rekordmeisters. Mehr als 100 Millionen Euro sollen die Bayern zu zahlen bereit sein, und Sané soll sich angeblich für den Rekordmeister entschieden haben. City fordert allerdings, so ist es jedenfalls in England zu hören, 150 Millionen. Welche Auswirkungen die schwere Verletzung auf die Transferbemühungen des FC Bayern um den Nationalspieler hat, war zunächst unklar. Vom deutschen Rekordmeister gab es dazu am Donnerstag keine Stellungnahme. "Grundsätzlich ist er erst einmal ein Spieler von Manchester City und zu Spielern, die bei anderen Klubs unter Vertrag stehen, äußern wir uns nicht", sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Guardiola zu Sanés Verletzung: "Er ist in den allerbesten Händen hier" Sportschau 09.08.2019 00:30 Min. Verfügbar bis 09.08.2020 Das Erste

Wie geht es weiter im Transferpoker?

Wie gehen die Bayern nun weiter vor im Transferpoker? Eigentlich kann es sich der Klub nicht leisten, monatelang auf den ersten Einsatz des Top-Zugangs zu warten. Die Bayern brauchen Sané am besten sofort. Die Verletzung am vorderen Kreuzband des rechten Knies - zur Diagnose reiste nach Angaben von City ein Spezialist nach Manchester - dürfte aber nichts an der grundsätzlichen Einschätzung der Münchner über den Spieler ändern. Doch in jedem Fall wirft die neue Wendung Fragen auf. Lohnt angesichts der zu erwartenden Verletzungspause ein Transfer in diesem Sommer? Oder ist ein Zugang im Winter sinnvoller - wenn er dann noch möglich ist? Und sind die Münchner zur selben Zahlung wie vor der Diagnose bereit? Offen ist auch, wie sich das Kalkül von Manchester City ändert, wo Sané noch bis 2021 unter Vertrag steht. Der Verein signalisierte in seiner Mitteilung die volle Unterstützung für die Genesung - das klingt zumindest nicht nach schnellem Abschied.

Nur 17 Spieler

Der Münchner Kader ist mit nur 17 Spielern enorm dünn besetzt. Vor allem - und das ist ja der Anspruch in München - wenn man in der Bundesliga, im Pokal und in der Champions League vorne mitmischen will. Bislang haben die Bayern Lucas Hernández (Atlético Madrid), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Fiete Arp (Hamburger SV) verpflichtet. In Franck Ribéry, Arjen Robben und James Rodriguez verließen drei offensive Spieler den Verein. Auf den Außenbahnen hat Trainer Niko Kovac aktuell nur zwei Spieler: Serge Gnabry und Kingsley Coman.

Hitzfeld: "Die Bayern brauchen Sané"

Für den früheren Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ist der Transfer Sanés deshalb ein Muss. "Die Bayern brauchen Leroy Sané", sagte der 70-Jährige: "Kingsley Coman und Serge Gnabry alleine reichen nicht." Auch mit der Verpflichtung Sanés alleine sei es nicht getan. "Die Bayern brauchen nicht nur einen Transfer, sondern sehr viel Qualität", meinte Hitzfeld.

Auch Torjäger Robert Lewandowski lässt mit seinen Forderungen nach weiteren Neuzugängen nicht locker. "Ich denke, dass wir noch drei neue Spieler brauchen", sagte der 30 Jahre alte Pole. Schon nach der 0:2-Niederlage im Supercup gegen Borussia Dortmund hatte er die Qualität des Kaders infrage gestellt. Auch im Fall einer Verpflichtung von Nationalspieler Sané wäre Lewandowski nicht zufrieden. "Wir brauchen - auch wenn Sané kommt - einen weiteren Außenstürmer", sagte er. Zudem wünscht sich Lewandowski "vielleicht einen Sechser oder einen offensiven Spieler für das Zentrum".

Gerüchteküche brodelt

Was Zugänge angeht, kursieren zahlreiche Namen. Leipzigs Timo Werner könnte wieder zu einem Thema werden, zudem sind die Bayern angeblich an Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam sowie an Steven Bergwijn von der PSV Eindhoven interessiert. Falls es mit Sané nicht klappt, gilt Leverkusens Leon Bailey als Alternative.

Die Bayern-Verantwortlichen müssen sich in jedem Fall beeilen. Am 2. September schließt das Transferfenster. Das gilt übrigens auch für Sané. In der Premier League ist zwar schon am Donnerstag (08.08.2019) "Deadline Day", das gilt aber nur für Zugänge. Spieler verkaufen dürfen die Klubs noch.

sid/dpa/vdv | Stand: 08.08.2019, 19:02

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