Hertha BSC - das Risiko mit "Team Labbadia"

Bruno Labbadia

Trainer bringt gleich ein ganzes Assistententeam mit

Hertha BSC - das Risiko mit "Team Labbadia"

Am Ostermontag stellte Hertha BSC Bruno Labbadia offiziell als neuen Coach vor. Für den ehemaligen Stürmer ist Hertha die siebte Trainerstation. Und er kommt nicht allein.

Als Nachfolger des glücklosen Alexander Nouri soll Bruno Labbadia die Berliner schnell wieder aufrichten und in eine erfolgreiche Zukunft führen. Der 54-Jährige stand am Ostermontag (13.04.2020) erstmals auf dem Trainingsplatz - als bereits vierter Cheftrainer der Hertha alleine in dieser Spielzeit.

Aber Labbadia kommt nicht allein. Es darf sich bei der Hertha erneut eine ganz neue Gruppe versuchen. Denn auch Nouris Assistent Markus Feldhoff und Fitnesscoach Werner Leuthard müssen gehen. Labbadia bringt neben seinem langjährigen Vertrauten Eddy Sözer auch Olaf Janßen als Co-Trainer sowie Athletiktrainer Günter Kern mit an die Spree. Labbadia und sein Team haben bisher allerdings eine eher holprige Bilanz aufzuweisen.

Aufstieg mit Darmstadt, gute Arbeit in Fürth

Labbadias Trainerkarriere beginnt vielversprechend: Mit Darmstadt 98 steigt er von der Ober- in die Regionalliga auf. Anschließend spielt er mit Greuther Fürth 2007/08 eine starke Zweitligasaison, wird am Ende Sechster. Während Fürth Zweitligist bleibt, geht's für Labbadia eine Stufe höher: Bayer Leverkusen holt ihn.

Labbadias Trend: Schnell bergauf, schnell wieder bergab

In Labbadias erster Bundesligasaison als Trainer zeigt Bayer Leverkusen zunächst Beeindruckendes: Das Team überzeugt mit mutigem Offensivfußball, steht sogar zwei Spieltage lang an der Tabellenspitze. In der zweiten Saisonhälfte folgt aber der Absturz: Letztlich wird Bayer nur Neunter. Schnell nach oben - und genau so schnell wieder nach unten - Labbadias Leverkusen-Zeit begründet seinen Ruf, der ihm bis heute anhaftet.

Denn auch bei seiner nächsten Station - beim Hamburger SV - geht das so. Auch dort läuft es anfangs hervorragend. Zu Beginn der Saison 2009/10 grüßt Labbadia mit seinem Team fünf Wochen von der Tabellenspitze, erst am 11. Spieltag kassiert der HSV die erste Niederlage. Doch es folgt der Absturz und schon im April 2010 muss der Trainer gehen.

Seine längste Station bislang folgt beim VfB Stuttgart. Labbadia führt die abstiegsgefährdeten Schwaben ab Dezember 2010 vom vorletzten Tabellenplatz noch auf Rang zwölf. Im nächsten Jahr folgt Platz sechs, ehe nach nur drei Spieltagen und drei Niederlagen in der Saison 2013/14 Schluss ist.

Feuerwehrmann in Hamburg, Stuttgart und Wolfsburg

Im April 2015 heuert er erneut beim HSV an - und wieder das gleiche Bild: zunächst der Erfolg. Er führt das abstiegsgefährdete Team noch in die Relegation, hält die Bundesliga. Es folgt eine manierliche Saison mit Platz zehn, doch im September 2016 ist nach nur einem Punkt aus fünf Spielen schon wieder Schluss.

Schließlich der VfL Wolfsburg. Im Februar 2018 übernimmt er das Team auf Platz 14, und wie schon in Hamburg rettet er den VfL in der Relegation vor dem Abstieg. Und obwohl Labbadia mit Sportdirektor Jörg Schmadtke nie warm wird, gelingt mit dem VfL in der folgenden Saison der Einzug in die Europa League. Trotzdem geht Labbadia.

Bei Hertha bekommt Bruno Labbadia nun die Chance, seinen Ruf zu verbessern. Oder besser gesagt: Das Team Labbadia bekommt diese Chance. Geht's schief, wird es eine teure Angelegenheit. Für die Hertha.

Was ist ein Labbadia? 1990 tappten die Berliner im Dunkeln Sportschau 09.04.2020 00:55 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 Das Erste

ojs/sid/dpa | Stand: 11.04.2020, 21:13

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