Kevin Trapp - Frankfurter One-Man-Show

Torhüter Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt (l) wehrt einen Ball von Robert Lewandowski vom FC Bayern München ab

Fußball | Bundesliga

Kevin Trapp - Frankfurter One-Man-Show

Von Jörg Strohschein

Kevin Trapp war der Erfolgsgarant des Frankfurter Siegs beim FC Bayern. Der Torhüter der Eintracht hatte nach mehreren schwächeren Partien einen außergewöhnlich guten Tag in München - und rettete fast im Alleingang den äußerst seltenen Erfolg der Hessen.

Die Spieler des FC Bayern hätten es ahnen können. Als Kristijan Jakic seinen eigenen Schlussmann mit einem verunglückten Rettungsversuch in arge Bedrängnis brachte und der sichtlich überraschte Kevin Trapp ein Eigentor nur mit einer Glanzparade gerade noch verhindern konnte, begann diese besondere Geschichte des Spiels - die nicht gut für die Münchner endete. Der Protagonist: der Torhüter von Eintracht Frankfurt.

Es war eine dieser Partien, die ein Profi vielleicht einmal pro Halbserie, oder auch nur einmal pro Saison hat. Dem 31-Jährigen gelang so gut wie alles, er brachte die Münchner Profis schier zur Verzweiflung. Robert Lewandowski, Leroy Sané, Serge Gnabry - um nur einige zu nennen - versuchten den Ball an Trapp vorbei zu bugsieren. Aber (fast) alle Versuche waren vergeblich.

Frankfurts Torhüter Trapp lässt die Bayern verzweifeln Sportschau 04.10.2021 00:37 Min. Verfügbar bis 04.10.2022 Das Erste

In Millisekunden an der richtigen Stelle

Dem Einzigen, dem dieses Kunststück an diesem außergewöhnlichen Sonntagnachmittag gelingen sollte, war Leon Goretzka, der die Münchner in Führung brachte. Danach begann dann die One-Man-Show zwischen den Frankfurter Torpfosten. "Ich weiß, dass ich in der Lage bin, sehr gute Leistungen zu bringen. Das war so ein Tag. Wenn das der Mannschaft hilft und der Mannschaft diesen Aufwind gibt, dieses Vertrauen, dass wir was mitnehmen können, dann natürlich sehr gerne", sagte Trapp der Sportschau.

Erste Heimpleite seit zwei Jahren - Frankfurt bezwingt die Bayern Sportschau 04.10.2021 07:01 Min. Verfügbar bis 30.06.2022 Das Erste

Seine Arme und Beine waren bei den insgesamt zehn hochkarätigen Tormöglichkeiten in Millisekunden an der richtigen Stelle. Saisonbestwert für einen Torhüter. Die Bälle prallten an seinen Gliedmaßen ab wie an einer Mauer. Trapp untermauerte in der Münchner Arena nachdrücklich seinen Ruf, ein exzellenter Torhüter zu sein. Und so kam der erste Sieg der Eintracht nach fast 21 Jahren in München zustande.

Hinter den eigenen Ansprüchen

Zuletzt hatte Trapp diese Aura allerdings ein wenig eingebüßt. Ihm unterliefen ungewohnte Fehler, der VAR rettete ihn zweimal vor selbst verschuldeten Gegentreffern. Gegen Fenerbahce Istanbul in der Europa League hatte er zudem einen Elfmeter verschuldet, den er danach allerdings parieren konnte. Diese Fehlgriffe passten eigentlich nicht zu seinen eigenen Ansprüchen, die er vor gar nicht allzu langer Zeit formulierte. "Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr ambitioniert bin. Ich habe das Gefühl, dass ich mit jedem Jahr, mit dem ich älter werde, nochmal fitter und besser werde", sagte Trapp.

Dieses Gefühl der neuen Verwundbarkeit hatte zuletzt wohl auch Bundestrainer Hansi Flick wahrgenommen. Für die anstehenden Länderspiele gegen Rumänien in Hamburg (Freitag, 8.10.2021, 20.45 Uhr) und gegen Nordmazedonien in Skopje (Montag, 11.10.2021, 20.45 Uhr) wurde er von Flick nicht berücksichtigt. Bernd Leno bekam als dritter Torhüter hinter Manuel Neuer und Marc-André te Stegen den Vorzug.

Flick war allerdings Tribünengast in München, was für Trapp sicher kein Nachteil war. Nur für die kommende Länderspielpause wird sich wohl nichts mehr ändern. "Ich glaube nicht, dass er deswegen noch anruft und sagt, jetzt darfst du doch kommen", sagte Trapp, ehe er sich äußerst zufrieden mit seinem Team auf den Heimweg nach Frankfurt machte.

Stand: 04.10.2021, 11:15

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