Vor dem Bundesliga-Start - diese Youngster könnten begeistern

Jude Bellingham am Ball

Jugend forscht

Vor dem Bundesliga-Start - diese Youngster könnten begeistern

Von Michael Buchartz

Jahr für Jahr nutzen Talente die Bundesliga als Sprungbrett, um sich erstmals im Rampenlicht zu zeigen. Ob durch Verletzung von Teamkollegen, Abgänge oder Nachwuchsförderung: Für einige vielversprechende Spieler könnte sich in diesem Jahr die Chance ergeben, in ihren Klubs größere Rollen einzunehmen oder Stammspieler zu werden. Wir stellen fünf von ihnen vor.

Jude Bellingham (Borussia Dortmund)

Dass jemand, der von einem englischen Zweitligisten verpflichtet wird, eine ganze Liga in Ekstase versetzt, dürfte nicht wirklich normal sein. Doch der 17-Jährige Bellingham hat genau das geschafft - mit nur einem Spiel. Im DFB-Pokal erzielte er direkt sein Debüt-Tor für den BVB. Trotz seiner eher schlanken Statur eroberte er viele Bälle, gewann die meisten seiner Zweikämpfe und schaltete sich vorne mit ein. Damit verdiente er sich direkt eine glatte Eins im Star-Ensemble des BVB.

Klar ist die Konkurrenz bei Dortmund groß - denn Bellingham ist neben den Etablierten nicht der einzige talentierte Jungprofi in den schwarz-gelben Reihen. Dennoch: In der Anzahl an hochtalentierten jungen Profis bei Dortmund sticht und stach der "box-to-box-player", wie es die Englänger gerne nennen, heraus. Sein Potenzial scheint gewaltig, der BVB ließ sich Bellingham immerhin 28,5 Millionen Euro kosten. Und einen prominenten Vergleich haben die stets kreativen englischen Medien auch schon parat: Bellingham sei der neue "Frank Lampard". Eine große Ehre für den Youngster.

Bellingham: "Für mich der perfekte Verein" Sportschau 20.07.2020 00:18 Min. Verfügbar bis 20.07.2021 Das Erste

Tahith Chong (Werder Bremen)

Tahith Chong erzielt im Pokal das 2:0 für Bremen

Tahith Chong erzielt im Pokal das 2:0 für Bremen.

Eigentlich wollte Werder Bremen in der vergangenen Saison in den Europapokal. Doch nicht nur hinten kassierte man zu viele Gegentreffer, auch vorne haperte es zu oft. Die offensive Harmlosigkeit soll nun unter anderem Chong beheben. Der Niederländer wurde von Manchester United ausgeliehen. Dort gelang ihm Beachtliches: Innerhalb eines Jahres marschierte er von der Jugendakademie über die zweite Mannschaft bis in den Premier-League-Kader der "Reds". Mit gerade mal 20 Jahren. Sein Debüt feierte er im FA-Cup im Januar, in der Europa League hat er sogar schon zwei Vorlagen zu Buche stehen.

Der Flügelspieler, der bevorzugt über die rechte Seite kommt, gefällt sich am besten, wenn er von dort nach innen ziehen kann. Eine Spielweise, die an Ex-Bayern-Profi Arjen Robben erinnert. Doch Chong ist variabel, kann auch links spielen. Im Pokal erlebte er direkt Höhen und Tiefen bei Werder. Nach seinem ersten Pflichtspiel-Treffer im Profibereich überhaupt (2:0 gegen Jena), musste er danach verletzt ausgwechselt werden. "Das hat mir einen riesen Schrecken eingejagt", gab er zu. Es ist nichts Schlimmeres passiert - und so hofft er auch auf sein erstes Bundesliga-Tor. Möglichst schnell.

Werder Bremen nimmt die Arbeit auf

Sportschau 16.08.2020 02:24 Min. Verfügbar bis 16.08.2021 ARD

Yannik Keitel (SC Freiburg)

In Freiburg haben sie Erfahrung mit jungen Spielern, die sich entwickeln sollen. Gerade erst verließen die Nationalspieler Luca Waldschmidt und Robin Koch den Verein, um die nächsten Schritte im Ausland zu absolvieren. Doch kaum sind die einen weg, stehen neue parat. Unter anderem Yannik Keitel. Sein Debüt feierte er gegen Borussia Dortmund im Februar noch als Amateur. "Nicht die leichtesten Gegenspieler", sagte er hinterher über Axel Witsel und Emre Can von der Borussia.

Yannik Keitel im Pokal für Freiburg gegen Mannheim

Yannik Keitel im Pokal für Freiburg gegen Mannheim

Erst im April wurde er mit einem Profivertrag ausgestattet. Der zentrale Mittelfeldspieler stand anschließend sogar zweimal in der Startelf. Dazu nominierte ihn U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz im August erstmals für seine Auswahl. Und mit dem Weggang Kochs und seiner starken läuferischen Leistung könnte er in der kommenden Spielzeit die Chance auf einen Stammplatz bekommen. Wie man sich in der Bundesliga festbeißt, kann er dann sicher bei seinen beiden früheren Kollegen nachfragen.

Florian Wirtz (Bayer Leverkusen)

Florian Wirtz im Duell mit dem Torwart von Norderstedt

Florian Wirtz im Duell mit dem Torwart von Norderstedt

Zugegeben, so ganz neu ist Wirtz in der Bundesliga nicht. Im Winter ging der talentierte offensive Mittelfeldspieler begleitet von viel Medienwirbel im Rheinland aus Kölns U19 nach Leverkusen. Da wussten sie vermutlich schon beim FC, welch großes Talent ihnen Bayer wegschnappte. In der Rückrunde bekam er einige Chancen in der Bundesliga und nutzte diese prompt. Mit viel Spielwitz, gutem Dribbling und Torgefahr zeigte er, dass er in den kommenden Jahren ein Gesicht der Liga und von Bayer werden könnte.

Nun, ein halbes Jahr später, darf der jüngste Bundesliga-Torschütze der Geschichte auf ordentlich Spielpraxis hoffen. Denn mit Kevin Volland und Kai Havertz sind die beiden Topscorer bei Bayer weg. Auf der Position von Havertz im offensiven Mittelfeld klafft aktuell ein Loch und es stehen riesige Fußstapfen bereit - die Wirtz schnell ausfüllen könnte, wenn seine Entwicklung so rasant weitergeht.

Bosz über Wirtz: "Dass er ein Riesentalent ist, wussten wir vorher" Sportschau 06.06.2020 00:53 Min. Verfügbar bis 06.06.2021 Das Erste

Silas Wamangituka (VfB Stuttgart)

Silas Wamangituka jubelt im Pokal

Silas Wamangituka jubelt im Pokal.

Der 20-Jährige Angreifer, der im vergangenen Sommer sieben Millionen Euro gekostet hat, ist schnell, dribbelstark und torgefährlich. Zeigen konnte er sein Potenzial vor allem zum Ende der vergangenen Zweitliga-Spielzeit. Denn zu Beginn wurde er schon fast als Fehleinkauf abgestempelt. Zu uneffektiv und defensiv zu faul, hieß es damals. "Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen und taktisch einen großen Schritt gemacht. Auch und gerade, was sein Defensivverhalten angeht", sagte Sportdirekor Sven Mislintat über den Kongolesen aber in diesem Sommer.

Auf ingesamt 16 Torbeteiligungen brachte es Wamangituka am Ende der Zweitliga-Spielzeit - und war damit hinter Nicolás González zweitbester Scorer des Aufsteigers. Und jetzt? Fällt genau dieser González bis November mit einem Muskelbündelriss aus. Im DFB-Pokal gegen Rostock sprang Wamangituka schon mal ein und erzielte das Siegtor.

Stand: 17.09.2020, 06:00

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