Augsburg will mit Jens Lehmann aus der Krise

Jens Lehmann am Spielfeldrand beim Nationalmannschaftsspiel gegen Georgien

Manuel Baum bekommt prominenten Co-Trainer

Augsburg will mit Jens Lehmann aus der Krise

Die Erfahrung von Jens Lehmann soll dem FC Augsburg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga helfen.

Der frühere Nationaltorhüter wird ab sofort Co-Trainer von Coach Manuel Baum. Der 49-Jährige habe einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieben, teilte der FCA am Montag (28.01.2019) mit. "Es ist eine tolle Chance für mich", wurde Lehmann in einer Mitteilung zitiert.

Kleiner Coup in wilden Tagen

In turbulenten Tagen beim Tabellen-15. ist Lehmann eine schillernde Verpflichtung und ein kleiner PR-Coup. Schon am Dienstag soll der Ex-Schlussmann bei den Augsburgern auf dem Trainingsplatz stehen. "Die Aufgaben eines Trainerteams sind so vielfältig und umfassend, dass wir zu dem Schluss gekommen sind, diese auf mehrere Schultern verteilen zu wollen und dadurch die Aufgabenbereiche auch noch mehr spezialisieren zu können", sagte Geschäftsführer Stefan Reuter.

Augsburg holt Jens Lehmann als Co-Trainer Sportschau 28.01.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 Das Erste

Lehmann spielte in seiner Profilaufbahn für den FC Schalke 04, den AC Mailand, Borussia Dortmund, den FC Arsenal und den VfB Stuttgart. Seit dem Ende seiner Laufbahn arbeitet der 61-malige Nationalspieler als TV-Experte. Profi-Erfahrung im Trainerbereich sammelte Lehmann in der Saison 2017/18 als Assistenzcoach beim FC Arsenal und Arsène Wenger.

"Er ist ein absoluter Fachmann, der über viel Erfahrung verfügt", sagte FCA-Coach Baum und versicherte: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, denn ich bin überzeugt, dass er unser Team und die Arbeit mit der Mannschaft bereichern wird."

Mit Reuter in Dortmund gespielt

Mit Stefan Reuter spielte der ehemalige Torhüter von 1999 bis 2003 bei Borussia Dortmund zusammen. Der Name von Lehmann tauchte vor einer Woche in Augsburg auf - im Rahmen des Heimspiels gegen Fortuna Düsseldorf (1:2). "Der FC Augsburg hat in den letzten Jahren eine großartige Entwicklung genommen, auch wenn es sportlich aktuell nicht ganz nach Wunsch läuft", sagte Lehmann nun.

Mit neun weiteren ehemaligen Profis, darunter Oliver Kahn, Stefan Effenberg und Oliver Bierhoff, erwarb Lehmann im Jahr 2011 die A- und B-Trainerlizenz. Eine weitere Ausbildung zum Fußballlehrer für Profimannschaften schloss er in Wales an. Später arbeitete er für die Arsenal Academy. Die Augsburger blicken auf einen enttäuschenden Rückrundenstart zurück. Nach nun bereits zehn Spielen ohne Sieg klang zuletzt Unzufriedenheit aus der Mannschaft durch.

Kritik von Hinteregger, Caiuby freigestellt

"Man sieht, dass wir noch tiefer im Sumpf stecken, da geht gar nichts. Wir betteln ums Gegentor. Das ganze Jahr 2018 ist die Kurve nach unten gegangen. Ich kann nichts Positives, aber auch nichts Negatives über den Trainer sagen", hatte der österreichische Nationalspieler Martin Hinteregger am Wochenende nach der 0:2-Niederlage in Mönchengladbach erklärt. Die Negativserie, Verletzungssorgen und der Fall Caiuby drückten beim FCA auf die Stimmung.

Caiuby verlängerte seinen Winterurlaub angeblich aus privaten Gründen und will den Klub trotz eines Vertrags bis zum Sommer 2020 verlassen. Das kann der 30-Jährige auch, denn am Montagabend wurde er vom Verein freigestellt und kann sich einen neuen Verein suchen. "Mit seiner Handlungsweise schadet er dem FC Augsburg und vor allem der Mannschaft, die ihn trotz einiger Verfehlungen immer unterstützt hat", sagte Reuter.

DFB ermittelt gegen Baum

Bis 2020 läuft auch der Vertrag von Baum, der seit Dezember 2016 im Amt ist. Am Sonntag gegen den 1. FSV Mainz 05 wollen die Augsburger mit ihm nach ungewohnt unruhigen Tagen endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Baum droht auch noch eine Bestrafung durch den Deutschen Fußball-Bund. Wegen seiner emotionalen Kritik am Schiedsrichter beim Spiel in Mönchengladbach (0:2) bekommt er es mit dem DFB-Kontrollausschuss zu tun. Das Gremium hat Ermittlungen gegen den 39-Jährigen aufgenommen. Baum wurde gebeten, eine Stellungnahme abzugeben.

sid/dpa/red | Stand: 28.01.2019, 21:13

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