Bundesligaprofis werden auf Hirnschäden getestet

Freiburgs Dominique Heintz (unten) und Düsseldorfs Kenan Karaman nach einem Zusammenprall am Kopf,

DFB verlangt jährliche Untersuchung

Bundesligaprofis werden auf Hirnschäden getestet

Die Profis der 36 Erst- und Zweitligaklubs müssen sich künftig jährlich einem Test zur Diagnose möglicher Hirnschäden unterziehen. Das hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch (26.06.2019) offiziell bekanntgegeben.

Bei der verpflichtenden Überprüfung im Vorfeld der Saison soll ab sofort für jeden Spieler der "Normalzustand" definiert werden, heißt es in der Mitteilung. Dies helfe den Mannschaftsärzten, bei akuten Kopfverletzungen mit Hilfe des sogenannten "Baseline-Screenings" durch Messung der Abweichungen zu einer genaueren Diagnose zu gelangen.

Spielunterbrechungen bis zu drei Minuten

Ein Sportler solle erst dann wieder zum Einsatz kommen, wenn seine Testergebnisse wieder der Baseline entsprechen. Die Schiedsrichter seien informiert, dass die Partie für eine solche Behandlung bis zu drei Minuten unterbrochen werden kann. "DFL und Klubs sind sich ihrer Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Spieler bewusst", sagte Andreas Nagel, DFL-Direktor für Sport und Nachwuchs.

Gefahr durch Langzeitschäden

Die DFL folgt mit der Entscheidung einer Empfehlung der Medizinischen Kommission des DFB, deren Vorsitzender Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer ist. "Wir haben in jüngster Vergangenheit keine extreme Häufung der Kopfverletzungen festgestellt. Allerdings gab es über die Jahre einen leichten Aufwärtstrend, der vermutlich durch die Zunahme der Spieldynamik zu erklären ist. Die Einführung des Baseline-Screenings ist also keine Reaktion auf einen evidenten akuten Missstand, sondern ein wichtiger Schritt, um den Umgang mit Kopfverletzungen im Fußball weiter zu professionalisieren", sagte Meyer.

Sportmediziner prangern seit Jahren an, dass die Gefahr von Langzeitschäden durch bei Luftkämpfen entstehenden Kopfverletzungen unterschätzt wird. Selbst bei zu vielen Kopfbällen könne es zur Rückbildung von Hirnzellen kommen. Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2017 sind Profi-Fußballer ähnlich wie Boxer oder Footballspieler anfälliger für Hirnschäden.

sid/dpa | Stand: 26.06.2019, 13:38

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