Gladbach und S04 - Power-Fußball zumindest angedeutet

S04-Trainer David Wagner (l.) und Gladbach-Coach Marco Rose tauschen sich aus

Gladbach und S04 - Power-Fußball zumindest angedeutet

Von Julian Tilders

  • Pressing-Maschinen neutralisieren sich
  • Vorsichtiger Optimismus bei Schalke 04
  • Gladbacher Sturmreihe: Potential zur "Büffelherde"

Nein, ein Leckerbissen war das erste Abendspiel der Bundesliga-Saison keinesfalls. Der Konsens des Abends: Aller Anfang ist schwer, aber auch nicht unbedingt immer direkt schlecht. Beide Mannschaften waren sich sowohl im Aufbauspiel als auch im Pressing zu ähnlich, daraus resultierte eine Partie zwischen den Strafräumen ohne große Höhepunkte. Das Resultat: ein torloses Remis.

Auf der Schalker Seite herrschte beinahe Optimismus nach dem Punktgewinn. Daniel Caligiuri ließ verlauten: "Ich denke, dass man erkennen konnte, dass bei uns spielerisch etwas entstehen kann." Insgesamt habe man gute Ansätze gesehen. Und dies dürfte den in der letzten Saison gebeutelten Fans zum Auftakt auch schon reichen.

Raman-Chance exemplarisch

Gut gepresst, gut umgeschaltet, mangelhaft verwertet: Schalkes Benito Raman zeigte innerhalb von wenigen Sekunden jedoch exemplarisch, dass bei S04 statt der Lethargie zwar das schnelle Spiel in die Tiefe nach hohem Pressing wieder ansatzweise stattfindet, aber die Ineffizienz beim Torabschluss noch eine Baustelle ist.

Alexander Nübel: "Alles in allem sehr zufrieden"

Sportschau 17.08.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 17.08.2020 ARD

"Gerade die Balleroberung und der Umschaltmoment" seien sehr gut gewesen, befand S04-Trainer David Wagner. Zudem habe Schalke "leidenschaftlich verteidigt." Wagner predigt offenbar nicht nur das mittlerweile branchenübliche Pressing-Dogma, sondern lässt in Anlehnung an Jahrhunderttrainer Huub Stevens wohl auch gerne die Null stehen. Der noch verletzte Verteidiger Ozan Kabak könnte ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zu einem Abwehr-Bollwerk werden, das die Basis für ein schnelles Umschaltspiel bildet.

Gladbachs Sturm: neue "Büffelherde"?

"Weit weg von zufrieden" (Trainer Marco Rose) ist man bei der Borussia. "Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben", konstatierte Gladbachs Lászlo Bénes und merkte treffend an: "Beim letzten Pass und im Abschluss hat etwas gefehlt." Chancen gab es für die Gladbacher durchaus.

Rose: "Leidenschaft, Tempo, Intensität klingt für mich nach Fußball" Sportschau 18.08.2019 01:11 Min. Verfügbar bis 18.08.2020 Das Erste

Die wuchtige Sturmabteilung um Marcus Thuram, Alassane Pléa und Breel Embolo hat das Potential zur neuen "Büffelherde" der Liga, wie es zuletzt die Frankfurter Offensivreihe war. Doch damit die gegnerische Defensive effektiv überrannt werden kann, muss das "System Rose" schnell implementiert werden.

"Ein paar Mal hat das Pressing gut geklappt, wir hatten hohe Ballgewinne, zum Beispiel vor der Chance von Alassane Pléa, als er an den Pfosten schießt. Das sind Ansätze, auf die wir aufbauen können", befand Mittelfeldspieler Florian Neuhaus. Gladbach hatte 57 Prozent Ballbesitz - die Frage ist, ob die Mannschaft die Stiländerung nach Jahren des Ballbesitz-Fußballs auch möglichst schnell verinnerlichen kann.

Stand: 18.08.2019, 11:24

Darstellung: