Jonas Hofmann - "Hoffe, die Welt rückt enger zusammen"

Gladbachs Jonas Hofmann (Archivbild)

Gladbach-Profi sieht auch Positives in der Corona-Krise

Jonas Hofmann - "Hoffe, die Welt rückt enger zusammen"

Von Christian Hornung

In einem vollen Stadion dem Ball nachjagen: Seine Lieblingsbeschäftigung kann Jonas Hofmann frühestens im September wieder ausüben. Statt zu jammern will der Gladbach-Profi aber Positives aus der Corona-Krise mitnehmen.

Das Schlimmste, so glaubt Jonas Hofmann, ist überstanden. Er sieht jetzt immerhin täglich seine Mannschaftskameraden wieder. Es wird bei der Borussia, wie bei vielen anderen Bundesligisten, in Kleingruppen trainiert - natürlich abgeschottet von jeglicher Öffentlichkeit, nicht auf dem normalen Trainingsgelände, sondern im Stadion. Eigentlich also ein ganz guter Vorgeschmack auf die - so ist zumindest auch nach der Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch (15.04.2020) immer noch die Hoffnung der Szene - bevorstehenden "Geisterspiele".

Beim Gewicht hilft ein Ökotrophologe

Ob die in der aktuellen Situation immer noch besser seien als ein Abbruch der Saison, ist für Hofmann ein klarer Fall: "Geisterspiele sind auf jeden Fall besser!", sagt der Offensivallrounder im Gespräch mit sportschau.de. "Ich hoffe, wir werden die Saison zu Ende spielen." Dafür hat er vor der Wiederaufnahme des Team-Trainings täglich zu Hause auf dem Fitness-Fahrrad geackert, das der Klub jedem Spieler geliefert hat. Ebenso war er jeden Tag joggen und hat das ebenfalls vom Verein exakt vorgegebene Kraft- und Stabilitätsprogramm absolviert.

Hofmann: "Die Fitness verlierst du nicht ganz so schnell, und mit dem täglichen Programm erhält man sich vieles. Beim Thema Gewicht haben wir unseren Ökotrophologen Melf Carstensen an unserer Seite, damit diesbezüglich nichts passiert." Und obwohl die Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch offen ist, betont der Ex-Dortmunder und Ex-Mainzer: "Für mich ist es nicht schwer, die Motivation hochzuhalten, da die Saison noch nicht vorbei ist. Wir wollen, wenn es weitergeht, direkt voll da sein."

"Langeweile gibt es bei mir nicht"

Die sozialen Kontakte leiden beim Fußballprofi derzeit genau wie bei allen anderen Menschen - wie geht er damit um? Hofmann: "Wir telefonieren, schreiben uns Nachrichten oder benutzen Facetime. Ich denke, es gibt genug Möglichkeiten, mit dieser Situation ein paar Wochen klarzukommen. Langeweile gibt es bei mir nicht, mir fällt immer etwas ein, um mich zu beschäftigen - sei es eine neue Serie zu schauen, das Büro aufzuräumen, Darts zu spielen, ein Buch zu lesen oder sich eigene kreative Ideen einfallen zu lassen."

Das alles klingt ausgesprochen optimistisch - und so setzt er für die Zukunft dann auch auf einen Lerneffekt in der Gesellschaft: "Ich denke beziehungsweise erhoffe mir, dass durch die Situation, wie wir sie gerade erleben, die Welt ein Stück weit enger zusammenrückt. Besonders in der momentanen Lage wird einem wieder bewusst, wie schön es auf der Welt auch sein kann. Ich wünsche mir, dass wir nach dieser überstandenen Zeit mehr gemeinsame Interesse verfolgen und ein gemeinsames Ziel haben."

Stand: 15.04.2020, 18:22

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