50+1-Regel bleibt bestehen

Diskussion über die 50+1-Regel startet

Überraschung bei der DFL

50+1-Regel bleibt bestehen

Der größte Zankapfel im deutschen Profifußball war innerhalb von vier Stunden wieder vom Tisch. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat überraschend schon am Donnerstag (22.03.18) für die Beibehaltung der umstrittenen 50+1-Regel gestimmt.

Das ist ein schwerer Rückschlag für die millionenschweren Investoren, die ihre Augen auf die Bundesliga gerichtet haben - und ein Sieg für Tausende Fans, die gegen die Abschaffung mobil gemacht hatten.

Eingereicht worden war der entsprechende Antrag vom Zweitligisten FC St. Pauli - von Haus aus einer der größten Fürsprecher der 50+1-Regel, die besagt, dass Investoren in Deutschland nur die Mehrheit an einem Verein halten dürfen, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. So ist das der Fall bei Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim.

Kontroverse Diskussion

Der Hamburger Zweitligist hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, für den 18 der anwesenden 34 Vereinsvertreter stimmten. Ein Trio beteiligte sich nicht an der Abstimmung, vier Vereine waren dagegen, neun Clubs enthielten sich.

"Das ist ein tolles Zeichen und ein guter Tag für alle, die es gut mit dem Fußball meinen", sagte Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig: "Es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden. Das Signal ist wichtig." Allerdings "dürfen wir jetzt nicht die Hände in den Schoß legen, sondern wir müssen größere Rechtssicherheit bekommen."

Fußball-Anhänger überreichen Petition

In den anderen europäischen Top-Ligen gilt diese Regel nicht. Die Klubs, die zumindest über eine Reform debattieren wollten, fürchten deshalb, dass die Bundesliga im internationalen Vergleich (weiter) abgehängt wird. Für beide Seiten gilt die englische Premier League als Paradebeispiel. Zum einen fließt auf der Insel das Geld dank russischer Oligarchen, US-Investoren und arabischer Scheichs in Strömen. Zum anderen sind aber sämtliche Premier-League-Klubs fremdbestimmt.

Die englischen Fans haben kein Mitspracherecht. Die deutschen Fußball-Anhänger hatten DFL-Präsident Reinhard Rauball kurz vor der Versammlung eine Petition für den Erhalt von 50+1 übergeben - offenbar mit Erfolg.

sid/dpa | Stand: 22.03.2018, 16:30

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