FC Bayern für Abschaffung der 50+1-Regel

Karl-Heinz Rummenigge

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge

FC Bayern für Abschaffung der 50+1-Regel

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge ist für das Ende der viel diskutierten 50+1-Regel im deutschen Fußball. Damit bekommt Hannover-Chef Martin Kind einen prominenten Mitstreiter.

"Ich hoffe, dass die Deutsche Fußball Liga die 50+1-Regel freigeben wird. Wahrscheinlich würden Leitplanken eingebaut, welcher Natur auch immer, der Übergang soll sanft gestaltet werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Meisters  in einem Interview des Magazins "GQ".

"Ich denke, jeder Verein sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich für Investoren öffnet, wie weit er sich für Investoren öffnet oder ob er sich gar nicht öffnet", sagte Rummenigge. Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Verein begrenzen. Befürworter der Abschaffung der Regel ist vor allem Hannovers Präsident Martin Kind

Mitgliederversammlung am 22. März

Die Mitgliederversammlung der 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga wird am 22. März über die 50+1-Regel diskutieren. "Es geht in einem ersten Schritt darum, sich über ein Verfahren abzustimmen, in dessen Rahmen zunächst ein umfassendes Meinungsbild aller Klubs eingeholt wird. Hierzu wird es einen Vorschlag des DFL-Präsidiums geben", sagte Reinhard Rauball, Präsident der deutschen Fußball-Liga (DFL).

Der Diskussionsprozess solle allen Klubs die Möglichkeit bieten, die eigene Position in die Debatte einzubringen. In einer derart bedeutenden Frage müsse Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen, betonte Rauball.

"Ergebnisoffene Grundsatzdebatte"

Er stellte klar, dass Unterstellungen, nach denen die DFL schon im Vorfeld des Diskussionsprozesses heimlich an einer Neuregelung der 50+1-Regel arbeite, jeder Grundlage entbehrten. "Damit soll offensichtlich bereits im Vorfeld auf infame Weise Stimmung gemacht und die Grundsatzdebatte noch vor ihrem Beginn diskreditiert werden", sagte Rauball. Das DFL-Präsidium hatte sich am 5. Februar einstimmig für eine "ergebnisoffene Grundsatzdebatte" ausgesprochen.

Die 50+1-Regel gibt es nur in Deutschland. Sie schränkt den Einfluss externer Investoren bei einem Klub ein, weil Stammvereine nach einer Ausgliederung der Profiabteilungen weiter die Mehrheit der Stimmanteile in einer Kapitalgesellschaft besitzen müssen. Für Satzungsänderungen im Bereich des DFL e.V. ist eine Zweidrittelmehrheit der Klubs erforderlich. Die DFL GmbH besitzt dabei kein Stimmrecht.

dpa/sid | Stand: 08.03.2018, 09:26

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