Sportausschuss-Vorsitzende Freitag mahnt externe Kontrollen an

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportauschusses des Bundestags

Sorglose Bundesligisten

Sportausschuss-Vorsitzende Freitag mahnt externe Kontrollen an

Die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag, fordert im WDR-Podcast 'Einfach Fußball' externe Kontrollen der Bundesligisten bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes.

Freitag ist der Meinung, dass die Vereine der 1. und 2. Bundesliga bei der Umsetzung des Hygiene-Konzepts extern kontrolliert werden müssten. "Die Vereine müssen einen Hygiene-Beauftragten aus dem medizinischen Bereich benennen, der für die Kontrollen zuständig ist. Im Prinzip bleibt die Kontrollinstanz systemimmanent. Das heißt nur von innen überwacht jemand, ob es tatsächlich richtig ausgeführt ist", kritisiert Freitag das aktuelle Vorgehen im WDR2-Podcast 'Einfach Fußball'.

Somit sei die tatsächliche Durchführung des von der DFL erarbeiteten Konzepts nur schwer zu überwachen, so Freitag weiter. "Die DFL ist da relativ machtlos. Sie kann ein Hygiene-Konzept erarbeiten und auch beschließen lassen. Aber sie hat letztlich keinen Zugriff auf das, was in den Vereinen passiert. Da sind die handelnden Personen autark und die DFL schaut relativ hilflos zu", so Freitag weiter.

Mit ihrer Kritik ist Freitag nicht alleine: Nach Informationen der Sportschau hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen eine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet. Darin will auch sie wissen, wer die Einhaltung des Hygienekonzeptes genau kontrolliere. 

#35 Dagmar Freitag, Bundesliga-Restart mit gemischten Gefühlen

WDR 2 Einfach Fußball 12.05.2020 38:17 Min. Verfügbar bis 12.05.2021 WDR Online

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Vertrauen in die Arbeit der Gesundheitsämter

Freitag mahnte darüber hinaus Vertrauen in die Arbeit der Gesundheitsämter an. Der Sport habe die Entscheidungen der Fachleute in den einzelnen Gesundheitsämtern zu akzeptieren, "mit allen Folgen, die das für den Spielplan hat." In Dresden hatte das zuständige Gesundheitsamt vergangene Woche entschieden, dass die gesamte Mannschaft Dynamo Dresdens aufgrund zweier infizierter Spieler in eine 14-tägige Quarantäne gehen muss - und schloss den Traditionsklub damit vom Saison-Restart aus. "Wenn man in Dresden der Meinung war, die gesamte Mannschaft gehört in Quarantäne, dann finde ich das in Ordnung, wenn das so umgesetzt wird", sagte Freitag.

Sorgen der Spieler müssen ernst genommen werden

Auch die Sorgen der Spieler müssten gehört werden, so Freitag: "Wenn jemand Sorgen um seine Gesundheit geäußert hat, hat nach einem Gespräch mit dem Verein eine Korrektur der Darstellung stattgefunden. Die Spieler stecken da schon in einer schwierigen Situation." Für Spieler stehe neben der Gesundheit auch die Karriere auf dem Spiel: "Wenn ein Spieler nicht unter diesen Bedingungen spielen möchte, dann stellt sich natürlich die Frage: Was bedeutet das eigentlich für seinen Marktwert?"

Für die Zukunft erhofft sich Freitag vor allem im wirtschaftlichen Handeln Veränderungen: "Wenn das Ausbleiben einer Fernsehrate Klubs an den Rand oder tatsächlich in die Insolvenz stürzt, dann muss man im Nachgang über massive Veränderungen nachdenken. Bei Gehältern und Provision und Ablösesummen muss man zu anderen Maßständen wieder kommen."

sid/dpa | Stand: 13.05.2020, 11:59

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