Münchner Personalkarussell: Flick wirbt um Thiago und Alaba

Thiago mit dem DFB-Pokal

Nach dem Pokalfinale

Münchner Personalkarussell: Flick wirbt um Thiago und Alaba

In die Münchner Personalplanung hat sich nun auch Trainer Hansi Flick eingeschaltet. Er kämpft darum, dass David Alaba und Thiago beim FC Bayern München bleiben. Außerdem bringt Flick seinen Stürmer Robert Lewandowski als Weltfußballer ins Gespräch.

Auf Hansi Flicks Haut klebte der Champagner, das weiße Double-Siegershirt war nach der Schampus-Dusche in der Kabine durchtränkt. Bayern Münchens Feierlichkeiten nach dem 20. Gewinn des DFB-Pokals waren kaum in Fahrt gekommen, da warb der Trainer des Rekordchampions um seine Lieblings-Partygäste David Alaba und Thiago. "Ich werde mich mit allem, was ich habe, dafür einsetzen, dass wir solche zwei Qualitätsspieler in den Reihen halten können", sagte Flick nach dem 4:2-Sieg gegen Bayer Leverkusen im DFB-Pokal-Finale.

Abschiedsstimmung im Olympiastadion

"Ich versuche, dass der Kader, so wie er aktuell ist, zusammenbleibt", so Flick. Doch dieses Vorhaben dürfte selbst Alles-Gewinner Flick misslingen. Über dem Berliner Olympiastadion lag Abschiedsstimmung. Ein wenig bei Alaba, dem Flick nach dem Schlusspfiff väterlich die Wange tätschelte, noch mehr bei Thiago.

Flick nahm den Spanier auf dem Siegerpodest zur Seite, beide umarmten sich und plauschten. Thiago flirtet heftig mit Jürgen Klopps FC Liverpool. Er habe Hoffnung, dass sich Thiago, dessen Vertrag wie der von Alaba 2021 endet, doch noch für einen Verbleib entscheide, sagte Flick: "Ich versuche alles, damit er hier bleibt."

Rummenigge ist skeptisch

"Wir haben mit ihm seriös verhandelt und ihm alle seine Wünsche erfüllt. Doch es sieht so aus, dass er zum Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen möchte", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Und weil die Bayern "keinen Spieler im nächsten Jahr kostenlos verlieren" wollten, wie Rummenigge betonte, könnte jetzt alles sehr schnell gehen.

Ein möglicher Thiago-Nachfolger könnte Kai Havertz sein. Rummenigge schloss einen Transfer in diesem Jahr aber aus. "Ich sage es ganz klar: Ein Transfer von Havertz wird uns finanziell in diesem Jahr nicht möglich sein", sagte der Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters in einem Sport1-Interview. "Ganz Fußball-Europa und auch der FC Bayern stehen aktuell vor großen finanziellen Herausforderungen, so lange nicht wieder vor Zuschauern gespielt werden kann", erklärte der 64-Jährige. Jeder kenne ja "die Größenordnung, die Rudi Völler bei Bayer Leverkusen im Hinterkopf hat".

Auch um den Verbleib von Abwehrchef David Alaba kämpft währenddessen Trainer Hansi Flick. "David ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ein Herzstück", sagte der Coach über seinen Abwehrchef: "Auf dem Platz ist er ein Weltklasse-Spieler, neben dem Platz immer positiv, motiviert die Mitspieler. Ich bin zuversichtlich, dass er bei uns verlängert."

Flick legt Alaba ein Karriere-Ende in München nahe

Auch den Österreicher lockt England, dazu Spanien. Flick versuchte es mit Romantik. "Man kann in dem Verein, in dem man ausgebildet wurde, auch die Karriere beenden", sagte er, die Wertschätzung für Alaba sei im ganzen Klub "riesengroß". Seine große Wertschätzung für Stürmer Robert Lewandowski zeigte Flick auf seiner Charme-Offensive dann auch noch.

DFB-Pokal: Leverkusen gegen Bayern - die Stimmen Sportschau 04.07.2020 09:05 Min. Verfügbar bis 04.07.2021 Das Erste

Flick hält Lewandowski für einen Kandidaten für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. "Wenn man sieht, dass er in der Bundesliga 34 Buden gemacht hat, da ist es schon so, dass man da auch nachdenken kann, dass man einen Spieler aus der Bundesliga zum Weltfußballer machen kann", sagte der Trainer. Mit seinen Treffern im Endspiel kommt Lewandowski in der laufenden Saison auf bis dato insgesamt 51 Treffer und kann seine Bilanz im Finalturnier der Champions League noch ausbauen.

Noch kein Weltfußballer aus der Bundesliga

Laut Flick habe der Pole für eine Wahl "alle Voraussetzungen geschaffen mit einer guten Leistung dieses Jahr", so der 55-Jährige, der im Bezug auf eine erfolgreiche Wahl anfügte: "Ich würde es ihm wünschen." Aus der Bundesliga gewann bislang noch kein Spieler die seit 1991 in verschiedenen Formaten vergebene Auszeichnung. Die beste Platzierung eines Bundesliga-Akteurs erreichte der frühere Bayern-Torhüter und jetzige Vorstand Oliver Kahn 2002 mit Platz zwei. Als einziger Deutscher bislang hat sich Lothar Matthäus den Titel bei der Premiere 1991 in Diensten von Inter Mailand gesichert.

sid | Stand: 05.07.2020, 11:16

Weitere Themen

Mehr zum Thema

Darstellung: