Der FC Augsburg will durchhalten

Augsburgs Manager Stefan Reuter (l.) und Trainer Manuel Baum

Bundesliga-Abstiegskampf

Der FC Augsburg will durchhalten

Der FC Augsburg steckt in der Fußball-Bundesliga tief im Abstiegskampf. Am Wochenende droht der Absturz auf den Relegationsplatz. Da der Klub am Trainer festhält, haben zurzeit Durchhalteparolen und Absichtserklärungen Konjunktur.

Die Zahlen sind ernüchternd. Nur eins der jüngsten 14 Bundesligaspiele hat der FC Augsburg gewonnen, nach 23 Spieltagen hat das Team nur 18 Punkte auf dem Konto. Zuletzt gab es ein desolates 1:5 beim SC Freiburg. Kurzum: Die Schwaben stecken tief im Abstiegskampf. Nur zwei Punkte liegen sie vor dem Relegationsplatz. Auch am Freitag (01.03.2019) darf man gegen Tabellenführer Borussia Dortmund keinen Sieg erwarten.  

"In der Bringschuld"

Seit acht Jahren spielt der FC Augsburg in der Bundesliga, jetzt könnte es bald zurück in die Zweitklassigkeit gehen. Nur, weil tatsächlich in dieser Saison mit Hannover, Stuttgart und Nürnberg drei Teams noch schlechter sind, steht der Klub nicht auf einem Abstiegsplatz.

Gegen Dortmund wird es wichtig sein, nach der Freiburg-Pleite ein Lebenszeichen zu senden. "Die Situation ist für uns so, dass wir uns klar in der Bringschuld sehen, vor allem den Fans gegenüber", sagt Trainer Manuel Baum. "Die Fans wollen sehen, dass du kämpfst und marschierst", erklärt auch Manager Stefan Reuter.

Personallage kritisch

Für das 1:5 gegen Freiburg hatten Baum und Reuter keine Erklärung. Klar, da ist die angespannte Personallage. Auch gegen Dortmund muss der Trainer auf Leistungsträger wie Stürmer Alfred Finnbogason und  Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw verzichten. Vor allem der Ausfall des isländischen Torjägers wiegt so schwer, dass das Wort schmerzlich kaum ausreicht. Innenverteidiger Reece Oxford fehlt rotgesperrt.

"Es gibt bei ein paar Spielern Fragezeichen", sagt Baum: "Der, der am wahrscheinlichsten zurückkommt, ist Andre Hahn, der Rest ist noch offen." Offensivspieler Hahn hatte gegen Freiburg ebenso wie etwa im Mittelfeld Jan Moravek verletzt gefehlt. Schon in der Winterpause hatte sich der Klub vom Brasilianer Caiuby und vom Österreicher Martin Hinteregger getrennt.

Reuter steht zu Baum

Vielleicht auch wegen all dieser Probleme steht Reuter stoisch zu Baum. "In jedem Fall halten wir am Trainer fest", sagt der FCA-Manager. Baum will auch von einem Rücktritt nichts wissen. Viel bleibt dann nicht mehr. Die Verpflichtung des neuen Co-Trainers Jens Lehmann hatte keinen Effekt. Reuter flüchtet sich längst in Durchhalteparolen. Der Verein habe es "immer noch irgendwie hingekriegt", sagt er.

Gregor Kobel: "Nach so einem Spiel muss man sich ärgern"

Sportschau | 23.02.2019 | 02:27 Min.

Schon am Wochenende auf dem Relegationsplatz?

Was der FCA braucht, ist ein Ruck, der durch das Team geht. Doch der bleibt aus. "Worten müssen Taten folgen", fordert Reuter im Hinblick auf die Beteuerungen der Profis, es in Zukunft besser machen zu wollen. Er beschwört "die Grundtugenden" und spricht in jener "Kratzen-beißen-spucken-Rhetorik", die im Abstiegskampf Standard ist.

Dass die Augsburger schon am Wochenende auf Platz 16 rutschen ist nicht unrealistisch. Sollten sie gegen Dortmund verlieren und der VfB Stuttgart am Sonntag Hannover schlagen, dann ist es passiert. Doch Augsburg hat es auch dann noch in der Hand, denn die Spiele gegen die direkten Konkurrenten stehen noch aus. Am 26. Spieltag kommt Hannover, danach geht es nach Nürnberg, in Runde 30 muss das Team dann daheim gegen den VfB Stuttgart ran.

Statistik macht Mut

Was Mut macht, ist ein Blick in die Statistik. Nur einmal in der Geschichte der Bundesliga stand ein Tabellen-15. nach dem 23. Spieltag schlechter da. Und das war der FC Augsburg. 2012/13 waren die Schwaben mit ebenfalls 18 Punkten 16. Am Ende schafften sie mit 33 Zählern direkt den Klassenerhalt.

sid/dpa/red/vdv | Stand: 28.02.2019, 11:25

Darstellung: