Im Saison-Endspurt drängen die Fans zurück in die Stadien

Zahlreiche Fans vom FC Hansa Rostock befinden sich vor dem Stadion in Unterhaching. Einsatzkräfte der Polizei sind im Einsatz.

Köln, Union Berlin und Rostock haben Anträge gestellt

Im Saison-Endspurt drängen die Fans zurück in die Stadien

Im Saison-Endspurt nimmt die Nähe zwischen Fans und Profis wieder zu. Am letzten Spieltag ist plötzlich sogar die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien nicht mehr ausgeschlossen. Union Berlin und Köln kündigen entsprechende Schritte an.

In Augsburg und Mainz feierten hunderte Fans mit den Profis die Rettung vor dem Bundesliga-Abstieg, in Bochum verabschiedeten rund 5.000 VfL-Anhänger den Zweitliga-Tabellenführer auf dem Weg zum Spiel in Nürnberg, und Union Berlin hat sogar schon ein Pilotprojekt beantragt.

Angesichts sinkender Inzidenzzahlen in Deutschland drängen die seit Monaten wegen der Corona-Krise ausgeschlossenen Zuschauer immer stärker zurück und dürfen wie die Verantwortlichen im Profifußball vereinzelt sogar auf ein Saisonfinale mit Fans im Stadion hoffen.

Seifert wirbt für die Rückkehr

"Als Bürger, Familienvater und soziales Wesen wünsche ich mir, dass das Schlimmste jetzt wirklich überwunden ist. Was den Profifußball und Zuschauer angeht, wünsche ich mir sehr - das gilt aber für alle Sportarten, für Kinos, Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen -, dass sie bald wieder zugelassen werden", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Andere Profiligen in Europa seien "schon deutlich weiter, wenn es darum geht, wieder Zuschauer zulassen zu dürfen". Die Entscheidung darüber obliegt der Politik im Zusammenspiel mit den zuständigen Gesundheitsämtern.

Union will Getestete, Geimpfte und Genesene

Am Sonntag (16.05.2021) stellte der 1. FC Union Berlin beim Senat der Hauptstadt einen Antrag auf die Zulassung von 5.000 Zuschauern im letzten Saisonspiel gegen RB Leipzig am kommenden Samstag. "Die Partie am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga möchte der 1. FC Union Berlin nutzen, um die Durchführbarkeit von Veranstaltungen zu testen, die eine Rückkehr für getestete, geimpfte oder von einer Corona-Erkrankung genesene Personen ins Stadion vorsieht", hieß es in der Mitteilung.

Ähnliche Pläne gibt es beim 1. FC Köln, der nach Informationen des "Kicker" am Montag entsprechende Gespräche mit den zuständigen Behörden aufnehmen will. Der FC hofft demnach auf die Zulassung von 500 Fans im Saisonfinale gegen Absteiger Schalke 04. "Das Gesundheitsamt hat uns ein tragfähiges Hygienekonzept bescheinigt", sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Konkrete Pläne auch bei Hansa Rostock

Konkrete Planungen für eine Zuschauer-Rückkehr gibt es bereits beim Drittligisten FC Hansa Rostock. Der mögliche Aufstieg in die 2. Bundesliga könnte am Pfingstsamstag beim Spiel gegen den VfB Lübeck mit 7.500 Fans im Ostseestadion gefeiert werden. Verein, Hansestadt und Polizei hätten ein gemeinsames Konzept für ein Spiel mit Zuschauern vorgelegt, berichtete die "Ostsee-Zeitung".

Lieber die große Party mit klaren Regeln

"Die Gespräche über ein Saisonfinale vor Fans laufen", sagte Innenminister Torsten Renz der Zeitung und meinte: "Ich würde es begrüßen, wenn es uns gelingt, das umzusetzen." Bedingung: Jeder Zuschauer, der bei der möglichen Aufstiegssause mit dabei sein darf, müsse vorher getestet werden und sich auch registrieren lassen.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen sagte: "Wenn Hansa aufsteigt, wird gefeiert. Wir haben nun die Wahl: Wollen wir viele kleine, diffuse Partys oder eine große mit klaren Regeln? Ich bin für die große Feier im Stadion. Die bedeutet deutlich weniger Risiko."

FC Bayern kassiert Absage

Der FC Bayern München muss auch sein letztes Heimspiel der Saison ohne Zuschauer bestreiten. Nachdem Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge vor gut einer Woche den Wunsch nach einem Fan-Comeback geäußert hatte, erteilte diesem das Kreisverwaltungsreferat eine Absage. "Nach derzeitiger Rechtslage sind bis 02.06.2021 keine Spiele mit Zuschauer*innen möglich", teilte die Behörde der "Abendzeitung" mit. Eine Sonderregelung für den letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga am Samstag gegen den FC Augsburg komme nicht in Betracht.

Damit bekommen einige Protagonisten des Rekordmeisters wie Trainer Hansi Flick oder die Abwehrspieler David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martinez auch keinen Abschied vor Zuschauern - sie alle werden die Bayern im Sommer verlassen. Außerdem wird es wie schon im Vorjahr wegen Corona keine Meisterfeier auf dem Rathausbalkon geben.

dpa/red | Stand: 16.05.2021, 19:27

Darstellung: